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Wandertag

Dienstag
15. Mai 2006

 
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Wandertag im Regen

Da heute eine leichte 10 Kilometer lange Wanderung angedacht war, ließen wir uns schon um 7.00 Uhr wecken. Der Einkauf fiel etwas üppiger aus, da Wegzehrung für hungrige Wanderer mitzubringen war. Mit "Dobro Jutro!" wurde ich mal anders begrüßt. Brötchen und Brot, dem französischen Flute vergleichbar, eine Gurke, sechs Äpfel, drei Bananen und drei Bier schleppte ich in unser Domizil. Morgen würde ich den Einkaufsbeutel nicht wieder vergessen; so war unsere Urlaubskasse unnötigerweise um eine Kuna oder 100 Lipa leichter geworden.

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Capuccino zum Aufwärmen

Als das üppige Frühstück beendet, das Geschirr abgewaschen und alle weiteren nötigen Verrichtungen abgeschlossen waren, brachen wir in Richtung Gračišće auf. Heidi hatte im Internet den Weg des heiligen Simeon als Geheimtip gefunden. Die auf die ungefähr 10 Kilometer verteilten 400 Höhenmeter sollten kein Problem sein. Dafür zogen sich immer mehr Wolken zusammen, als wir Poreč in Richtung Pazin verlassen hatten. Und dann begann es zu tröpfeln, regnete sich ein und steigerte sich sogar noch ab und an zu dichten Regenwänden. Und blieb nichts anderes übrig, als in Pazin zu wenden. Dies schien der Regen zum Anlaß zu nehmen, um sich etwas zu beruhigen. Das genügte jedoch immernoch nicht, um das nahegelegene Bergstädtchen Beram trockenen Fußes zu begehen. Aber in der Tropfsteinhöhle von Baredine würde es nicht regnen. Gute Idee. Wir verließen das Regengebiet von Pazin so rechtzeitig, daß wir sogar die Außenanlagen der Höhlenwelt ohne Regenschirm anschauen konnten. Die 45,- Kuna (7,50 €) pro Nase waren gut angelegt für die 40 minütige deutsch/englische, kurzweilige Führung. Die beiden Kröten am Eingang ertrugen den Besucherstrom mit stoischer Ruhe. Einige Leute hielten sie sogar für gut gemachte Gipsrepliken. Dann tauchten wir in die Tropfsteinwelt ein. Die Besucher hielten sich erstaunlich gut an das Blitzlichtverbot. Und Motive gab es wahrlich genug. Selbst der Grottenolm ließ sich regungslos ablichten. Als wir wieder aus der Höhle stiegen, hatte sich die eine Kröte um rekordverdächtige 50 Zentimeter nach links bewegt. Oder war sie nur versetzt worden, um den Gipsfigurenanhängern den Wind aus den Segeln zu nehmen?

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Der Grottenolm________________Die Gardine____________________und die flinke Kröte

Es war noch nicht mal 12.00 Uhr und inzwischen lachte die Sonne vom Himmel. Tar wäre doch ein lohnendes Ziel und dort soll es auch einen Rundwanderweg geben, der mit 12 Kilometern Länge unseren ursprünglichen Plänen recht nahe käme, zumal keine Höhenunterschied auszumachen waren. Gesagt, getan. Heidi lotste uns nach Tar, wo wir das Auto an einem verfallenden Palazzo in der Nähe der Kirche parkten. In der Touristeninformation versorgten wir uns mit der italienischen Version des in der Villa Palma verbliebenen Wanderführers "Poreč - Tar - Vabriga". Die Sonne versteckte sich wiedermal hinter den Wolken. Unser Durst wollte auch gestillt werden, was dazu führte, daß wir auf der überdachten Terrasse der "Pizzeria Capri" platznahmen. Das Bier erfüllte seine Aufgabe bestens, das Pizzaangebot in den Speisekarten klang verführerisch und es schien auch an der Zeit, sich verführen zu lassen. Die Pizzen aus dem Holzofen waren drei Volltreffer - CapriDias/cimg6874.jpg
Pizza Capri
(mit Muscheln, Scampi und Pilzen), DiavolaDias/cimg6873.jpg
Pizza Diavola
(Salami, Schinken, Pilze, Peperoni) und PruiciottoDias/cimg6875.jpg
Pizza Pruiciotto
(roher Schinken, mitgebackener Schinken, Pilze). Es wurde kreuz und quer gekostet und alle bestätigten allen ihre ausgezeichnet getroffene Wahl. Und satt waren wir! Nur ein ausgedehnter Spaziergang konnte da Abhilfe schaffen. Lanterna, eine Halbinsel mit Zeltplatz, sollte das Ziel sein. Allerdings fiel die Einigung über den Weg bzw. die Richtung nicht leicht, da die Sonne noch immer hinter den Wolken schmollte. Prompt liefen wir nach Norden anstatt nach Südwesten. In einem Agrarbetrieb fragten wir traktorreparierende Ortskundige nach dem Weg. Sie schickten uns richtigerweise nach Süden, was uns auf die Straße zwischen Tar und Antenal brachte. Das wissen wir jetzt. Bis ein deutsches Radlerpaar von uns aufgehalten worden war, hatten wir keine Ahnung von unserer aktuellen Position. Die Überraschung war groß, als sie uns erzählten, sie kämen von Norden. Da die Straße an dieser Stelle gerade in Ost-West-Richtung verlief, war der Stand der Sonne kein nachvollziehbarer Beweis für ihre nördliche Herkunft. Sich unverstanden fühlend radelten die beiden weiter bergauf in Richtung Tar. Nach einigem Überlegen und dem erneuten Zurateziehen der Karte wurde uns schlagartig klar, wo wir uns auf derselben befanden. Kein Problem, auf der Küstenstraße würde es ein gemütliches Flanieren werden. Nur daß wir nie auf die Küstenstraße gelangten, da wir einen Abzweig, der auf der Karte unter einem Ortsnamen versteckt war, verpaßten. Auch spätere Versuche, diesen Fehler zu korrigieren, zeitigten nicht den erhofften Erfolg, sondern führten uns durch diverse Olivenhaine, in denen die Frauen Thymian für die Küche und ich Kienäppel für den Grill sammelten. Bis wir plötzlich vor dem Zaun des Zeltplatzes standen. Diesen zu umgehen dauerte eine Weile, denn der Platz ist riesig. Im Eingangsbereich des Zeltplatzes machten wir Rast, denn der Durst war schon wieder am zetern. "Ich will gestillt werden!" - wie ein kleines Kind, dieser Durst. Gut, dann bekommst Du hald Deine Apfelsaftschorle oder doch lieber ein Bier?

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Gegenüber liegt Novigrad
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Wunderschöne Aussichten

Erfrischt begaben wir uns an die Bucht von Valeta und spazierten nun doch auf der Uferpromenade von Lanterna entlang. Sämtliche Anlagen waren sehr gut gepflegt, Edelstahlleitern führten in regelmäßigen Abständen ins Wasser, wenn Geländer allein nicht ausreichend waren. Leider hatten wir heute früh die Badesachen im Haus gelassen, denn das morgendliche Wetter bot nicht den leisesten Hinweis einer Bademöglichkeit. Vom Zeltplatz wechselten in einen Ferienkomplex, wo man Bungalows oder Zimmer etc. anmieten kann. Die Ausstattung des Strandes mit Zugangsequipment und Duschen, kleinen Bars und Restaurants blieb konstant vorbildlich. Langsam sollten wir uns auf den Rückweg machen. Allerdings konnten wir den hiesigen Eingangsbereich nicht passieren, ohne den Flüssigkeitshaushalt erneut auszugleichen. Wir saßen also bei unseren Getränken als ein Reisebus vorfuhr, um Urlaubsgäste für die Heimfahrt einzusammeln. Es war schon ein trauriges Schauspiel. Ein Glück, daß wir unseren Urlaub noch vor uns haben. Und dann kam ein Linienbus, der uns doch tatsächlich in einer Viertelstunde nach Tar mitnehmen würde. Na das war doch was. Die zehn Kuna pro Nase war uns das allemal wert, nur daß der Fahrer den Zweihundertkunaschein nicht wechseln konnte. Der Arme mußte seine Pause für die Wechselei opfern. Zügig gelangten wir so wieder nach Tar, wobei die zwei anderen Empfangsbereiche (Zeltplatz, Solaris) auch noch auf potentielle Fahrgäste überprüft wurden. Unser Auto stand jetzt im Schatten,was ganz angenehm war. Auf der Rückfahrt warfen wir noch ein Auge auf das Restaurant mit Livemusik in Santa Marina. Ein späterer Besuch wird bestimmt eingeplant.

Zum Abendessen, wir waren noch immer satt von der Pizza, wurde ein mediterraner Tomatensalat gereicht. Die Konsistenz des Fetas war etwas ungewohnt, tat dem Geschmack jedoch keinen Abbruch. Schreibend, lesend, Bilder betrachtend ging der Abend zuende. Morgen würden wir einen erneuten Anlauf wagen, den Wanderweg des Heiligen Simeon zu begehen. Das hieß aber auch, wieder würde der Wecker um 7.00 Uhr Alarm schlagen. Gute Nacht!

Jost

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