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Urlaubsauftakt

Sonnabend
12. Mai 2012

 
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Auf zur Agriturismo

Für 9.00 Uhr hatten wir das Taxi bestellt. Am S-Bahnhof Karlshorst wird die Brücke saniert, die Straßenbahn fährt nicht und ob neben der S-Bahn auch die Regionalbahn ausfällt, wußten wir bis zur gestrigen Abendschau noch nicht genau. Mit dem Taxi ist es eh bequemer. Zwanzig Minuten vor 9.00 Uhr klingelte unser taxifahrender Nachbar und meinte, um wirklich sicher pünktlich in Schönefeld zu sein, wäre es besser, noch etwas eher auzubrechen, denn heute sei ein Fest am neuen Flughafen BER angesagt und das könnte gut besucht sein. War es aber noch nicht zu dieser morgendlichen Stunde.

So waren wir unter den ersten Passagieren am Gate, was wegen der freien Sitz­platzwahl auch nicht verkehrt war. In Reihe 22 verbrachten wir die zweistündige Flugzeit mit Zeitungslektüre und Landschaftsraten. Die Alpen hatten unter Wolken gelegen aber die Adria war gut zu erkennen. Welchem Gebirge die teilweise schneebedeckten Berge zuzuordnen sind, war uns nicht klar. Und der Ort an der Mittelmeerküste war zu klein für Livorno, zumindest meiner Meinung.

Endlich kam Sardinien in Sicht. da gab es keine Diskusion. Irgendwie mußten wir eine große Schleife fliegen, um den richtigen Landewind zu bekommen. Dadurch konnten wir uns schon einen ersten Überblick der Flughafenumgebung verschaffen. Eine Schaf­herde weidete auf der Wiese an einer Landstraße und auch eine vierspurige Straße ließ sich ausmachen. Und dann landeten wir auch schon. Das Gepäck kam zügig wieder in unseren Besitz, da es noch vor dem Verklemmen des Gurtes einer Reisetasche auf dem Band gelandet war. Auch mit dem Auto, ein Fiat Punto evo Diesel, klappte es bestens und so rollten wir gegen 13.45 Uhr vom Flughafengelände.

Dann fing das Theater an. Auf der mitgelieferten Routenplanung waren keine Ort­schaften sondern fast ausschließlich Straßennamen bei Richtugnsänderungen angegeben. Wir fuhren erstmal in Richtung Costa Smeralda, verpaßten aber den Abzweig in Richtung Westen. Einmal wenden bitte! Langsam arbeitete sich Heidi in die Navigation ein. Und da war sie wieder, die grasende Schafherde, die wir schon aus dem Flugzeug gesehen hatten, oder?

Als wir Hunger bekamen (14.30), fuhren wir an eine Tankstelle mit Bistro, aßen eine Viertelpizza Magerita, aßen Eis und tranken Wasser und Espresso (8,-€). Weiter ging's. Von Sassari wechselte das Ziel auf Mores. Die Straßen waren ausgesprochen leer, wir kamen gut voran, was noch besser wurde, als wir die vierspurige Schnellstraße erreichten. Ich mußte mich auch erst wieder auf die italienische Fahrweise gewöhnen. Auf einer fünfziger Straße mit Überholverbot wurde ich siebzig fahrend locker überholt. War mir das vor Jahren nicht schon einmal passiert? In der Höhe von Terralba mußten wir auf einer normalen Landstraße in Richtung Guspini weiterfahren. Im ortsansässigen Supermarkt EuroSpin besorgten wir uns Wasser und Kekse sowie Informationen zum weiteren Weg (17.20). Das half nicht wirklich, denn wir verfransten uns in den engen Gassen der Kleinstadt. Aber unterkriegen lassen wir uns nicht und nach ca. 10 Minuten waren wir an der erwähnten Ampel angekommen. Hinter Guspini wurde es ausgesprochen kurvig, teilweise sogar haarnadelig. Da wir dann auch den Abzweig auf die Strada Provinziale 83 nicht verpaßten, trafen wir um 18.45 Uhr im Agriturismo "Sa Rocca" ein. Für die ungefähr 300 Kilometer hatten wir nur fünf Stunden gebraucht.

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Unser Zimmer

Das Abendessen sollte es um 20.00 Uhr geben, so konnten wir unser hübches Zimmer in aller Ruhe in Besitz nehmen und uns für den Abend frisch machen. Auf meine Frage ob hier deutsch Fernsehprogramme empfangbar wären, antwortete der Rezeptionist, das müsse er erst aus­probieren. Als wir zum Essen kamen, lief irgendein italienisches Programm, es würde wohl nichts mit dem deutschen Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München werden. Na, da kann ich mich wenigstens auf die kulinarischen Köst­lich­keiten der sardischen Küche konzentrieren.

Antipasti: Ziegenkäse, Schinken, zwei Sorten Wurst, mit Gambozola gefüllte Cham­pingnons, gebratene Auberginen mit gebackenen, halben Tomaten, geheimnisvoll angerichteter Blumenkohl mit Paprika­stückchen.

Primo Piatti: Nudeln in der Form überdimensionierter Kaffeebohnen und dem Ge­schmack von Anis in einer Hackfleisch-Tomatensauce.

Secundo Piatti: In Richtung Gulasch zubereitetes Ziegenfleisch an frischestem Salat

Zum Abschluss wurden noch warme Küchelchen gereicht und Kaffee wenn's beliebte.

Alles war wirklich super zubereitet und geschmacklich klasse, nur konnten wir kaum noch "meff" sagen, so satt waren wir. Jetzt könnten wir vielleicht nochmal nach dem Fußball schauen. Offensichtlich hatte es doch niemand wirklich probiert oder auch nur bescheidgesagt, aber das war kein Problem. Bis wir allerdings das ZDF unter mehreren Tausend Kanälen (ca. 1534) gefunden hatten, dauerte es etwas. Ab der 68. Minute, es stand schon 4:1 für Dortmund, konnte ich dann immerhin noch zwanzig Minuten mit zwei weiteren Toren sehen, während nun die Crew zu abend aß. Nach der Pokalüberreichung verkrümelten wir uns in alle verfügbaren Betten, denn ein anstrengender und langer Tag forderte seinen Tribut - buona notte.

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