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Die Molokanen

Dienstag
27. August 2019

 
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_Yell Park

Hotel am Pambak

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Donnergrollenursache

Heute war das Früh­stück pünktlich angerichtet. Zu der Wan­de­rung nach Yenokavan ließ sich Yasha wieder vertreten und Harald paßte auf das Handgepäck inklusive Melone auf, das mit den Koffern zum Bus gebracht wurde. Kaum hatten wir das Gebäude vom Apaga Resort ver­lassen, spitzte unser Guide die Ohren. Ein leichtes Donnern war zu ver­neh­men. Wir traten vorsichtshalber an den Wegesrand und dann sahen wir die Pferde, die von zwei Reitern den Weg hinuntergetrieben wurden. Ein rassige Anblick. Leider hatte das Handy meinen Wunsch nach einer Video­auf­nahme nicht verstanden. Zum Glück hatte ich schon ein Foto gemacht.

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Mal dunkle Wolken____________Glücklliche Kühe______________Mal blauer Himmel

Wir wanderten meist querfeldein über abgeerntete Felder und gemähte Wiesen. Eine nicht mehr betriebene, militärische Beobachtungsstationimg_5916.jpg
Wird nicht mehr gebraucht
verfiel am Wegesrand. Die Kühe auf den Weiden hier kennen keine Zäune. Anscheinend wissen sie, wohin sie gehören oder sind nicht so neugierig wie die deutschen Rindviecher. In Yenokavan türmten sich wie üblich die hoch gestapelten Wintervorräte20190827_123822.jpg
In Hanglage
an Stroh.

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Viele kleine Läden_____________Alles gut in Schuß_____________Innere Überraschung

Am Bus wechselten wir das Schuhwerk, um die gute Stube unserer Gastgeber zum Tee mit sauberen Schuhen zu betreten. Außerdem wollten wir uns den von Herrn Tufenkian renovierten Altstadtteil in Dilijan anschauen. Auch dort betreibt er ein Hotel. Der Besuch lohnte sich, denn das Ensemble ist gelungen. In den kleinen Boutiquen läßt es sich gut stöbern und Heidi erstand eine hübsche Obstschale.

Auf der Fahrt nach Fioletovo, eines von zwei molo­ka­nischen Dörfern hier, erzählte uns Yasha alles Wichtige über die Historie und die religiöse Variante der „Milchtrinker”. Sie beziehen sich auf eine Bibelstelle, in der die christliche Lehre wie die Muttermilch aufgesogen wird, also in ihrer ursprünglichsten Form. Sie be­trachten sich als Urchristen, nutzen aber im Gegensatz zu anderen Strömungen moderne Energien wie Strom und Gas. Es gibt hier jedoch weder Fernsehen noch Internet. Dafür ist die Himbeerkonfitüre göttlich.

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Es blüht wunderbar____________Typischer Vorgarten___________Garten am Bach

Die Gemeinde wird von einem gewählten kirchlichen Oberhaupt geleitet. Bevor die gast­ge­bende Familie also einen Vertrag mit dem Reiseveranstalter abschloß, holte sie sich dessen Genehmigung. Der fragte nur „Verkauft ihr Alkohol?” und „Wird da musiziert oder getanzt?”. Da beide Fragen mit „Nein” beantwortet werden konnten, lautete die Antwort nur „Na dann macht das!”.

Es gibt bei den Molokanen kein Gotteshaus, der Andachtsraum wandert durch die Familien und den Ort. Ach, und das Kreuz als Symbol des Christentums wird abgelehnt. Jedenfalls wurden wir herzlich begrüßt, es wurde Tee getrunken und Piroggen mit Kartoffelfüllung standen neben Pflaumenkuchen auf dem Tisch. Die Himbeerkonfitüre war so überwältigend schmackhaft, daß fast alle etwas davon mit nach Hause nahmen. Vielen Dank für die Gastfreundschaft.

Eigentlich sind die Molokanen ebenfalls Vertriebene. Sie wurden in Rußland verfolgt und fanden in Armenien eine neue Heimat. Es soll noch gar nicht lange her sein, daß im tiefsten Sibirien eine molokanische Gemeinde entdeckt wurde. Seit 1830 wurde diese Glaubensgemeinschaft in Rußland verfolgt, vertrieben oder umgesiedelt. Zumindest hier in Armenien dürfen sie leben, wie sie wollen. Wir fuhren unter freundlichem Zuwinken mancher Anwohner weiter in Richtung unseres nächsten Hotels in Dzoraget nahe der armenischen Grenze.

Das Hotel in grau hat ein amerikanischer Auslandsarmenier gebaut, der hier eine ganz Hotelkette betreibt. Es gibt weltweit 11 Millionen Armenier, von denen nur gut 3 Millionen in Armenien leben. Aber die 8 Millionen Diasporaarmenier tun unglaublich viel für das Land. Übrigens gehört Charles Aznavour auch dazu. Ashot zeigte hier seine Meisterschaft in der Disziplin „Schmalste Brücken”cimg6227.jpg
Da paßt kein Fußgänger dazwischen
. Ohne bemerkbare Korrekturen fädelte er den Bus ein und wieder aus dem Nadelöhr aus - beeindruckend.

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Sieht einladend aus

Diesmal bekamen wir Zimmer sieben. Auf der Terrasse am Fluss erfrischten wir uns alle mit einem Bier, also jeder. Jutta versuchte sich einen Stuhl von unserem Tisch umzuwidmen, was ob der Massivität in die Hosen ging. Keine Schadenfreude - oder doch? Es liegt wohl an meiner Aversion gegen Psy­cho­logen. Was aber vor allem störte, war der mehr oder weniger ständig in der Luft liegende Benzingeruch. Die Quelle ließ sich nicht ausfindig machen.

Die gefüllten Auberginen zum abend­lichen Hauptgang ergänzten Sigi und Heidi mit einer Flasche Rosé, der auch zum Nachtisch paßte und uns den rest­lichen Abend über begleitete.

Bari Gischér!

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