Slowenien - 9. September 2017
Stubenarrest
In der letzten Nacht war der Gast aus Apartment 1 abgereist, wovon wir nichts hörten. Die Ablösung traf schon um 7.30 Uhr ein, was wir sehr wohl hörten. Es handelte sich nämlich um die Tochter des Nachbarn aus Appartment 3, was die Begrüßung nicht gerade gedämpft ausfallen ließ. Andererseits war dieser Weckdienst unser Glück, denn der Himmel war noch wolkenlos, was uns zum Bade ermunterte.
Das sollte auch der letzte Sonnenblick der nächsten Tage gewesen sein. Als wir an die bisher genutzte Badestelle kamen, trieb überall Seegras herum, als wäre jemand mit dem Seegrasmäher unterwegs gewesen. Wir beschlossen, den Einstiegsort zu wechseln, und gingen hinüber zum offiziellen Badestrand. Dort war ein dienstbarer Geist damit beschäftigt, das auf die Uferpromenade gespülte Seegras zusammenzukehren. Hier war es angenehmer, ins Wasser zu steigen.
Bald nach dem Schwimmen begann es zu regnen. Bei den Nachbarn war immer von einem Supermarktballungsraum die Rede gewesen. Neben einem slowenischen Agrarmarkt sollen noch drei weitere Ketten dort ihre Hallen betreiben. Lidl, Eurospin und Tus/Tedi, ein „alles außer Lebensmittel”, buhlten um die Gunst der Kunden. Jedenfalls frequentierten wir außer Tus alle Geschäfte.
Im Agrarie Koper gibt es die Möglichkeit, den hiesigen Wein direkt selbst abzufüllen. In Stara Fužina hatten wir das ja in unserer Gostilna schon praktiziert und waren sehr zufrieden gewesen. Das werden wir nutzen, wenn unsere Vorräte zur Neige gehen. Aber Salz von der Saline nahmen wir gleich mit.
Dann fuhren wir die hundert Meter zum Parkplatz von Eurospin, denn es goß heftig. Das mediterrane Angebot ist stark ausgeprägt und günstig. Im Parkhaus von Lidl regnete es nicht. Auch im Markt selbst gab es keine Überraschungen. Mit aufgespanntem Regenschirm gingen wir die fünfzig Meter zu Tedi.
Hier gibt's schon Weihnachtsschmuck und -geschenke. Wir erstanden ein paar Bürsten, eine Käsereibe und einen Sommerhut für alles in allem 10,-€. Als wir den Markt verließen, hörte es auf, langsam zu regnen. Also bestellten wir uns zwei Cappuccini im angeschlossenen und somit trockenen Fußes erreichbaren Café. Als diese ausgetrunken waren, meinte der Regen, er könnte sich noch steigern. Dazu hatte er sich zusätzlich noch den Wind zur Hilfe geholt. Und wir bestellten eine weitere Runde des Heißgetränkes. Anders als erhofft, ließen die Wetterunbilden nur unwesentlich nach und ich entschloß mich, das Auto hierher zu holen, um Heidi ein halbwegs trockenes Einsteigen zu ermöglichen.
Durch Portorož fuhren wir mit den vorgeschriebenen 30 Stundenkilometern durch den Regen. Die gestern beschriebene Eierspeise gab's erst heute. Nach dem Essen machten wir es uns auf dem überdachten Teil der Terrasse so gemütlich, wie es eben ging. Heidi las, ich schrieb Tagebuch und las auch etwas Heinrich Böll. Als sich dann zusätzlich zum Regen erneut heftiger Regen gesellte, wurden wir endgültig von der Terrasse vertrieben.

- Das Wohn- und Schlafzimmer
Leider ist unser Appartment für solches Wetter überhaupt nicht geeignet, denn es fehlt an Sitzmöbeln. Wir mußten uns also aufs Bett setzen. In den Fernseher müßten wir eigentlich noch weitere deutschsprachige Programme reinkriegen, meinte der Nachbar. Der Vermieter hätte ihm sogar MDR abgespeichert. Ich versuchte ersteinmal, die Senderliste zu aktualisieren, was das Gerät angeblich auch abspeicherte. An der Senderliste hatte sich enttäuschenderweise nichts geändert. Im Internet suchte ich nach dem Kabelanbieter, der mehrere Pakete anbot. Über die Hilfefunktion des Fernsehers fand ich endlich auch die Möglichkeit, eine neue Senderliste zu generieren oder die vorhandene anzupassen, was ich dann auch tat. Allerdings konnte ich keine regionalen ARD-Sender finden, dafür aber arte, 3Sat und das Erste. Das genügte. Wenn nichts Gescheites lief, blieben uns immer noch die Mediatheken der Sender, deren Angebote ich über den Laptop und via HDMI-Kabel auf den Bildschirm zaubern konnte. Wir schauten einen alten „Wilsberg” und ich dann abends „Das aktuelle Sportstudio”. Immerhin.
Lahko Noč!



