Schweiz - 6. August 1999
Mountain Biking

- Das ist wirklich Mountain Biking
Als wir uns alle gestärkt hatten, teilten sich unsere Wege. Maximilian lieh sich ein Rad inclusive Helm aus und düste ab in Richtung Bergwelt. Heidi und ich fuhren zum Einkaufen und Tanken nach Chur. Es klappte alles prima und Maximilian kam pünktlich und abgekämpft zum Mittagessen. Er war bis kurz unterhalb des Piz Scarlottas geradelt und dann wieder hinab. Zur Speisekarte: es gab Bündner Fleisch, Melone und Knoblauchbrot. Herz oder besser Gaumen, was willst Du mehr? Nach dieser leichten Mahlzeit, wir wollten die Seilbahn nicht überlasten, fuhren wir auf das Rothorn (2861m ü.N.N.), von wo aus Maximilian mit dem Rad zu Tal jagte. Wir beobachteten ihn mit dem Fernglas aus luftiger Höhe. Mit gebührender Vorsicht bewegte er sich auf den Hochgebirgswegen. Einmal glaubten wir schon, es hätte irgendetwas nicht geklappt, denn Maximilian warf seinen Helm ab und das Fahrrad an den Rand, ging 50m des Wegs zurück und hockte sich hin als suche er etwas. Dann ging er zurück zum Rad und fuhr doch weiter.

- Diesen Weg fuhr Maximilian

- Und von der Bergstation sahen wir zu
Wie er uns später erzählte, hatte er nur ein paar Fotos gemacht (siehe oben) und uns ein klein wenig Sorgen. Dadurch hatten wir die Seilbahn verpaßt und mußten weitere 30 Minuten die herrliche Aussicht genießen. Ich ging noch mal schnell zum Ostgipfel (2899m) und wieder retour. So kamen wir zurecht zur nächsten Talfahrt. Im Tale angekommen, paßten wir den Sportbus ab und fuhren nach Lenzerheide. Im Verkehrsbüro erkundigten wir uns noch nach Parkmöglichkeiten für den nächsten Freitag, aber so richtig ergiebig waren die Auskünfte der 14- bis 15-jährigen Informanten nicht. Wir bummelte noch ein wenig durch Lenzerheide, erstanden ein sehr gutes Schweizer Kochbuch und ließen uns jeder einen Eisbecher schmecken. Dann ging's mit dem Sportbus heim, wo Maximililan schon auf uns wartete. Er vertreib sich die Zeit mit dem Fernseher und dann kämen ja auch bald die Simsons... Wir konnten Maxi zwar kurz loseisen, um im See baden zu gehen. Es blieb aber leider dabei, daß er auf unsere Sachen aufpaßte.
Heidis göttlicher Blumenkohlauflauf riß uns alle aus unseren Regeltätigkeiten (Lesen, Tagebuchschreiben, Fernsehen) und machte uns rundum satt und faul. Nichts destotrotz holte ich den letzten nachhängenden Tagebuchtag noch auf, als Maximilian hinterhältig fragte "Weißt Du, wer heute Fußball spielt?". "Nein". "Hertha gegen Barcelona und DSF überträgt!" Ich brachte trotzdem noch alles zu ende, was mich allerdings das erste Tor verpassen ließ. Man muß hald Opfer bringen. Anschließend zeigten sie noch die Zusammenfassung von Leverkusen gegen Mailand. So kann man den Leuten auch die Zeit rauben. Die Spiele waren ja nicht schlecht, aber wir haben bisher noch nicht einmal gescrabbelt. Das liegt wahrscheinlich aber auch am zu guten Wetter. Jedenfalls ließ mich dieser Gedanke etwas nachdenklich zu Bett gehen.
Jost



