Istrien - 26. Mai 2007
Ausruhen auf dem Monte Sv. Andelo
Nach den zwei anstrengenden Tagen unseres Abstechers an die Plitwitzer Seen und auf die Insel Rab war heute Ruhe angesagt. Das bedeutet, daß kein Wecker gestellt wird und Karin eine Viertelstunde länger als sonst schlafen darf. Ich trabte also erst um 8.30 Uhr zum Brötchenkauf, was die Konsequenz hatte, daß ich nur noch zwischen Maisbrot und -baguette wählen konnte. Das Maisbaguette nahm ich dann mit zur Villa Palma. Nach dem ausgedehnten Frühstück mußten wir uns ersteinmal klar werden, ob wir nun zuerst auf den Monte Sv. Andelo, von dem aus man laut Reiseführer einen tollen Blick auf Poreč haben soll, klettern und danach unseren Wochenendeinkauf auf dem Markt absolvieren sollten oder umgekehrt. Die Mitnahme der Kühlbox ermöglichte uns, kühl zu haltendes Einkaufsgut wie Fisch zum Beispiel, im Auto zu lassen, ohne befürchten zu müssen, daß es verdirbt. Also konnten wir zuerst den Markt aufsuchen und aus dem ganzen Angebot an Obst, Gemüse, Brot und Fisch auswählen. Heute Abend sollte Fisch gegrillt werden. Wir bestaunten die Seeteufel und Kalamari, kauften auf Empfehlung des Verkäufers dann aber doch lieber eine Orade und zwei Zahnbrassen. Karin beglich die 5,- Kuna Parkgebühr. Bei der Ausfahrt bekam ich, wie schon bei der Einfahrt eine gewischt. Offensichtlich sind die Bediensäulen nicht korrekt geerdet.
Im wohlklimatisierten Vorraum der Hypobank hoben wir Geld ab und füllten die Urlaubskasse wieder auf. Auf der Rückseite der Bank liegt unser favorisierter Supermarkt, wo wir noch Getränke und Alugrillunterlagen erstanden. Diese sollten am Abend das Wenden der Fische vereinfachen. Um unsere letzten Urlaubskarten auf den Weg zu bringen, kurvten wir erneut durch die Altstadt, denn der direkte Weg zur Post steht nur den Fußgängern offen. Dafür mündet die Einbahnstraße wieder an der Ausgangskreuzung. Wir fanden die zum Friedhof führende Nebenstraße, in deren Verlängerung sich der Aussichtspunkt befinden sollte, auf Anhieb. Frau Bernik hatte sich extra bei der Touristeninformation erkundigt und uns dann den Weg beschrieben, denn der Reiseführer war in dieser Beziehung keine Hilfe. Nach wenigen hundert Metern endete der Asphalt und wir kamen an der hiesigen Mülldeponie vorbei. Die Müllautos wirbelten ordentlich Staub auf, sodaß wir sofort alle Fenster schlossen. Zum Glück ist es nur ein kurzes Stück, bis der erste von zwei in der Karte verzeichneten Wegen nach Norden abgeht, zwischen denen unser Zielpunkt liegt.

- Auf zum Gipfel

- Die Küste zu Füßen

- Und wieder hinab
Wir parkten dann am zweiten Weg und fanden trotz nicht vorhandener Beschilderung einen Trampelpfad in Richtung der ehemaligen Kapelle, die St. Angelo geweiht gewesen war. Leider war der Trampelpfad suboptimal, da er zu einigen zusätzlichen Übungen wie Enten- und Kniehebegang zwang. Zum einen waren die Äste quer und tief über den Weg gewachsen, zum anderen versuchten wir, dem stacheligen Bodenbewuchs ein Schnippchen zu schlagen und halbwegs unzerkratzt voranzukommen. Doch dann wurden wir wirklich mit einer herrlichen Aussicht nicht nur auf Poreč belohnt. Von ungefähr 110 Metern Höhe aus sieht man die gesamte Küstenlinie von Tar im Norden bis Rovinj im Süden. Im Osten, zu Füßen des Hügels machten wir ein Hotel aus. Vielleicht werden ja die Gäste den Hotelier bewegen, sich für den Ausbau der Zufahrtsstraße stark zu machen. Außerdem konnten wir uns einen guten Überblick über die Ausdehnung der Mülldeponie verschaffen. Possierlich kreisten die Möwen um die mülldeponierende Raupe. Für den Abstieg fanden wir einen besseren Pfad, der von dem Weg aus aber kaum zu erkennen ist. Hier gibt es noch viel zu tun für den Porečer Tourismusverein.

- Fernsehen auf der Terrasse
Zurück im Feriendomizil wurden die Einkäufe verstaut und die Liegen aufgebaut. Heidi kreierte einen bunt gemischten Gemüsesalat mit Kartoffeln und Oliven, zu dem gebratenes Brot gereicht wurde und der allgemeines Lob fand. Bis gegen 16.00 Uhr wurde gelesen und gedöst. Dann stellte ich den Fernseher so, daß Karin und ich (Heidi kommt zur Zeit von ihrem Buch nicht los) auf der Terrasse sitzend, das Pokalfinale zwischen Stuttgart und Nürnberg würden verfolgen können. Zwischenzeitlich bereitete ich schon mal den Grill für die abendliche Aktion vor. Dabei mußte ich feststellen, daß etwa ein Drittel bzw. fast der gesamte Rest der 2,5 Kilogrammpackung nicht aus Holzkohle sondern aus Grus bestand. Mit dem Auto fuhr ich zu unserem Minimarkt. Meine Frage nach Holzkohle wurde positiv beantwortet und die Chefin holte einen neuen 2,5 Kilogrammsack aus dem Lager. Zum Glück war die Holzkohle von einem anderen Hersteller, was Hoffnung auf bessere Qualität machte. Endlich war alles für das Abendessen vorbereitet und so schaute ich mir die zweite Halbzeit des Pokalfinales der Damen an. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen für Frankfurt.

- Die Fische garen

- Das köstliche Mahl wartet
Jetzt wurde es Zeit, den Grill anzuzünden. Als die Glut den richtigen Zustand erreicht hatte, wurden zuerst die beiden Brassen auf die Alupfanne gelegt und über die Glut gebracht. Mehr paßte nicht drauf. Das Grillen klappte super, zumal das Wenden mit einer zweiten Alupfanne kein Problem war. Das warme Ratatouille kam auf den Tisch, ebenso wie das Maisbrot, die Zitronenviertel und die Knoblauchpetersilie. Die Zahnbrassen waren bestens gelungen. Sie wurden aufgeteilt und schmeckten absolut gut, so saftig sie waren und mit der Petersilie bestreut und der Zitrone beträufelt. Für die Orade mußte ich Holzkohle nachlegen, was den Zeitplan etwas durcheinander brachte. Auch der dritte Fisch gelang prächtig und wurde ratzfatz verputzt. Wir verpaßten zwar den Anpfiff des Pokalfinales, was aber durch das wunderbare Abendessen mehr als ausgeglichen wurde.
Ein spannendes Spiel fand im 1.FC Nürnberg einen würdigen Sieger, auch wenn der Klub mit einem Mann mehr auf dem Feld noch die Verlängerung benötigte. Die liebe Karin, und das soll hier auch mal lobend erwähnt werden, hat in der Halbzeitpause den Abwasch erledigt. So konnten wir nach der Siegerehrung Boxen aus- und uns selbst gleich ins Bett fallen lassen.
Jost



