Istrien - 30. Mai 2007
Das große Packen
Heute ist Nationalfeiertag in Kroatien, hat Heidi irgendwo gelesen. Wir hatten gestern extra noch einmal an unserer Biserka angehalten, um uns nach eventuellen Schließzeiten zu erkundigen. Also sie hätten geöffnet und was andere Märkte täten, wüßte sie nicht. So ging ich also wie jeden Morgen auch heute Brötchen holen. Auf dem Weg beobachtete ich die Bauarbeiter bei ihrem Tagwerk und ich begegnete einem Müllfahrzeug. Der Müllmann wird doch nicht einen Feiertagsausflug mit dem Dienstwagen machen? Ist schon ein ungewöhnlich begangener Nationalfeiertag.
Nach dem Frühstück begann das Aufräumen und Zusammensuchen aller Habseligkeiten. Aber wir wollten ja auch noch auf den Markt, unsere letzten Kuna verprassen. Olivenöl und Slivovic für daheim standen schon auf dem Einkaufszettel. Wir parkten im Schatten neben dem Supermarkt. Auf dem großen, gebührenpflichtigen Parkplatz herrschte großer Andrang. Peperoncini gibt es erst in vier Wochen wieder frisch. Bis dahin müssen wir uns mit den getrockneten herumschlagen. Sie sind nicht ganz so scharf aber dafür angenehm aromatisch. Das Öl wurde auf dem Markt gekauft und die geistigen Getränke im grünen Zelt. Zurück am Auto verstauten wir die Einkäufe, schnappten uns das Leergut und frequentierten ein letztes Mal unseren Lieblingssupermarkt. Die Salami und auch der Schinken hatte uns sehr geschmeckt, weshalb wir auch davon etwas mit nach Hause nehmen wollten und für das Mittagessen brauchten wir noch ein paar Tortellini und eine Büchse Tomatensauce. Alles andere hatten wir noch in der Villa Palma vorrätig. Das müßte es dann gewesen sein. Nur unsere Neugier war noch nicht gestillt. Wir fuhren oben auf der Hauptstraße zurück, an der der Konzum liegt. Der Parkplatz ist ebenfalls großzügig angelegt und wären wir eher einmal hier entlang gekommen, hätte sicher der Konzum an erster Stelle in unserer Käufergunst gestanden. Bei weitem am besten sortiert und mit dem breitesten Angebot fanden wir diesen Supermarkt am allerletzten Tag unseres Aufenthaltes. Sogar Eierbecher, die lang gesuchten, fand Karin. Sie kaufte vier Stück (5,- Kuna), um sie unserer Wirtin, Frau Bernik, als Gastgeschenk zu überlassen. Wir hatten die ganze Zeit unsere selbst gebastelten Gestelle für die Frühstückseier benutzt. Trüffelcreme, Käse und leckeren Traminac ging in unser Eigentum über. Das heißt, Karin mußte uns noch mit 20,- Kuna aushelfen. Jetzt waren wir endgültig blank.

- Oder im Schatten sitzen
Als wir zurückkamen, brachte ich das Auto zur Wäsche. Für 40,- Kuna das Auto äußerlich pfleglichst manuell gereinigt. Und als ich das Auto zur verabredeten Zeit abholte, waren sogar die Reifen so behandelt, daß sie schwarz glänzten. Super Arbeit zu einem unschlagbaren Preis. Eine Waschanlage einfachster Art habe ich hier nur auf dem Bushof geseheen. Langsam knurrten unsere Mägen. Die Tortellini mit Tomatensauce schufen da umgehende Abhilfe. Noch einmal lesend in der Sonne liegen...

- Der verlassene Garten
Dann tauchte unsere Freundin Frau Bernik auf und informierte uns, daß ihre Reisebürokontrolleure auch am morgigen donnerstag nicht auftauchen würden. So würde uns also niemand beim Frühstücken über die Schulter schauen. Langsam wurde es Abend und wir wollten abschließend die kroatische Küche genießen. Da wir das "Dvi Murve" schon kannten, schwebte uns das "Siesta" vor, von dem uns Tanja schon erzählt hatte. Als wir vor Ort eintrafen, mußten wir leider erkennen, daß das "Siesta" das einzige Restaurant weit und breit ist, das dem Nationalfeiertag huldigt und geschlossen ist. Na gut, doch wieder ins "Dvi Murve", war ja auch ganz gut dort. Und es ist gleich um die Ecke.
Karin hatte keinen großen Appetit und ließ die Vorspeise weg. Mir mundete der Kalimarisalat vorzüglich. Nicht ein Hauch gummiartigen Fleisches war auszumachen. Das mußte auch Karin zugeben. Auch Heidi war entzückt über ihre Venusmuscheln. Und dann diese Seeteufelfilets - Heidi schwebte im kulinarischen Fischhimmel. Meine Goldbrasse ließ ein Pfützchen auf der Zunge entstehen und erfüllte anschließend alle Erwartungen. Auch Karin war mit ihrem, in Weißwein gegarten Fischfilet mehr als zufrieden. Es ist schon ein Spitzenladen, das "Dvi Murve". Nach dem obligatorischen Grappa verließen wir satt und zufrieden den gastlichen Ort.
Daheim gesellten wir uns auf der Terrasse an den Tisch, leerten die letzten angefangenen Weinflaschen bei weiterhin anregenden Gesprächen. Morgen beginnt der Tag beizeiten. So gingen wir noch am selben Tage zu Bett.
Jost



