Istrien - 25. Mai 2007
Unser Treffen mit Mutter Gisela
Nach wohlverdientem Schlaf trafen wir uns um 8.15 Uhr am Frühstücksbüffet der "Pansion Winnetou", wo bereits reger Betrieb herrschte. Neben uns Wandersleuten waren doch tatsächlich auch andere Wißbegierige auf diese Idee gekommen, den Nationalpark und die einzigartigen Wasserfälle zu besuchen. Selbst die Pansion liegt noch 700 Meter über dem Meeresspiegel, genau zwischen zwei Bergketten, so daß es im Winter bis zu -30°C kalt wird, wie uns der nette Wirt, Kellner, Gepäckträger etc. freundlich in Deutsch erklärte; seine österreichischen Eltern hatten dieses Grundstück bereits 1989 erworben, konnten aufgrund der Kriegsereignisse bis 1996 in dieser Gegend die Pansion leider erst 2004 eröffnen. Dafür, so schien es, mit gutem Erfolg. DEr familiäre und gemütliche Ton in der rustikal aber nett eingerichteten Herberge lockt sicher einige Touristen zur Wiederkehr oder zumindest zur Weitergabe der Adresse an Freunde.

- Karin fotografiert...

- die Pansion Winnetou
Gegen 9.00 Uhr hatten wir unsere Sachen gepackt und machten uns los auf den Weg nach Rab, wo wir Heidis Mutter und Juliane, ebenfalls zur Zeit Urlauber in Suha Punta, treffen wollten. Die Richtung war fix ausgemacht, wir wollten heute nur Landstraße fahren. Über kleine Orte, durch Otočac in Richtung Senj konnten wir die herrliche Landschaft genießen, besonders ausgiebig, wenn ein Bus oder LKW vor uns fuhr, da die Straße sehr kurvenreich war und es daher wenig Zeit für Überholmanöver gab. Nach 75 Kilometern erreichten wir Senj und fanden schnell den Abzweig auf der Küstenstraße nach Jablanac (57km) zur Fähre nach Rab. Nun gab es nur noch Serpentinen, es ging auf und ab, ein Mal eröffnete sich der Blick über das Meer auf eigenartige, felsige und langgestreckte Inseln - das sollte etwa Rab sein? Ein anderes Mal durchfuhren wir malerische Buchten, hier und da war ein Haus oder eine kleinere Ortschaft am Rande der Straße. Kaum ein Badestrand war zu sehen, da linker Hand spärlich bewachsene Felsen in die Höhe ragten und links das Meer an die Steilküste platschte, und hier und da aus dem Meer kahle Gesteine wie Schildkrötenrücken herausragten. Der Verkehr auf der Straße hielt sich in Grenzen, um so überraschter waren wir, als wir gegen 11.15 Uhr den Fährhafen erreichten und vor uns eine Riesenschlange von Autos - PKW, Caravans, LKW und Bussen - sahen. Zwar fuhren die Fähren ständig hin und her (die Überfahrt dauert ca. 10 Minuten), aber das würde dauern! Und diese Hitze (32°C). Heidi erwog schon die Umkehr, da wurde eine dritte Fähre zum Einsatz gebracht und siehe da, bereits gegen 12.15 Uhrwaren wir für 98.-Kuna an Bord und fuhren der Insel Rab entgegen. Ein kurzer Handyanruf von Heidi kündigte Juliane unseren bevorstehenden Besuch an. Juliane gab schnell noch einige Erläuterungen, den Weg zu ihrem Hotel betreffend.

- Das Anstehen nervt etwas

- Die Fähre kommt
Noch immer sahen wir das unwirtliche Gestein der Insel, aber als wir den vielen anderen, gerade übergesetzten Autos auf der Hauptstraße folgten, die nun eine Kurve machte, konnten wir endlich die vielgepriesene Schönheit der Insel erahnen. Üppige Vegetation, ähnlich der Istriens, mit Wald, Palmen, Feldern und sogar Wein entdeckten wir, je weiter wir auf der Insel ins Innere vorstießen. Zum Glück liegt Suha Punta fast am anderen Ende der Insel, so daß wir einiges von Rab sehen konnten. Viele kleine Häuschen am Straßenrand und in Richtung Wasser, Zimmer wurden zur Vermietung angeboten, in Rab selbst einige Hotels, alles sehr sauber, wie wir es aus Istrien gewohnt sind.

- Da wächst garnix!

- Im Gegensatz zur Suha Punta
Die Hotelanlage "Carolina" fanden wir nach einem kleinen Schlenker, so daß wir kurz nach 13.00 Uhr Gisela und Juliane, die bereits auf uns warteten, begrüßen konnten. Ein Parkplatz war schnell gefunden und auch zum Essen (es war schließlich Zeit dafür) gab es auf einer Terrasse vor dem Hotel ein gutes Plätzchen. Mit Salat, Nudeln, Käse und vor allem Bier und Wasser stärkten wir uns, um anschließend von Gisela und Juliane durch das Hotelgelände und den herrlichen Küstenweg entlang unter schattenspendenden Bäumen und diversen Badebuchten (sogar FKK) geführt zu werden. In einer urigen Konoba kehrten wir nochmal zu Kaffee, Wasser, Eis und Apfelschorle ein. Leider mußten wir uns schon wieder auf der Rückweg begeben, wir wollten ja schließlich noch baden! Das erfrischende Bad im Mitttelmeer (mindestens 23°C) tat sehr gut, vor allem auch in Anbetracht der Rückreise im aufgewärmten Auto.

- Erfrischung in der Konoba

- Rückfahrt nach Jablanac
Nach herzlicher Verabschiedung, Gisela und Juliane haben sich sehr gefreut über diese Abwechslung, setzten wir unsere Reise sozusagen fort. Wir rechneten mit 200 bis 300 Kilometern, dieses Mal die Küstenstraße über Rijeka weiter nach Poreč. 17.25 Uhr fuhren wir los, 18.10 Uhr waren wir schon wieder auf dem Festland in Jablanac; Die Fähre in diese Richtung war nicht voll ausgelastet, wohingegen in der anderen Richtung noch eine sehr kleine Schlange stand.
Nach 105 Kilometern pausierten wir in Bakarac, ein Hotel-Restaurant (gegen 19.25 Uhr) lud zum Speisen ein. Auf Nachfrage empfahl der Kellner Fisch; eine tolle Platte mit zwei Doraden und einer Zahnbrasse befriedigten nicht nur unsere Mägen, sondern auch Augen und Gaumen. So gestärkt fuhren wir um 20.50 Uhr weiter, die Dämmerung hatte bereits eingesetzt, noch konnten wir die tolle Sicht auf's Meer, Buchten und Berge genießen. Bei Rijeka erreichten wir die Autobahn, nun konnte Jost wieder etwas mehr Gas geben. Allerdings war bis dato eher auf der Gegenseite der Verkehr recht dicht gewesen. Kein Wunder, der Pfingstreise- und -ausflugsverkehr war im vollen Gange. Inzwischen war es dunkel,aber im 5 Kilometer langen Učka-Tunnel gab es eine gute Beleuchtung. Ohne Zwischenfälle ging es bis zum Abzweig Pazin, wo wir die Autobahn/-straße verließen und in Richtung Poreč die teilweise bekannte Landstraße fuhren.
Nach circa 210 Kilometer erreichten wir um 22.15 Uhr unser Ferienhäuschen. Alles war so, wie wir es verlassen hatten. Wir ließen auch diesen Abend mit Wein, Slivovic und Wasser ausklingen, die Fotoshow ließ alle Stationen nochmal Revue passieren und gegen 0.00 Uhr suchten wir, alle ziemlich geschafft, unsere Betten auf.
Karin



