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Herrentag

Donnerstag
17. Mai 2012

 
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cag.pngHimmelfahrt in Cagliari

Nach dem erneut nicht erwähnenswerten Frühstück machten wir uns auf, Cagliari kennen zu lernen, höchst oberflächlich natürlich. Wir hätten Cagliari auch eine halbe Stunde tiefgründiger kennenlernen können, wenn wir besser mit der kaum vorhandenen Ausschilderung zurecht gekommen wären. So aber landeten wir vor einem von Zufahrtsstraßen geknebelten Einkaufszentrum mit schlecht gekenn­zeich­neten Ausfallstraßen. Als ich verzweifelt links abbog, folgte uns direkt die Gendarmerie, die ich durch ein geschicktes Wendemanöver wieder abschüttelte. Wie ich inzwischen weiß, waren wir noch weit vor der Stadt und hielten schon nach den Kirchturmspitzen Ausschau. Irgendein gütiger Zufall brachte uns wieder in die gewollte Richtung Centro. Wir kamen praktisch von hinten durch die kalte Küche. Als eine Parklücke durch das Ausparken eines Ortsansässigen entstand, Heidi hatte über die schiere Unmöglichkeit des Parkplatzfindens gelesen, nahm ich die Chance des Nachparkens wahr.

Durch planloses hin- und herlaufen würden wir unserem Ziel, dem Zentrum, nicht unbedingt näher kommen. Die hier verkehrende Buslinie 6 bot eigentlich die besten Vorraussetzungen, in Richtung Altstadt zu gelangen. Aber wir fragten vorsichtshalber in einer Tabacceria nach dem Weg. Das Castello war wirklich nur noch sieben Minuten Fußweg entfernt - Bingo! Ab hier galt übrigens auch der Stadtplan des ADAC-Reiseführers. Wir hatten es wirklich bis hierher geschafft.

Durch die, für Fußgänger stiefmütterlich passierbaren, alten Festungstore gingen wir in Richtung Anfiteatro. Es gab nichts Wesentliches zu sehen. Vieles war mit Tribünen überbaut, um eine moderne Nutzung zu ermöglichen. Wir gingen zurück in die Festung und dann nach Süden wieder hinaus. Ein Knöllchen verteilender Polizist konnte uns auch nicht sagen, wo die Touristeninformation zu finden ist, aber dort linkerhand fänden wir die Cattedrale Santa Maria di Castello und dort rechts entlang den Torre dell'Elefante, und und... Sehr nett! Auch wenn es dem Falschparker nicht helfen wird.

Wir hielten uns links, also eigentlich geradeaus und kamen so zur vielgerühmten Cattedrale Santa Maria. Sardische Schulklassen und Jugendseminaristen gingen ein und aus. Von angemessener Ruhe war nichts zu merken. Die Jungen sehen es noch nicht so verbissen. Das Begleitpersonal kniete hier und da gottesfürchtig ab. Wir schauten auch in die Krypta und bewunderten die unzähligen, unterschiedlichen Rosetten an den Decken. An den Wänden waren für sämtliche bekannte und unbekannte Heilige ein 20x40 Zentimeter großes Relief eingelassen. Ein sehenswertes Gotteshaus ist die Cattedrale allemal.

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Bastion San Remy

An der Bastion Saint Remy stiegen wir ins Hafenviertel hinunter und fanden auch schnell ein Ristorante. Das Personal des "Manamana" hatte gerade Tische auf die davorliegende, malerische Piazetta Savoia gestellt und erwartete die ersten Gäste. Heidi bestellte sich einen Salat Nicoise und ich mir ein Carpaccio de Briso. Ach war das gut und von der Menge so angenehm.

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Vor dem "Manamana"______Das Rathaus_____________________Im Hafenviertel

Dann trudelten wir durch das Hafenviertel. Da Würfel immer bergab rollen, trafen wir auch irgendwann am Hafen ein. Dort flanierten wir die Prachtstraße "Via Roma" entlang. Die überall gegenwärtigen Straßen­händler verbreiteten ein ziemlich eigenes Flair. Wir fanden noch ein paar Ansichtskarten, die wir gleich in der Nähe der Post, frisch gepreßten Orangensaft genießend, schrieben und auch gleich einwarfen. Der Kasten war fast abgefüllt, obwohl er angeblich täglich um 16.00 Uhr geleert werden sollte. Unsere Karten fielen jedenfalls nicht, ich stauchte sie noch ein wenig in die vorher eingeworfene Post.

Die Via Sardegna entlang bewegten wir uns in Richtung Buslinie 6, denn die wollten wir für die Rückfahrt zum Auto nutzen. Wir mußten zehn Minuten warten, dann kam unser Bus. Man muß hier dem Fahrer deutliche Zeichen geben, daß man mitmöchte, sonst fährt der durch. Wenn dann zwei Busse gleichzeitig auftauchen, muß erst das Knäuel der Fahrgäste entwirrt werden, bevor es weitergehen kann. Da an den Haltestellen die Tarife aushängen, hatte ich das Fahrgeld schon passend parat, wurde es aber weder beim Fahrer noch einem eventuell vorhandenen Automaten los. Man kann nur vorher erstandene Fahrscheine entwerten. Schade eigentlich, aber es sind ja nur drei, vier Stationen. Heidi war ganz von den Socken, als wir aus dem Bus stiegen und unser Auto keine fünfzig Meter entfernt stand.

Nun brauchten wir nur noch aus der Stadt hinaus zu finden. In der Hoffnung, die Wegweisung würde an der Via Roma besser sein, fuhr ich erst einmal zum Hafen. Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Ich schwamm einfach mal im Verkehr in Richtung Westen mit. Irgendwann erkannte ich eine Kreuzung von der Herfahrt wieder. Also eigentlich war das keine Kreuzung sondern eher ein Verkehrsknotenpunkt. So sechs Straßen mündeten auf einen großen, unregelmäßigen Platz. Von den drei in die richtige Richtung verlaufenden Straßen war die linke eine Einbahnstraße. Das wußte ich noch. Ich sollte also die mittlere Straße wählen, kam aber noch nicht dazu, da nun aus der rechten der Gegenverkehr losfloß. Als der wieder abebbte war der Weg endlich frei und ich schaffte es auf die SS 130 in Richtung Iglesias und nach einer guten Stunde Fahrt trafen wir wieder auf "Sa Rocca" ein.

Heute würden wir uns zum Abendessen auf Antipasti beschränken. Das französische Pärchen am Nachbartisch brach das Menü nach der Pasta ab. Nicht zu schaffen. Da war der Chefkoch wohl enttäuscht, denn damit fiel auch der Nachtisch ins Wasser. Buona Notte!

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