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Musala

Mittwoch
5. August 2020

 
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Der höchste Berg Bulgariens

Heute steht die Besteigung des Musala (2971m oder 2926m)20200805_125410-pano.jpg
Mal Schwarzes Meer mal Mittelmeer oder was?
auf dem PlanBoro_karte.jpg
Startpunkt Yastrebetz
. Wir sollten davon allerdings „nur” 680 Höhenmeter per pedes bewältigen. Für die Differenz nutzten wir die nur fünf Busminuten entfernte Gondelbahn, die zum einen gut besucht ist und zum anderen schon um 8.30 Uhr öffnet. Um die garantiert vorhandene Warteschlange mög­lichst kurz zu halten, wurde die Abfahrt erneut auf 8.15 Uhr terminiert. Ein gemütliches Frühstück hat so keine Chance. Aber immerhin konnte ich heiße Spiegeleier ergattern, was sehr angenehm war.

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Die Warteschlange________Insgesamt knapp 5km___________Sonnige Bergfahrt

Die Sonne schien, die Warteschlange war nicht sonderlich lang und so bestiegen wir gegen 8.40 Uhr zu viert eine der für sechs Personen ausgelegten Gondelkabinen. Die 25-minütige Bahnfahrt eröffnete tolle Perspektiven bei bester Sicht. Wir überblickten die ganze Ebene um Samakow. Nur waren die Scheiben ziemlich zerkratzt, wir saßen auch noch mit dem Rücken zum Tal und so fotografierte ich nicht. Vielleicht könnten wir bei der Talfahrt bessere Bedingungen vorfinden, heißt klarere Scheiben und Sitze Richtung Tal. Jedenfalls gestaltete sich die 4980m lange Fahrt, bei der wir über 1000 Höhenmeter unter uns ließen, sehr kurzweilig.

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Dort hinten steht der Musala

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Ist es noch weit?_____________Geschafft!___________________Blick nach Süden

Ohne großen Höhengewinn wanderten wir zur ersten Herberge vorbei an einem ausge­trock­neten Bergsee (1 Stunde). Hier legten wir eine kurze Verschnaufpause20200805_102837.jpg
Mit Seeblick
ein. Zur zweiten Hütte wurde der Weg dann steiler und schwie­riger. Die 400 Höhenmeter stiegen wir in weiteren anderthalb Stunden auf. Hier endete die Tour für die einfachere Wander­variante. Die letzten 200 Höhenmeter eroberten wir gefühlt im Sturm. Der Weg war angenehm, obwohl stetig ansteigend. Kurz vor 13.00 Uhr er­reich­ten wir den Gipfel.

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Picknick"____________________Blick nach Norden_____________Musalasee mit Hütte

Das Wetter hielt sich prima und so nahmen wir unser Picknick auf dem Dach des Balkan ein. Nach der Aufnahme eines Gruppenfotos begann der Abstieg. Wolfgang hatte mir seine Wanderstöcke geliehen, die mir nun gute Dienste leisteten. Auch der Abstieg gestaltete sich gut, nur daß sich mein rechtes Knie langsam meldete. An der oberen Hütte, die andere Wandergruppe war auch schon aufgebrochen, legte ich meine neue Kniebandage an. Das machte sich bezahlt.

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Passage einer der Bergseen ohne Namen

Inzwischen bildete ich den Abschluß unserer Wandergruppe. Kirill begleitete mich stoisch schweigend. Er bestätigte nur, daß auch er ein paar Regentropfen abbekommen hatte. Die erwarteten Gewitterwolken hielten sich noch hinter der Bergkette, man konnte den einen oder anderen Blitz aber schon erahnen und den Donner grollen hören. Wir stiegen schnellst­möglich weiter ab, bis uns der stärker werden der Regen zum Anlegen der Regen­jacken zwang. Trotzdem waren die Temperaturen nach wie vor eher als warm zu bezeich­nen. Wir waren nur noch ungefähr einen halben Kilometer von der unteren Herberge entfernt, als sich der Regen nicht nur nochmals verstärkte, sondern noch mit gröberen Hagelkörnern vermischt. Damit sich nicht so viele davon in meinen Kragen verirren sollten, drehte ich mein Basecap mit dem Schirm nach hinten. Kirill hatte nur seinen Wan­der­schirm aufgespannt. Der ist so clever gestaltet, daß er ihn an seiner sonstigen Wander­aus­rüstung verankern konnte, sodaß er trotzdem die Hände frei hatte. Super. Ich hingegen spürte, dass meine Regenjacke nicht hielt, was Schöffel versprach. Beide Wandergruppen hatten sich um den Hütteneingang gescharrt, in den Vorraum oder sogar in die Gaststube begeben. Das Bier tat mir gut.

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Eher ungemütliches Wetter"

Der Regen hatte aufgehört und so nah­men wir die letzte Etappe zur Berg­sta­tion der Kabi­nen­bahn in Angriff. Nun begleitete Kirill Heidi und mich wei­ter­hin schweigend. Die Regen­pause ge­stal­tete sich leider sehr kurz. Praktisch parallel zu uns lief eine bulgarische Fa­mi­lie, deren ältestes Mitglied in kurzen Hosen, Nicki und handgeklöppelten Aus­geh­schuhen unterwegs war. Die Tem­peratur wurde zusehends unan­ge­nehmer und der auf­kom­menden Wind trug seinen Anteil dazu bei.

Total durchfeuchtet kamen wir an der Seilbahn an. Wir durften praktisch so­fort in die Gondeln einsteigen. Von der erhofften tollen Sicht war selbst bei klarsten Scheiben nur Regendunst geblieben. Also kehrten wir in der Gondel dem Tal erneut den Rücken. Der Gondoliere desinfizierte die Sitze, so nahmen wir jedenfalls an. Als wir uns dann auf die nassen, kalten Sitze fallen ließen, wurde uns klar, daß er versucht hatte, die bei der Bergfahrt dank der undichten Türen und Fenster entstandenen Pfützen verschwinden zu lassen. Das gelang wenig erfolgreich mit dem feuchten Tuch und auch nur sehr temporär. Nun war auch endlich die letzte noch trockene Hosenlokation voll gesungen. Im Bus konnte ich beim Wechsel zu einem halbwegs trockenen Oberteil tatsächlich noch stolz auf eine trockene T-Shirtstelle (Durchmesser 10 cm) weisen.

Und schwupps waren wir im Hotel. Heidi zog sich in die Raucherecke zurück und ich mußte unsere Schlüsselkarte auffrischen lassen. Also nicht nur bei mir sondern auch bei allen anderen Mitreisenden war die einzige exklusive Funktionalität des Türenöffnens ver­loren gegangen. Die einzige Rezeptionistin brauchte ihre Zeit, die Schlüsselkarten wieder frei­zu­schalten.

Abendessen sollte es um 19.00 Uhr geben und ich nutzte die Zeit, der Sauna einen Besuch abzustatten. Bademäntel gibt es hier nicht, aber immerhin kann man im Schwimmbad aus­reichend Badetücher finden. In der finnischen Sauna machte sich ein Bikini breit, als ich mit der Badetuchsuche begann. Als ich endlich das Schwimmbad gefunden hatte, wa­ren auch die Tücher nicht mehr weit. Um den hiesigen Sitten Respekt zu zollen, betrat ich in Badehose den Saunaraum und traf dort auf eine erschrockene Gaby. Nein, sie bräuchte sich nicht anzukleiden. Im Gegenteil, ich erledigte mich der Badehose in hohem Bogen und wir tauchten in einen angeregten Gedankenaustausch über internationale Saunariten ein. Gaby wollte sich nach dem kühlen Regen nur kurz aufwärmen und so blieb es bei der kurzen Zusammenkunft. Ich gestatte mir einen Aufguß und beobachtete die vorbei­zie­henden Saunaerkunder. Das Spektrum reicht von badebekleideten Teenies über voll­stän­dig bekleidete Interessierte bis hin zu einer vorbeihuschenden Wanderin in Ther­mo­jacke und Wanderstiefeln. Ich saß hinter den verspiegelten Scheiben und staunte.

Nach einer angemessenen Ruhepausesauna.jpg
Der originelle Ruheraum
startete ich meinen zweiten Saunagang, die Ge­wohn­heiten der drei vielleicht 30-jährigen jungen Männer interessierten jetzt mich. Ich tat mir das Badetuch um und gesellte mich zu ihnen in den eher engen Raum. Netterweise machte der Jüngste sofort Anstalten, mit seinen zwei Kumpels zusammen zu rücken. Die konnten nun nicht anders, als mir den letzten vorstellbaren Platz in der oberen Sitzreihe anzu­bieten, was ich dankbar annahm. Alternativ hätte ich auch Einen Aufguss anbieten können, aber mit der Verständigung das schien nicht so einfach. Das holte ich dann nach, als die drei samt ihrer durchgesottenen Bermudahosen entschwunden waren. Die Ruhe­pause verlegte ich aufs Hotelzimmer, wodurch sich die Abendessenszeit von 19.00 Uhr bestens halten ließ.

Nach dem Abendessen wurden wie jeden Abend die Aktivitäten des nächsten Tages vor­ge­stellt. Die Koffer für den morgigen Umzug nach Melnik würden wir erst am Morgen packen können, wenn die überall im Zimmer zum Trocknen aufgehängt den Klamotten hoffentlich getrocknet werden Karin und Ute zogen sich bei Zeiten zum Tagebuch schrei­ben auf ihr Zimmer zurück. Ich wollte morgen während der Busfahrt meinen Teil dazu beitragen.

Lekka Noscht! Jostimg-20200810-wa0002


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