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Schwarzer Weg

Mittwoch
16. Mai 2012

 
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Ein stürmischer Tag

Das einzige, was sich heute am Frühstück geändert hatte, war die Zubereitende. Bis gestern bediente uns ein älterer Herr nahe dem Rentenalter, heute das hätte seine, freilich etwas jüngere Frau sein können. Dafür fehlte der Kuchen. Da gestern der Dieselvorrat des Fiat Punto in die rote Zone geraten war, wollten wir den Vorrat wieder auffrischen. Wir hatten in teilweise bergigem Gelände 650 km geschafft, bevor sich der Bordcomputer lautstark auf italienisch äußerte. Aber es war ja klar, was er wollte.

In Buggeru wollte man tatsächlich 1,79€ für den Liter Diesel sehen, aber ohne mich. In Fluminimaggiore kostete er immerhin noch 1,71€, aber was soll's. Irgendwie müssen wir ja mobil bleiben. Für 55,-€ war der Tank wieder voll. Anschließend meinte der Bordcomputer, ich könnte 980 km weit kommen, wenn ich genauso weiterführe, wie ich es gerade tat. Nach zehn Minuten hatte sich meine Fahrweise offensichtlich dermaßen dramatisch geändert, daß nur noch 873 km über waren. Wer läßt sich sowas einfallen? Die Leute sollten lieber auf die Straße schauen, als sich durch solchen Blödsinn ablenken zu lassen. Nebenbei, das Teil gibt auch Empfehlungen für das Wechseln der Gänge ab. Wie gesagt, das lenkt den Fahrzeugführer bloß ab und paßt überhaupt nicht in diesen bergigen und kurvenreichen Regionen.

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Keine Angst, es hält!
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Verlassenes Fischerhaus

Apropos, wir standen mittlerweile auf dem Parkplatz am Capo Pecora, hatten die Schuhe gewechselt und scharrten schon mit den Hufen. Los! Das Meer tat es dem Winde nach und brauste mächtig auf. Weit und breit war kein Angler zu sehen, es macht wohl wenig Sinn, bei diesen Bedingungen die Köder auszuwerfen. Dadurch waren wir absolut allein am Strand. Es scheint hier ein beliebtes Camperdomizil zu sein, denn es gibt sehr viele Feuerstellen und wunderbare Plätze, seinen Wohnwagen abzustellen.

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Schattiges Plätzchen...__________... mit Aussicht_______________Auch Salzwasser geht

Langsam mußten wir zur Straße hoch und in einen Schotterweg einbiegen. Die noch zu bewältigenden, geschätzten 444 Höhenmeter verliefen größtenteils serpentinen- und gleichförmig. Um unsere Aufmerksamkeit zu testen war im Wanderführer einmal das andere rechts gemeint. Da man sich die Stelle merken sollte, wollten wir ein Steinmännel errichten, aber der Platz war schon besetzt. Wir gingen also der Beschreibung nach bis zum Gipfel. Erst dort lasen wir von der nie geschälten Korkeiche an der zweiten Rechtskehre. Na wir hatten ja noch den Rückweg. Zum Lesen und Essen hatten wir uns ein windgeschütztes Plätzchen gesucht. Ich hätte Heidi am liebsten festgebunden, damit sie nicht wegfliegt. Aber die Aussicht vom höchsten Berg dieses die Costa Verde von der Westküste des Iglesiente trennenden Höhenzuges ist atemberaubend. Also konnten wir wenigstens mal einen Blick auf die Costa Verde werfen. Allerdings ohne optische Hilfe des Fernglases, denn das hatten wir wieder einmal im Zimmer liegen lassen.

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Blick nach Süden________________Blick auf das Capo Pecora_________Die Korkeiche

Im Osten konnten wir Fluminimaggiore gut sehen. Nur um den Strand von Porti Xeddu und Buggeru sehen zu können, mußten wir noch einen kurzen Abstecher auf einen Nebengipfel tätigen. Dann ging's wieder bergab. Ich schnürte die Stiefel wegen des gerölligen Weges hoch aber es ging besser als befürchtet. Und die Korkeiche sah wirklich ungepflegt und wild aus. Im Endeffekt waren aus den 11,5 km des Reiseführers bereinigte 15 km auf dem Schrittzähler geworden. Die Zeiten stimmten aber trotzdem, was ein gutes Zeichen ist.

Heute wollten wir mal wieder auswärts essen und fuhren deshalb nach Buggeru hinunter. Leider hat die Pizzeria montags Ruhetag und ein weiteres Restaurant würde uns gern ab 19.00 Uhr mit beliebigen Menüs verwöhnen. Wir tranken in der Bar neben der Pizzeria Cappuccino und Orangensaft, machten noch eine kurze Ortsbegehung, um dann nach Masua zu fahren. Alles Vorsaison also tot. Wir liefen zum Strand und über den noch verlassenen Camperplatz zurück zum Auto. Nicht das geringste gastronomische Angebot weit und breit. Blieb nur noch Nebida. Irgendwann war einmal von einer Pizzeria die Rede gewesen. Mit etwas Glück müßte sie doch zu finden sein. Und tatsächlich, der moderne Zweckbau am Bellevedere war kein kommunales Gebäude sondern die andere Pizzeria. Pizza zum Mitnehmen, Bestellen und Daessen und Ristorante auch noch. Pizza Capriciosa für Heidi und Navarese für mich, dazu ein Getränk und die Welt war in Ordnung.

In unserem Agriturismo bekamen wir trotzdem noch etwas Süßes kredenzt und der Grumello mußte schon sein. Buona Notte!

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