Kanada - 26. August 2014
Lac-Saint-Joseph
Die morgendliche Übergabe klappte reibungslos. Wir bekamen einen Hausschlüssel und waren damit unabhängig voneinander. Wir frühstückten auf der Terrasse, die Kolibris ließen sich allerdings nur in der Ferne sehen. Es schmeckte trotzdem. Die Wanderklamotten wurden ins Auto gepackt, das heutige Ziel ins Navi eingegeben und los ging's. Auch Anne-Maries Zettel waren eine große Hilfe bei der Navigation.

- Die hochmoderne Küche

- Das neue Heim
Wir kamen wunderbar voran. Kurz nach 10.00 a.m. trafen wir in Saint-Adolphe-d'Howard ein und brauchten nur noch die Touristeninformation zu finden. Das erwies sich jedoch als schwieriger denn erwartet, weil es keine der erwarteten Kennzeichnungen gab. Laut Hausnummer waren wir schon zu weit, also wendeten wir an der Kirche. Am Ortseingang hatten wir einen Campingplatz gesehen, vielleicht können sie uns dort weiterhelfen. Und so war es dann auch, denn Zeltplatzverwaltung und Touristeninformation waren eins. Wir erklärten, daß wir wandern wollten und fragten nach einer entsprechenden Karte. Der Ort verfügte über satte 7,5 Kilometer ausgewiesene Wanderwege, die auf der Karte übersichtlich dargestellt waren (3,- C$). ”Nein, die 6,-C$ pro Person berechtigen ausschließlich zur Benutzung dieser Wege.„ lautete die Antwort der Herrin der Wanderwege. Für den Anfang sollte das genügen.
- Die Auberge..._______________... am Aussichtspunkt__________Lac Saint-Joseph
Wir betraten den Weg ehrfurchtsvoll - bei dem Kilometerpreis. Daß sich an dem einzigen Aussichtspunkt der ersten Teilstrecke auch eine Auberge befindet, war auf der Karte nicht vermerkt. Sie war sowieso geschlossen. Wir konnten wenigstens schön über den Wald schauen. Um später auf der zweiten Teilstrecke den zweiten Aussichtspunkt zu erreichen, der einen sehr schönen Blick auf den Lac Saint-Joseph bot, mußten wir heimlich auf den Schneeschuhweg wechseln. Hat keiner gemerkt. Was auch witzig ist, daß die Wanderwege hier immer in Uhrzeigerrichtung absolviert werden sollen. Auf jeden Fall gibt es Richtungsvorgaben.

- Die blaue Kirche

- Und der Park gegenüber
Nach dem leichten Anwandern parkten wir das Auto in der Nähe der Kirche. Die Kirche von Saint-Adolphe-d'Howard ist sowas von blau und wird nur noch als Museum für Kirchenkunst genutzt - ein lohnenswerter Besuch allemal. Jedenfalls hatten wir nun auch nach der kurzen Wanderung Hunger und hielten Ausschau nach einer Restauration. Die erste hatte montags und dienstags geschlossen aber auch so schon das zwanzigjährige Jubiläum begangen. Die zweite warb mit Wi−Fi und dollen Burgern. Die Burger schreckten uns ab. Im dritten gab’s auch Chicken und Salat, was uns zum Bleiben bewog. Zum Nachtisch gab's noch ein leckeres Softeis. Doch, das war wirklichg gut.
Jetzt, wo wir gestärkt waren, überkam uns der Tatendrang. Mit ‘nem Boot auf dem See rumzupaddeln, das wäre doch was. Und tatsächlich fanden wir einen Bootsverleih, der uns für 30,-C$ ein Kanu für zwei Stunden überließ. Weil wir uns aber einerseits noch umziehen mußten und ich andererseits einen neuen Versuch, Maximilian zu erreichen, starten wollte, konnten wir nicht gleich ablegen. Am Kiosk des Bootsverleihers gab es zwar Internet, mangels Kenntnis des Paßwortes seitens des Servicepersonals konnten wir das jedoch nicht ausnutzen. Aber da war doch noch dieses Wi−Fi-Restaurant. Und tatsächlich, bei einem Kaffee konnten wir das Internet nutzen. Nur nutzen tat uns das nichts, denn in Zürich ging niemand ran.
- Was guckst du?_________________Riesiges Anwesen__________Privatkirchlein
Inzwischen ging es auf halb vier und der Verleih würde um 6.00 p.m. die Rollos runterlassen, auch wenn wir schon bezahlt hatten. Zwanzig Minuten vor vier stachen wir in See. Und wie es bei einem richtigen Kanu der Fall ist mit Stechpaddeln. Es ging wesentlich besser als befürchtet. Das Beste ist, es spritzt nicht so und man wird nicht so naß wie beim ”normalen„ Paddeln. Wir besahen uns also den See, die Inseln und die vielen Ufergrundstücke. Es ist schon beeindruckend, was man so alles in der kanadischen Leichtbauweise hinzaubern kann. Als im Norden dunkle Wolken aufzogen, paddelten wir das Kanu lieber wieder in den sicheren Hafen. Das hatten die Wolken wohl mitbekommen und verzogen sich wieder. ”He, da könnte ich doch noch mal schwimmen gehen.„ erklärte Heidi. Aber klar doch, ich schrieb solange an den vorliegenden Seiten.

- Geh nur schwimmen!

- Vor dem Essen?
Weil Schwimmen hungrig macht, kehrten wir erneut ins Wi−Fi-Restaurant ein. Wir ließen den Koch überreden, uns Lachs mit Spaghetti zu kredenzen. Leider war die Sauße total in der Übermacht und begrub das meiste unter sich. Schade, und das Wi−Fi war auch ausgefallen, ebenfalls schade. Allerdings weis ich nicht, ob Maximilian sich über einen mitternächtlichen Anruf wirklich gefreut hätte. Na egal, das Navi würde uns gleich zu Anne-Marie leiten. Aimé war heute zum Tennis.
Irgendwie schien die installierte Karte veraltet zu sein, jedenfalls konnte das Navi die Straße nicht finden. Wir mußten uns also so durchschlagen, was uns dank Anne-Maries Zetteln auch ganz gut gelang. Inzwischen war es allerdings dunkel geworden und wir fuhren erst zweimal an der Zubringerstraße und dann einmal am Haus vorbei. Am Ende waren wir glücklich, alles wieder gefunden zu haben. Als Aimé kam, schauten wir uns noch die Bilder des Tages an und das war’s.
Bonne nuit!



