Vollbild Vollbild Leuchtturm Höhle Vollbild Vollbild Vollbild

Safari

Mittwoch
12. Oktober 2005

 
|übersicht|

Mit wilden Tieren Aug in Aug

Dias/cimg3750.jpg
Da unten blasen sie...

Der erste Weckruf ertönte um 5.50 Uhr, obwohl das Handy auf 7.30 Uhr eingestellt war. Ein mir namentlich nicht bekannter Vogel ließ sich in nächster Nähe nieder und zelebrierte seinen Morgengesang. Zum Glück mußten auch noch andere Touristen geweckt werden und so konnten wir noch eine Mütze Schlaf fassen. Natürlich nur bis wir wirklich aufstehen und frühstücken wollten. Das englische Frühstück bekommt man selbst in England kaum besser. Und die Orangenmarmelade ist ein Traum. Nelly buchte die nachmittägliche Safari und dann brachen wir auf, in Mossel Bay ein Fernglas zu kaufen. Die unterhalb des Frühstückstisches vorbeiziehenden Delphine und Wale wollten wir einfach einmal näher betrachten.

Die Parkuhr erließ uns die Gebühr, indem sie reaktionslos in der Gegend stehen blieb, selbst wenn man versuchte, sie durch Knöpfledrücken zu reanimieren. Die Erfahrung, daß es Ferngläser beim Photographen gibt, benötigte einige Zeit, bis sie gemacht wurde. Wir hatten in der Nähe des Liqueur Shops geparkt und erst an der Ecke Church Street wurden wir fündig. Da könnte man doch gleich nochmal zum Lederladen schauen. Gesagt - getan. Nun hab ich einen neuen Hut. "You look like a German!" meinte die Verkäuferin. Sollte das jetzt ein Kompliment sein? Heidi suchte sich einen Brustbeutel in lachsrot aus. Alles wurde umgehend eingeweiht.

Dias/cimg3766.jpg
Der Leuchtturm auf der Höhle

Wir fuhren vor zur Wendeschleife, um das Auto dort abzustellen und bei dieser Gelegenheit entdeckten wir den Küstenwanderweg nach Dana Bay. In der Höhle unterhalb des Leuchtturmes haben viele Generationen steinzeitlicher Sippen ihre Spuren hinterlassen. Wir wanderten weiter an der felsigen Steilküste entlang, bis uns ein Wanderer zurief "Hallo, here are dolphins!". Die wollten wir selbstverständlich auch sehen. Das Binocular bestand seine Feuerprobe zu Aller Zufriedenheit. Die Delphine spielten hier und sprangen dort, ließen ihren Talenten freien Lauf, wobei wir sie so gut wie möglich ablichteten. Unser Informant arbeitete dabei mit dem einen oder anderen riesigen Objektiv. Es stellte sich heraus, daß wir es mit Weltreisenden aus Heidenheim bei Ulm zu tun hatten, die sich für ein Jahr außerhalb des "normalen" Arbeitslebens entschieden hatten. Wenn ich alles richtig behalten habe, sind sie jetzt schon sechs Wochen in Südafrika unterwegs, bleiben auch noch etwas, bevor sie Australien und Neuseeland, Kanada, die USA und Puerto Rico unsicher machen. Im August nächsten Jahres ist in Heidenheim wieder mit Ihnen zu rechnen. Tolle Sache, das. Wir hätten uns noch stundenlang unterhalten können, aber Heidi hatte Durst bekommen und wir wollten ja auch noch zur Safari. Also wünschten wir uns gegenseitig eine schöne Zeit und alles Gute, bevor sich unsere Wege trennten. Wir besuchten das KOIH-Dorf auf ein Tonic und wurden von Ziggi aus Bayern ganz herzlich zum abendlichen Lagerfeuer eingeladen. Ständig lernt man Leute kennen in Südafrika.

In 25 Minuten sollten wir beim Game Resort vorfahren. Aus Mossel Bay kamen wir gut heraus, fanden schnell eine Auffahrt auf die jetzt zur Autobahn ausgebauten N2 und ebenso schnell eine Abfahrt (...). Eine Abfahrt später wäre auch gegangen. Egal, wir kamen nur fünf Minuten zu spät, was nicht erwähnenswert ist. Das Gästehaus ist beeindruckend und so genossen wir auf der Terrasse noch ein kühles Bier, bevor die Fahrt mit dem Toyota-Geländewagen mit 10 Personen möglicher Zuladung losgehen würde. Die sieben naturinteressierten Gäste blieben angenehm unter diesem Limit.

Dias/cimg3802.jpg
Eine Nashornfamilie

Auf in die Wildbahn lautete das Motto und es ist wirklich beeindruckend, was für ein riesiges Gelände den Tieren hier zur Verfügung steht. Und die Artenvielfalt reicht, meinem Gedächtnis die Grenzen aufzuzeigen. Jedenfalls gibt es hier außer den üblichen Verdächtigen auch sehr seltene Arten und das bei relativ uneingeschränkter Bewegungsfreiheit. Leider reichen die Bäume nur für vier Giraffen. Dafür sieht man wohl selten so viele Impalas (Antilopen) auf einem Haufen wie hier. Die Straußen ignorierte unser Führer völlig, die müssen wohl Asyl beantragt haben. Das Nashornbaby war schon ein oder zwei Jahre älter als die drei, vier Tage alten Antilopenkinder aber trotzdem wahrscheinlich kaum schneller.

Dias/cimg3838.jpg
Er kommt zum Streicheln

Auf wechselndem Gelände kamen wir mal schneller und mal langsamer voran. Der Wind blies teilweise so heftig, daß umgetürzte Bäume vom Weg geräumt werden mußten. Das Halteband meines neuesten Hutes hielt, was zu halten war. Ach und von den Kap-Zebras (klein mit weißem Bauch) gibt's auch nur noch ganz wenige. Vor dem Besuch der Elephanten und Löwen wechselten wir das Fahrzeug. Es sollte etwas mehr aushalten können bzw. höhere Sprünge für das Entern erforderlich machen. Aber eigentlich war das nur Show, denn die Elephanten sind handzahm. Jedenfalls habe ich erstmalig einen Elephantenrüssel angefaßt. Die Unterseite des Elephantenrüssels fühlte sich unerwartet weich, genoppt und warm an - toll.

Dias/cimg3841.jpg
ganz schön nahe

Und die Löwen waren zum einen satt und zum anderen aus ihren Sturm- und Drangzeiten heraus. Trotzdem möchte ich diese gesicherte Variante, wilden Tieren näher zu kommen, nicht missen. Die Wildkatzen sehen in der Natur entschieden attraktiver und gefährlicher als im Tierpark aus. Also das war schon was. Ein Sherry rundete den Tripgenial ab.

Um das Abendessen einzunehmen, fuhren wir erneut nach Mossel Bay. Nach zweimaliger Absolvierung der Wendeschleife entschieden wir uns gegen Ziggi und für Sattler's Steakhouse, da es immer noch zu zugig für eine Freiluftgaststätte war. Leider blieben die Steaks hinter unseren Erwartungen zurück.

In Dana Bay schwärmten wir unserem Quartiervater von dem herrlichen Tag vor, tranken Wein und widmeten uns unseren südafrikanischen Stories.

Valid CSS!