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Nébida

Sonntag
13. Mai 2012

 
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Die Bergbauregion

Beim Duschen gab Heidi einige Unmutsäußerungen von sich. Der Duschvorhang war verklebt und zwar von Schimmelsporen. Dann schwankte auch noch die Wasser­temperatur. Nun gut, wir werden einen Wunschzettel schreiben. Unser erstes Frühstück nehmen wir gegen 8.00 Uhr ein. Wir bestellen Kaffee und Milch sowie Brot und Butter zu dem schon aufgetischten Zwiback nebst Obst. Marmelade wird in den praktischen aber umweltunfreundlichen Hotelschächtelchen angeboten. Bis der Kaffee frisch gebrüht ist, tun wir uns an den Früchten gütlich - Apfel und -sine. Naja. Der Kaffee ist stark und die Milch heiß, also ein typisch kontinentales Frühstück würde ein Brite sagen.

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Am Belvedere

Da heute unser erster vollständiger Tag auf Sardinien ist, wollen wir auch gleich eine erste kleinere Wanderung unternehmen. Gut gestärkt fahren wir nach Nébida, wo die Wanderung 49 unseres Rother Wanderführers in die Tat umgesetzt werden soll. Heidi ist begeistert von den vielen Kurven. Sie erwähnt die Bushaltestelle und da dort Parkplätze frei sind, halte ich gleich an. Wie sich herausstellt, handelt es sich hier nicht um die im Reiseführer gepriesene Piazza Belvedere sondern den zentralen Platz des Ortes. Der Kneiper schaut finster und beantwortet meinen Gruß nicht. Wahrscheinlich habe ich einem potentiellen Kunden den Platz weggeparkt, der aber zur Zeit noch in der Kirche abhängt - keine Ahnung. Nach dem Schuhwechsel begeben wir uns hald zu Fuß zum offiziellen Ausgangspunkt der Wanderung zum Monte Sai. Einige kleine Geschäfte sind sogar am sonntäglichen Vormittag geöffnet, ob der Herr das in Ordnung findet?

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Lamarmora
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Blick entlang der Küste

Dann machen wir schon den zweiten "Fehler" und laufen entgegen dem Uhrzeigersinn um den Berg. Wir lassen uns auch nicht von den angebotenen Genüssen des Cafés von unserem Wege abbringen. Da der Weg rund ist, kommen wir auch so zum Abstieg, der uns der ehemaligen Erzwäscheanlage Lamarmora näher bringt. Die 400 Stufen abwärts meistern wir bestens. Der Blickwinkel auf die tolle Küste und Felsen im Meer ändert sich laufend. Bis zum Verladelager gelangt man allerdings nicht mehr, da sind einige Zäune vor.

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Porto Ferro________________Dickblättrige Schönheit_______Steinmännchen

Ansonsten kamen wir wieder an der Piazza Belvedere an und mußten in Richtung Ortsmitte also Auto laufen. Unterwegs erwarben wir wie nebenbei zwei Strandmatten und verbrachten diese ins Auto. Jetzt war der Parkplatz voll, wie wohl auch die Kneipe. Gleich hinter dem zentralen Platz begaben wir uns auf den Abstieg in Richtung Porto Ferro. Wir erfreuten uns an der aufblühenden Natur und den schönen Aussichten. Am Porto Ferro versandte ich die Ankommens-SMS an unsere Söhne. Von nun an ging es wieder bergan.

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Die Bucht von Masua mit Porto Flavia

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Wie aus Stein gemeißelt
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Das Bergwerksmuseum

Vom Monte Sai hat man einen sehr guten Blick auf das Bergwerksmuseum von Masua. Sardinien muß nach den tausende Jahre anhaltenden anhaltenden Bergbau so durchlöchert sein, daß ein Schweizer Käse vor Neid erblaßt. Was hier an Ruinen allein von Bergwerken herumsteht, ist nicht zu übersehen.

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Kitesurfer in Aktion

Zurück am Auto bemerkten wir einen gewissen Appetit auf etwas Handfestes. In Fontanamare kehrten wir ein. Meine Fettuccine mit den Meeresfrüchten schmeck­ten genauso lecker wie Heidis Spaghetti mit Scampi, nur daß Heidi eine Menge Hand­arbeit oder Pulerei zu bewältigen hatte, um an den Inhalt der Krebslein zu kommen. Anschließend fuhren wir zum Strand hinüber und liefen dort ein Stück entlang. Neben den Kitesurfern trieben sich auch einige "normale" Surfer auf dem Wasser herum. Was uns sofort auffiel war, das die vietnamesischen Kitesurfer letztes Jahr kaum mit solch großen Drachen unterwegs und trotzdem häufiger in der Luft waren. Hier scheint es eher bodenständig zuzugehen, denn niemand sprang höher, als die Wellenkämme rollten. Es sah alles nach einem Anfängerstrand aus, nichts für ungut.

Leider war kein windgeschütztes Plätzchen zu finden, wehalb wir unsere neue Strandmatte schnell wieder einrollten. Als wir wieder in unserer Unterkunft eintrafen, wurde uns der Wechsel ins Nachbarzimmer angeboten. Der Umzug war in zehn Minuten vollzogen. Hier war alles in Ordnung. Und wir bräuchten uns auch nicht jeden Abend die Bäuche mit dem sehr wohl köstlichen Speisen des Menüs vollzuschlgen, wir könnten auch nur Vorspeisen bekommen oder was wir eben wünschten. So soll es sein.

Aber heute wollten wir uns den sagenumwobenen Sonnenuntergang ansehen, würden also auswärts essen. Von dem Café oberhalb der Erzwäsche gedachten wir das Einditschen der Sonne abzulichten. Zu essen gab's hier aber leider garnichts. Man empfahl uns eine Pizzeria im Ort. Am Vormittag hatte uns ein Spaziergänger auf die neue Feriensiedlung und das dort angeschlossene Ristorante hingewiesen. Die Sonnenuntergänge wären dort sehr schön zu sehen. Wir fuhren hinunter, parkten an einer in der Hochsaison undenkbaren, risorantenahen Stelle und wurden gleich von einem Junghund angebellt. Das fing ja gut an.

Auf der Terrasse saßen an einem Tisch Leute, die sich mit den Betreibern unterhielten, aber nichts verzehrten. Seltsam. Auf meine Frage, ob wir etwas zu essen bekämen, wurde mit einem Schwall von Worten eine lange Gegenfrage gestellt, von der ich nur das Ende verstand: "...oder etwa subito?" Genau, wenn's geht jetzt. Aber bitte kein Menü, Pasta würde genügen. Ja, mit Meeresfrüchten oder Fisch wäre angenehm und ein trockner Weißwein auch. Ob wir uns ein wenig im Park ergehen wollten, bis alles angerichtet sei, na gut, wir waren ja nur kurz gewandert. Der Park ist wirklich edel angelegt und gut gepflegt. Doch, es lohnte sich einen Blick hinein zu werfen. Allerdings ist der Park zu klein, auch nur das einfachste Gericht in der Begehungszeit zu kreieren. Ob wir so lange Fernsehen wollten? "Nö". Offensichtlich hatte uns die Dame nicht verstanden. Irgend ein italienisches "Wer wird Millionär?" oder so störte nur unsere Unterhaltung. Jedenfalls hatte der Koch seine Zivilklamotten wieder abgelegt und auschließlich für uns die Feuerstelle entfacht. Die Platte mit den Früchten des Meeres lehnten wir trotz besten optischen Eindrucks ab - "Solo Pasta". Die muscheligen Spaghetti waren ausgezeichnet, mal abgesehen vom salzigen Hang des Kochs. Der Wein war Spitze und der anschließende, unserem lausigen Italienisch geschuldete Gang Fisch, in unserem Fall Dorade, war ohne die salzige Haut durchaus als gelungen zu bezeichnen.

Inzwischen wurde dem Junghund draußen langweilig, die Sonne war ohne uns untergegangen, aber wir waren es zufrieden. In unserem Domizil bestellten wir uns Digestivi und ließen den Abend ausklingen. Der Küchenchef ließ uns zwei seiner leckeren Küchelchen servieren. Sehr nett! Morgen würden wir Iglesias einen Besuch abstatten und eine kleine Runde mit dem Auto drehen. Buona Notte.

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