Gewitterstimmung

Sonntag
8. August 1999

 

Sonntag

Ganz gemütlich ließen wir den Tag angehen. Zur Abwechslung begannen wir mal mit dem Frühstück. Die Sonntagseier hatten wir allerdings schon gestern. Da es sowieso regnete, widmeten wir uns der Hausarbeit und Aitmatow. Auch die Urlaubskarten haben wir zu 99% erledigt. Nach einem kleinen Mittagsimbiß schafften wir Maximilian ins Hallenbad. Allerdings hatte sich das Wetter nun kurzfristig doch gegen den Regen entschieden und ließ die Sonne in immer kürzeren Abständen durch die Wolken. Der Bus kam nämlich nicht. Und so erwies sich der Wetterumschwung als beste Voraussetzung, nach Dieschen zu laufen. Wie sich später herausstellte hatten wir den Fahrplan nur verallgemeinert (12,42,...) und die gewerkschaftliche Mittagspause nicht berücksichtigt. Der Sportkomplex besteht aus einer großen Eissporthalle, in der Denis Spielmanns Nachfolgerinnen trainierten, einem Schwimmbad mit 25-Meter-Bahnen aber 50-Meter-Rutsche, Sauna, Fitness und so. Heidi und ich entschieden uns gegen das Minigolf und gingen noch etwas spazieren. Am Kino schauten wir nach den Anfangszeiten und beim Bäcker frischten wir unsere Vorräte auf und stillte unseren Appetit. Nach dem Erwerb einer letzten Ansichtskarte begaben wir uns mit dem Bus zu unserer Residenz, wo wir vornehmlich lasen, bis Maximilian abgerutscht und am Schienenbein leicht lädiert heimkam. Unseren vorbereiteten Zettel konnten wir jetzt wieder vernichten und ihm die Nachricht, daß wir ins Wasser gehen würden mündlich zukommen lassen.

Herrlich, herrlich, zum Abendbrot gab's einen sonntäglichen Festtagsschmaus "Braten von ????" mit Polenta an Salat. Und die Sauce war ganz was Besonderes. Maximilian war noch immer voller Elan und so ging's auf die Wiese vorm Haus zum Federballspiele. Eine halbe Stunde war für uns beide dann eine ausreichende Vorbereitung auf unseren abendlichen Kinobesuch. "Instinct" mit Antony Hopkins, Donald Sutherland und vielen anderen guten Schauspielern wollten wir uns anschauen. Zu Fuß konnten wir uns danach nicht entschließen, durch den dunklen Tann zu tapsen. Deshalb spazierten wir am Westufer nach Norden und werteten den Film aus. Ganz abgesehen davon, daß Maximilian empört darauf hinwies, wir mögen ihn doch nicht mehr beim Namen rufen, wenn fremde Leute in der Nähe wären. Von da an nutzten wir jede Gelegenheit, ihn zu rufen, denn es waren ja keinerlei Leute mehr unterwegs. "Jetzt übertreibt ihr wieder!" war seine Reaktion.

Wir saßen jedenfalls noch einige Zeit bei Kerzenlicht auf dem Balkon und kamen immer wieder auf den Film zu sprechen. Als der aufkommende Wind uns dann die Kerzen auspustete, kamen wir seinem Wunsche nach und bliesen auch, aber zum Zapfenstreich. Man konnte schon nachdenklich werden nach diesem Film und trotzdem gut einschlafen.

Valid CSS!