Slowenien - 6. September 2017
Rund um die Rudnicakuppe
In Mailas zwanzig Jahre alter Karte war der Wanderweg No 4, einmal rund um den Rudnicaberg eingezeichnet und der erschien uns eine gute Wahl fürs Abwandern in den Julischen Alpen. Es würde eine gemütliche Runde werden ohne große Höhenunterschiede. Und Geld mußten wir noch holen, denn die noch offenen 543,-€ sollten wir in bar bezahlen. Um 10.45 Uhr begannen wir die letzte Runde. Nach dem Durchqueren des Ortes in Richtung Süden überquerten wir die Mostnica an der Brücke. An dem Bitumenweg reihten sich noch diverse Gästewohnungen und -häuser aneinander. Einige schienen allerdings Sommerschlaf zu halten.

- Fahrradwegvarianten
Und der Wanderwegbelag blieb konstant bituminös. Das war dann auch kein Wunder, denn der Wanderweg war zwischenzeitlich zum Familienradweg umgewidmet worden. Es gibt zwei Arten von Fahrradwegzeichen hier. Das eine ist rund, das andere quadratisch und sonst identischen Inhalts. Wir konnten es uns nur so erklären, daß das Runde keinerlei weitere Verkehrsteilnehmer zuläßt, beim quadratischen aber schon mal Kraftfahrzeuge auftauchen dürfen.
Es gibt unterwegs diverse Rastplätze, einer sogar überdacht, und einen Einstiegsparkplatz in Brod. Gottseidank konnten wir hier hinter dem Ort auf den alten Wanderweg mit dem dafür typischen Untergrund wechseln. Und prompt kam uns auf dem schmalen Weg ein Trecker mit einem holzbeladenen Hänger entgegen. Der maximal 14-jährige Fahrer beförderte seine durchaus wackelige Ladung sehr umsichtig an uns vorbei gen Tal. Uff.

- Triglavblick

- Am Rastplatz
Als wir aus dem Wald heraus auf die Wiesen des breiten, sattelartigen Überganges zum Nachbartal traten, grüßte uns schon wieder der Triglav. Ein tolles Bild eröffnete sich auch weiterhin nach dem anderen. An einer Sitzecke, die scheinbar von den Bauern für ihre Mahlzeiten genutzt wird, legten wir eine Rast ein. Weiter oben, kurz bevor es in Richtung Strednja Vas wieder abwärts ging, kamen wir mit einem älteren Mann ins Gespräch, der uns mit „Guten Tag!” gegrüßt hatte. Er stellte gerade Weidestangen für die Elektroumzäunung auf. Er sei jetzt Rentner und wollte seine Rindviecher noch mal umstellen. Er habe zwar noch etwas Futter, aber da dieses Jahr wegen der Trockenheit nur die Hälfte geerntet werden konnte wie das Jahr zuvor, müßte man alle Möglichkeiten nutzen. Seine Theorie sei, daß die Regengebiete sich vom Süden (südlich der Alpen) in den Norden verlagert hätten (Norwegen). Klimawandel? Wer weiß? „Aufwiedersehen!”
- Kurzgeschorene Wiese________Slowenischer Hochsitz________Bisserl eng
Wir gingen also weiter in besagter Richtung
???, machten den kurzen Versuch, eine Abkürzung zu nehmen, die wie so oft in einer Sackgasse, hier an einer Felskante,
endete. Endlich trafen wir im Tal wieder auf den Radrundweg. Nichts zu machen. Wir umgingen Strednja Vas und hielten die Richtung Studor in der Hoffnung, daß in den letzten
20 Jahren jemand den unternehmerischen Gedanken einer Restaurantgründung umgesetzt haben würde. Und da war es wieder das viereckige Fahrradwegschild und dann auch ein
Schild an einem Reiterhof, das Getränke anbot - unsere Rettung.
- Windharfe__________________Schwarzes Schwein__________Altes Bauernhaus
Zwei Schulmädchen waren direkt vor uns den Pfad zu einer überdachten Terrasse hinabgegangen. Sie gehörten hierher und und brachten uns auf unsere Bitte hin zwei Bier. Der Vater kam kurz darauf und öffnete für mich das WC. Dabei handelte es sich um ein gefliestes Herzhäuschen in etwas wackeliger Fasson. Wir bekamen frisch gepflückte Pflaumen angeboten, die süß und safig waren. Die Mädchen lösten ihre Englischhausaufgaben und wir unterhielten uns mit dem Vater, der uns erzählte, daß er hier schon über mehrere Jahre im August ein Rockkonzert orgnisiere. Es wird hauptsächlich von seinem Freund bestritten, der in Slowenien ein sehr bekannter Musiker ist. Was man so unverhofft alles erfährt und kennenlernt, ist immer wieder überraschend.
- Unverwüstlicher TAM 125T____Künstlerheim________________Hübsche Kate
Schnell waren wir wieder ins Stara Fučina und nahmen einen enttäuschenden Snack neben dem Mercator. Da ist unsere Gastinja von ganz anderem Kaliber. Dann wurde Geld geholt, die Koffer gepackt und soweit alles vorbereitet, daß wir morgen ohne Streß würden aufbrechen können. Nučka war garnicht vor Ort und so nahm ihr Mann das Geld entgegen.

- Mach mal Pause!

- Ganz schick
Die Luft war warm und mild, was uns zu unserem Abschied einen Platz auf der Terrasse wählen ließ. Diesmal telten wir uns den Lammteller, den Chopsker Salat und abschließende den geliebten Superkuchen. Ich fotografierte weitere Brotkorbhühnerrassen und trank mit Heidi einen letzten Blaubeerlikör. Wir verabschiedeten uns herzlich von der Belegschaft, immerhin hatten wir sieben der zehn Abendessen hier eingenommen, ohne ein Hauptgericht zweimal bestellt zu haben, was für die gute Küche spricht.
Über unsere erste Station kann man sagen, daß Stanko Rabič ideal gelegen, sauber und ordentlich und die nächste, urige Kneipe nicht weit ist. Das Frühstück macht man besser selbst, wobei die Rühreier mit Pfifferlingen Spitze waren. Dafür ist der Kaffee eher dünn, der Saft eher ein Fruchtgetränk und Wurst samt Käse alltäglich. Muß man ja auch nicht nutzen, das Angebot.
Lahko Noč!



