Sizilien - 26. Mai 2006
Das Abschiedsessen
Heute ist unser letzter Tag in Marina di Ragusa und wir freuen uns schon auf den Abschiedsabend mit Salvatore und Lucia. Gleichzeitig ist jeder Abschied auch mit etwas Trauer verbunden, wenn es denn eine so angenehme Zeit war. Aber vorher sollten wir uns endlich um die Mitbringsel für die lieben Daheimgebliebenen kümmern. Ragusa schien uns von der Angebotsvielfalt her, die besten Möglichkeiten zu bieten und dann ist da auch noch die Banca d'Italia, wo es vielleicht die begehrten Sonderprägungen geben könnte. Nach Ragusa kamen wir schnell, aber einen Parkplatz in der City zu finden, ist ein reines Geduldsspiel. Wir als verwöhnte Garagenparker kurvten um die Häuser. Jedes Karré hat vier spannende Kreuzungen. Und ein Karré definiert sich hier vor allem über die Einbahnstraßen. Anfangs kurvten wir parkplatzsuchend herum, verloren aber nie die grundsätzliche Orientierung. Daurch wurde uns an einer Stelle plötzlich klar, daß wir vom Kurven zum Kreisen überzugehen hatten. Man stelle sich vor, eine Seite einer jeden Straße ist eigentlich zum Parken freigegeben. Ob überall ein Löschfahrzeug mit dem restlichen Platz auskommt, ist nicht unbedingt klar, denn die durchschnittliche Fußwegbreite - von Bürgersteig kann hier keine Rede sein - beträgt ca. 40 Zentimeter. Daß man bei bei vollgeparkter rechter Seite an einem links, fast hochkant geparkten Mercedes noch vorbeikommt, ist schon schwierig. Leider ist man an dem gerade ausparkenden Auto auch schon vorbei. Der Versuch, schneller das magische Karré zu umrunden, als ein anderer Parkplatzinteressent die Lücke gefunden haben würde, scheiterte am ehemals hochgekanteten Mercedes. Das war gar kein steinreicher Sonstwoparker, sondern ein abgefeimter Parkplatzsucher, der genug Zeit hatte, abgeduckt hinter dem Lenkrad alle an der Nase herumzuführen. Egal, 100 Meter weiter hatten auch wir Glück und genügend Platz, unser Gefährt sich selbst zu überlassen.
Das mit den italienischen Sonderprägungen klappte nur zu 2/3, wenn denn svens Informationen stimmen und es wirklich drei davon gibt. Heidi wurde schon ungeduldig, aber alles braucht seine Zeit. Wir durchstöberten die Stadt nach einer beliebigen deutschen Tageszeitung. Die permanent mangelnde Nachfrage ersparte uns den Kauf einer solchen. Keramikläden hatten nicht die gesuchten kleinen Krüge. Nur ein Eisen- und sonstige Warenverkäufer konnte Heidi für ein Nudelrädchen vom Feinsten 1,50 € entlocken. Ihr werdet die damit geschnittenen Pasti noch essen! Irgendwie haben sich die Handelssparten auch konzentriert. Eine Straße ist für Uhren und Schmuck prädestiniert, die nächste für junge Mode. Pränatale Mode an der Ecke paßt dann sehr wohl. Endlich fanden wir die Schuh-, Kleinmöbel und Küchengerätestraße. Bis auf die Schuhe war nichts fürs Flugzeug dabei. Für die Jungs brauchten wir noch was Süßes. Das fanden wir gerade so nebenbei. Dies und das und jenes wurde eingepackt und an den Törtchen kam ich nicht vorbei. Walderdbeeren auf Schlagsahne, da war mir jeder Teig recht. Heidi entschied sich für weniger (2) Erdbeeren mit angepaßt weniger Schlagsahne. Il Chef wies darauf hin, daß Rum im Rezept vorkäme, aber daß das Teil eigentlich nur als gut getarnte Hülle für 'nen Doppelten fungierte, merkten wir erst beim Genuß von "La Bomba". Zum Glück war es ein gutes Stück Weges bis zum Auto und so würde ich dann sicher auch wieder nüchtern sein. Wir kamen gut und wohlbehalten aus der Stadt heraus und in Marina an, nur daß natürlich Lucky seinen Nachbarhunden wieder was vorkleffen mußte, wie clever er doch sei. Melanja holte ihn zurück und wir packten unsere Neuerwerbungen aus. Ich schrieb noch ein wenig, was mich aber nicht so ermüdete, daß ich hätte schlafen können, zumal Lucky als Urlauberhund sich wieder zu meinen Füßen einrichtete. Dann trafen Lucia und Salvatore ein. Wir begrüßten uns auf's Herzlichste. Lucia war eine Woche in Spanien und hatte dadurch sozusagen eine Woche Sizilien verpaßt. Wir verabredeten die Abfahrt zum gemeinsamen Abendessenfür ungefähr 20.00 Uhr. Salvatore würde chauffieren, sodaß wir uns keine Einschränkungen würden auferlegen müssen. Aber es gab noch viel zu tun, denn am nächsten Morgen wollten wir möglichst nur noch das Auto mit dem Gepäck beladen und uns in Richtung Santa Domenica verabschieden. Es gelang uns in diesem Falle, unsere Vorsätze einzuhalten.
- Lucia und Heidi_______________Davon hatten wir zwei__________Enzo raucht
Wir starteten, nachdem Heidi ihr wärmendes Tuch noch geholt hatte, pünktlichst um 20.03 Uhr von der "Casa Lucia" in Richtung Ibla. Das dachten wir ursprünglich. Es gab nämlich noch eine angenehme Überraschung, Bettina und Enzo hatten sich mit Lucia und Salvatore verabredet. Nur fiel Salvatore erst beim Eintreffen in Nuova Fontana ein, daß sie ja eigentlich schon um 20.00 Uhr hier sein sollten. Piano, Piano! Die Gäste der beiden - Markus und Nadine - waren natürlich auch mit von der Partie. Wir parkten weit unterhalb Iblas, was zumindest uns nicht in Atemnot brachte. Das "Il Barocco", an dem wir schonmal zur Mittagszeit vorbeigekommen waren, war das Ziel. Nach einigem Stühle- und Tischerücken konnten wir den lauen Winterabend im Freien genießen. Wir einigten uns auf die Grillplatte des Hauses, was auch den Wein einschloß. Gemüse und Fleisch in vielen Varianten war eindeutig die beste Wahl und wir zehrten lange davon, nachdem Enzo die Abräumversuche der Kellner abgewehrt hatte.
- San Guiseppe________________Superoberlecker______________Der Grappa danach
Das Ambiente wurde durch die Motorradgang, die sicher gern hier Platz genommen hätte aber nur lautstark vorbeifuhr, nicht im Geringsten gestört. Den Absacker und/oder auch ein Eis nahmen wir dann in Michèles "Gelati e Vini". Seine Frau Rosalia, die uns bei unserem ersten Besuch so nett bedient hatte, war schon daheim. Das Eis ist so aromatisch und wohlschmeckend, daß man bei der Auswahl selbst mit geschlossenen Augen keinen Fehler machen kann. Und der Grappa schließlich animierte mich zum Nachkauf. Ich werde ihn in Berlin genießen dürfen. Auf diversen Umwegen tappten wir zurück zu den Autos Markus und Nadine fotografierten fleißig noch echt mit Film. Vieles hatten wir schon bei Tage abgespeichert, aber bei Nacht wirkt das alles ganz anders. Toll war auch der italienisceh Gospelgesang in St. Gorgio, wo die Mitternachtsmesse auf ihr Ende zulief. Viele Schritte und Bilder später kamen wir an den geparkten Limousinen an.
- Der Dom____________________Mitternachtsmesse mit Gospels___San Giorgio Vecchio
So ein schöner Abend zum Abschluß des Ragusaner Urlaubsabschnittes - wir werden alles in bester Erinnerung behalten. Kurz nach Einsewünschten wir vor allem Salvatore einen gesegneten Arbeitstag und setzten uns ein latztes Mal bei Nacht auf die Terrasse. Es dauerte noch ein kleines Stündchen, bis wir bereit waren, loszulassen.
Buona Notte!
Jost



