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Klosterlandschaften

Mittwoch
28. August 2019

 
|Übersicht|
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_SMART School

Hotel am Pambak

Die angekündigten Klosterlandschaften um Sanahin und Odsun konn­ten leider nicht besichtigt werden, da es aufgrund einer durch Bauarbeiten verursachten Straßensperrung eine Programmänderung gab. Anstelle dieser wichtigen Klöster besuchten wir zwei erreichbare Klosterruinen und am Nachmittag die „COAF SMART School”, eine von den Diaspora-Armeniern gestiftete Bildungs­ein­richtung. Hm, schaun wir mal.

Das Frühstücksbuffet ließ keine Wünsche offen und so verfolgten wir anschließend gebannt Ashots Fahrkünste, denn auch das Ausfädeln aus dem Hotelgelände verlangte höchste Präzision. Wir fuhren nach Dsegh, dem Geburtsort des bedeutendsten armenischen Poeten und Schriftstellers des 19./20. Jahrhunderts Howhannes Tumanjan. Auf dem zentralen Platz von Dsegh steht ein Denkmal von ihm und diverse Plastiken der Hauptfiguren aus seinen Märchen und Romanen. Auch berühmte Fabeln stammen aus seiner Feder.

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Wolga vor Märchenfigur________Schiefer Kreuzstein____________Großer Friedhof

Hier oben, beobachteten wir, sind sämtliche immer noch fahrtüchtigen, alten Wolgas mit riesigen, fest verankerten Dachgepäckträgern ausgestattet. Sehr praktisch. Und immer wieder ins Auge fallend sind die überirdischen Gasrohre20190828_094247.jpg
Gasrohr vor Fußballfeld
. Total sicher. Über freie Acker- und Weideflächen, vorbei an einem nicht prominenten, aber um so schieferen Kreuzstein, wanderten wir hinüber zum Tal. Dabei fiel uns auch der riesige Friedhof des Dorfes auf. Er war auf einem Hügel liegend, von der Kapelle noch überragt, weithin zu sehen.

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Kreuzsteine____________________Zutrittsportal___________________Seitenkapelle

Dann tauchten wir in den Wald an den Talflanken des Flusses Marts ein. Auf schattigen Pfaden, die uns horizontal zur Ruine des Klosters Bardzrakash führten, kamen wir an vielen Kreuzsteinen und kleinen rituellen Installationen vorbei. Die Ruine selbst bietet sehenswerte künstlerische Details, die trotz des herrschenden Choas gut erhalten ge­blie­ben sind.

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Drei Kapitelle

An der Talstraße angekommen erwartete uns schon Ashot, damit wir die kurze Wegstrecke bis zum Fuße des Klosters Kobayr nicht per Pedes die Straße entlang laufen mußten. Durch offensichtlich ziemlich alte Terrassengärten stiegen wir hinauf zum Kloster. Be­stimmt wurden sie in früheren Zeiten von den Mönchen bewirtschaftet, denn andere land­wirt­schaftliche Flächen gab es hier nicht. Nach dem kräftezehrenden, da steilen Aufstieg wurden wir zum einen mit einem wunderbaren Ausblick auf das Tal mit dem Fluß Debed und zum anderen mit den interessanten Fresken über dem Altar belohnt.

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Alles wird gestützt__________Beeindruckende Farben______________Archaische Technik

Hier wurde Jesus nicht über seine Jünger gesetzt sondern auf Augenhöhe dargestellt. Die Kirche selbst besteht wie auch alle anderen Gebäude aus Lavagestein. Die Künstler hatten damals schon eine Grundierung entwickelt, die keinerlei chemische Reaktionen des Gesteins mit den später aufgetragenen, natürlichen Farben zuließ. Dadurch wirken diese Fresken frisch, obwohl sie bisher nie restauriert wurden.

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Schlauchboot auf dem Debed

Vom höchsten Punkt des Klosters, ei­nem kleinen, überdachten Turm ge­nos­sen wir den Ausblick auf die Anlage und die Umgebung, bevor wir uns wieder auf den Abstieg begaben. Yasha war et­was zu schnell für uns. Dadurch ka­men wir zwar vom vorgegebenen Wege ab, passierten aber ortsansässige Honig­stände des Vertrauens, einen Stein­metz, der seine Verschnitte zur Befe­stigung des Weges sozusagen der All­gemeinheit zur Verfügung stellte und hatten auf dem kürzeren Weg auch noch Yasha und Martina überholt, ohne sie eingeholt gehabt zu haben. Klasse.

Der Weg zum Hotel war nicht weit. Allerdings kamen wir diesmal aus der anderen Rich­tung, was Ashot allerdings keinerlei Kopfzerbrechen bereitete. Auch diesmal meisterte er die schmale Brücke ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Nun hatten wir anderthalb Stunden Zeit, uns auf den Besuch der SMART Scool vor­zu­bereiten und körperliche Bedürfnisse zu befriedigen. Das Bier zischte und wir holten die noch mitgenommenen halbe Restmelone, Pflaumen und Tomaten aus dem Zimmer. Leider mußten wir den größten Teil der Melone entsorgen, aber was übrig blieb erfrischte die Gesellschaft und wurde dann auch alle. 14.30 Uhr brachen wir zum Besuch der Schule auf, an der wir vorhin schon vorbeigefahren waren.

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Die Fassade______________Im Auditorium__________________Ein Atelier

Schon von Weitem hatte mich die originelle Architektur des armenischen Architekten be­ein­druckt. Wir wurden von der Organisationschefin empfangen. Die Reisegruppe wollte doch lieber eine Führung auf Deutsch bekommen anstatt einer englischen, also durfte Yasha die armenischen Vorträge übersetzen. Zuerst wurden wir ins Auditorium geführt, wo uns zwei englischsprachige Werbevideos gezeigt wurden. Unsere Betreuerin erklärte, wie es überhaupt zur Gründung dieser Anstalt kam. Ein Diasporaarmenier besuchte ein Dorf in der Nähe und bekam schrecklichen Durst. Als er an einem Haus klopfte und um Wasser bat, konnte ihm der arme, alte Mann nicht helfen, da er keines hatte. Das traf den Durstigen hart und brachte ihn auf die Idee zu helfen. Das sollte nicht nur durch den Bau einer Wasserleitung geschehen sondern auch durch eine verbesserte Ausbildung.

Dabei ist die Smart School keine wirkliche Schule im Sinnecimg6225.jpg
Ausformulierte Zielstellung
der Absolvierung mit Ab­schluß­zeugnisssen. Hier geht es um die Aufdeckung, Entwicklung und Förderung der Neigungen und Talente der angenommenen Bewerber. Als zusätzliche Ausbildungsstunden zur Schule sind auch die Kinder aufgefordert, sich voll zu engagieren. Das alles steckt noch in einer Testphase und hat man die optimale Struktur mit den entsprechenden Prozessen fixiert, sollen weitere solcher Einrichtungen im Lande aufgebaut werden. Wir können den Leuten und der dahinterstehenden Organisation nur das Beste wünschen. Unsere ursprünglich wirklich niedrigen Erwartungen an diesen Besuch waren total in das Gegenteil umge­schla­gen. Erstaunlich, was hier so auf die Beine gestellt wird.

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Ziemlich monströs_____________Am Haupteingang_____________Skulptur am Fluß

Zurück im Hotel trat unser Durst in den Vordergrund. Das Bier nahmen wir auf der nur noch leicht nach Benzin riechenden Terrasse ein und tauschten unsere Eindrücke des Ta­ges aus. Nach Tagebuchergänzung, Duschen und Umkleiden aßen wir zu Abend. Es gab Hähn­chen unter Gemüse begraben. Es schmeckte besser, als es aussah. Siggi und Rein­fried waren heute so geschafft, daß sie nach dem Essen ihr Zimmer aufsuchten.

Bari Gischér!

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