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Teilwanderung

Sonnabend
26. Mai 2012

 
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Immer an der Küste entlang

Für heute hatten wir uns ein Teilstück der Wanderung 21 herausgesucht. Ich hatte 2 Stunden angenommen bei 350 Höhenmetern (original 6:15h, 850HM, 20,5km). Ziel war die vielgerühmte Bucht Cala di Luna, die nur per pedes oder mit dem Boot zu erreichen ist. Nach dem Frühstück wurden noch unsere Brot- und Wasservorräte im Supermarkt aufgefüllt. Sechsundvierzig Minuten brauchte ich anschließend, um von Baunei bis zum Tunnel, der nach Cala Gonone hinüberführt (fast Dorgali), wobei optimale Verhältnisse, sprich leere Straßen, herrschten.

Wir fuhren bis hinunter ans Meer und die Cala Fiuli. Hier endet die Straße und beginnt der Wanderweg. Wir würden also die Stationen mit acht beginnend bis sechs sozusagen zurückwandern. Das sind statistisch gesehen gerade mal 20% der zehn angegebenen Meilensteine. Wir stellten unser Auto ab und liefen los. Es war wieder ein eher typischer, sardischer Weg mit kurzen, ruppigen Anstiegen und wenigen Ausruhstrecken. Dazu meinte es die Sonne gut mit uns.

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Bucht am Wege

Unterwegs trafen wir das ältere Ehepaar, das wir schon an der Cala Goloritze gesprochen hatten und das die gleiche Idee wie wir entwickelt hatte. Es war ein nettes Wandern mit dem Austauschen von Urlaubserfah­run­gen gewürzt. Sie kommen übrigens aus Spechthausen, wenn das kein Zufall ist, und gehen nie in die dort ansässige Gaststätte. Dieser Neben­satz wurde für unsere Osterwan­derungsinsider spendiert. An der Cala Fuili hieß es auf einem Schild, man könne die Cala di Luna in 80 Minuten erreichen und etwas weiter oben war dann doch wieder von zwei Stunden die Rede. Heidi vermutet ja, die 80 Minuten sind für Paddler gedacht, die bei ruhiger See und Rückenwind keine Höhenmeter überwinden müssen.

Auf dem Wanderweg geht das jedenfalls garnicht. Selbst die zwei Stunden konnten wir nicht halten. Es wurde 13.15 Uhr also letztendlich eine halbe Stunde mehr. Unser Mitwanderer aus Spechthausen bekam bei den Temperaturen (25°C allerdings im Schatten) die befürchteten Kreislaufprobleme. Wir konnten da nicht helfen und gingen schon mal weiter

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Cala di Luna

An einem Pfeiler der geöffneten Strandbar wies ein Schild darauf hin, daß zwischen 15.30 Uhr und 17.30 Uhr alle Stunde die Möglichkeit besteht, für 10,-€ mit dem Boot nach Cala Gonone gebracht zu werden und das inklusive Transfer zum indivi­duellen Parkplatz. Das könne sie sich nicht vorstellen, meinte Heidi. Jetzt gehen wir erstmal schwimmen. Nach dem Gekraxel ist das die willkommene Erfrischung. Heidi mußte gleich zwei­mal hinein. Langsam machten wir uns Sorgen, denn die Spechthausener waren immer noch nicht aufgetaucht. Und im Norden zogen dunkle Wolken auf. Es grummelte sogar ab und an. Eben konnte ich kaum über den heißen Sand ins Wasser gelangen und jetzt bedrohten uns dunkle Wolkenbänke. Bis 15.30 Uhr war noch eine knappe halbe Stunde Zeit.

Als wir den Strand verließen, begann es zu tröpfeln und ich holte Heidis altbewährten Regenschirm aus ihrem Rucksack, damit sie beim Schuhanziehen trocken bliebe. Vor der Bar saßen schon unsere Spechthausener. Sie hatten es also doch geschafft, waren baden gewesen und bereiteten sich nun seelig und moralisch auf den Rückweg vor. Da es gerade regnete, taten sie dies unter dem schützenden Dach der Bar. Heidis Cappuccino und mein großes Bier kosteten, zusammen, 7,-€ - ein stolzer Preis. Ich glaub 2,-&euro das Bier und 5,-€ der Cappuccino, oder war's umgekehrt?

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Das Taxi wartet schon
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Trocken und warm

Die Möglichkeit, sich den feuchten Rückweg zu ersparen, hatten sie noch garnicht entdeckt. Als wir sie darauf aufmerksam machten, überlegten sie erst noch, schlossen sich dann aber vernünftigerweise an. Das Boot war gut besucht, kein Wunder bei dem Wetter. Trotz Regens mußten ein paar Fotos der Küste her. Nach einer Viertelstunde Fahrt legten wir schon wieder an.

Wie komme ich nun zum Parkplatz? Einfach am Touristenkiosk melden, lautete die Antwort. Ein junger Bursche fuhr als einziger mit einem normalen Fiat zur Cala Fuili. Er nähme aber nur die Fahrer mit, was zwar Prinzip aber nicht unbedingt durchzusetzen ist. Jedenfalls war der Wagen schnell gefüllt, zumindest war der Spechthausener mitgekommen. Bei der nächsten Tour waren die Kraftfahrer nur noch zu zweit. Der zweite Fahrer schien aber mit drei Begleiterinnen unterwegs zu sein. Die kamen dann auf die glorreiche Idee, den Versuch zu starten, ob sie zu viert auf die Rücksitzbank passen täten. Das fand nun wiederum unser junger Fahrer nicht so lustig, also Abbruch des Versuches. Schnell waren wir bei unserem Auto und ich auf dem Rückweg zum Hafen.

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Regenwolken im Tal

Heidi war auch noch da. Wir verabschiedeten uns von den netten Spechthausenern und begaben uns auf den wolkenverhangenen Heimweg. Gegen 17.30 Uhr trafen wir wieder in Baunei ein, wo inzwischen die Nachbarwohnung von zwei Motorradpärchen belegt worden war. Die Würzburger parkten schön im Hof. Zu ihrem Mißfallen mußten sie nochmal los zum Supermarkt nach Tortoli und es regnete noch immer.

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Gestalterisches Chaos
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Blick ins Tal

Wir gingen kurz vor acht Uhr in die Trattoria essen. Mein Eselssteak war köstlich und Heidis Spaghetti auch. Nur die Aussicht ins Tal war verbaut worden und das Interrieur am Ende - Maximilian hilf! aber der Koch war sehr gut. Beim nächsten Mal esse ich Cavallo. Ach so, es regnet nicht mehr. Buona Notte!

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