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Schwarzer Weg

Dienstag
15. Mai 2012

 
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cidro.jpgDurch die Oridda-Schlucht

Nach dem täglich identischen Frühstück folgten wir dem Rat eines der Angestellten, über Iglesias nach Villacidro zu fahren. Das gehe schneller. Allerdings verbummelten wir einige Zeit mit der Suche nach einem Lebensmittelgeschäft in Valermosa und dann auch noch erfolglos. Wir würden unseren Wanderproviant auch noch in Villacidro kaufen können. Als wir dort die später zu fahrende Via Monti Mannu (Straße der großen Berge) gefunden hatten, bogen wir von ihr in Richtung Stadtzentrum ab. Durch die engen Gassen, die sämtlichst nur in eine Richtung passierbar sind, manövrierten wir uns langsam von einem Wohnviertel hin zu einer geschäftigeren Gegend. Daß wir dort überhaupt auf Anhieb einen Parkplatz fanden, grenzte schon an ein Wunder. Und dann fegte da noch ein älterer Herr vor sich hin, den ich gleich nach einem Alimentari fragen konnte. "Hier gleich rechts, circa 50 Meter weiter." lautete die Antwort. Besten Dank! Jetzt konnte es losgehen, das heißt wir mußten erstmal wieder aus dem Labyrinth herausfinden. Am Rathaus vorbei folgten wir einfach der einzigen Straße in unserer vermuteten Zielrichtung, die auch für LKWs zugelassen war. Es war trotzdem eng. Die hiesigen LKW-Fahrer haben es nicht leicht.

Als die Straßen wieder normale Abmessungen an den Tag legten, waren sie auch gleich mit Ampeln bewehrt. Es dauerte zwar etwas, aber wir fanden unsere Via Monti Mannu wieder. Bis zum Wanderparkplatz gelangten wir komplikationslos. Wir folgten einfach dem vor uns fahrenden Bayer, obwohl der dann schon an der Locanda del Parco hielt. Gut, er war schließlich mit seinem privaten Wagen unterwegs, dem er die letzten 900 Meter Schotterpiste ersparen wollte. Aber so schlimm war das Reststück dann auch wieder nicht. Egal.

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Die schwierigste Stelle__________Picknick_____________________Baum am Himmel

Wir fanden den Einstieg in die Wanderung 55 des Rother Wanderführers sofort. Die im Reiseführer abgebildeten Reste der Brücke über den Riu Cannisoni hat weiter gelitten und liegt jetzt ohne ein Stück Holz da herum. Dann ließ ich mich vom Wanderführer irritieren und wir krabbelten ein wenig im Unterholz herum, kamen aber gottseidank schnell wieder auf den rechten Weg. Und wir blieben auch auf demselben, als sich die Wege der Wanderung 55 und 56 trennten. Heidi war nicht sehr glücklich mit der gewählten Tour 56, wohl weil sie mit schwarzer Farbgebung als schwierig eingestuft ist. Im Frühjahr, bei hohem Wasserstand kann es passieren, daß man sogar umdrehen muß. Aber gegenwärtig sind die Verhältnisse bestens und Heidi meisterte alle schwierigen Stellen, wenn auch laut fluchend, hervorragend. Wegen meiner Erkältung ging ich nicht baden, obwohl das Wasser etwa 20°C hatte.

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Rückblick: links die Oridda-Schlucht und rechts der Waserfall

Diese Wanderung durch die Oridda-Schlucht entlang der vielen Gumpen ist einfach toll. Es gibt keine ausge­setz­ten Stellen und man kann höch­stens ins Wasser fallen. Das baye­rische Paar über­holte uns übrigens kurz vor dem Was­serfall Piscina Irgas und war wie ich begeistert von der Tour. In Heidi arbei­tete es noch. Nie wieder eine schwarze Tour!

Wir haben natürlich mehr Zeit benötigt, als der Reiseführer empfiehlt, aber wir haben ja Urlaub. Übrigens stand das Auto unserer bayerischen Mitwanderer noch an Ort und Stelle, als wir auf den Heimweg gingen. Hoffentlich haben sie sich nicht verlaufen.

Zurück in unserer Agriturismo wählte Heidi Pasta und vielleicht zwei Antipasti aus Gemüse. Ich entschied mich für Carne. Als erstes wurden Käse, Schinken, Salami und Oliven gereicht. Erst dann kamen die gefüllten Champignons und Auberginen. Die Platte mit den Spaghetti reichte bequem für uns beide. Das paßte auch ganz gut zum Fleisch. Schwein, Rind und Lamm in gegrillten Scheiben, das genügte völlig. Danach brauchten wir trotzdem einen Digestivo - Lemoncello. Einen Grumello gab's noch extra vom Küchenchef. Es scheint sein Favorit zu sein.

Da wir immernoch Tagebuch schreiben bzw. lesen und die Leute Feierabend machen wollen, wurden wir in die Beleuchtungstechnik eingewiesen. Die letzten machen das Licht aus. Buona Notte!

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