Schweiz - 30. Juli 1999
... in Richtung Schweiz
Nach einem ausgedehnten Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und Maximilian ein, um in Richtung Bodensee aufzubrechen. Die Autobahn war ausgesprochen gut gefüllt und wir entschieden uns dann doch, als es immer zähflüssiger wurde, über Land zu fahren. Einige Orte ließen uns immer wieder abbremsen, aber es gab keinerlei Behinderungen. Wir kauften noch einige Sachen für's Wochenende, denn die frischen Eier waren vor der Abfahrt völlig in Vergessenheit geraten, ebenso wie wir keine Gedanken an irgendein Getränk verschwendet hatten und das bei Helmut und Ute. War nur noch durch anderweitigen Zukauf wieder gut zu machen, dieser Fehler. Hinter Memmingen fuhren wir dann auf die Autobahn und erst bei Lindau wieder herunter.
Durch Östereich und Liechtenstein, vorbei an der fürstlichen Burg kamen wir ins Bündener Land. Die Kontrolle war übrigens schon an der Liechtensteiner Grenze und beschränkte sich auf die Frage, ob wir die Autobahn der Schweiz nutzen wollten, was wir verneinten. Durch Heidis Land kamen wir schnell nach Chur, der ältesten Stadt der Schweiz. Dann begann der Aufstieg zum Val Bella. Durch Churwalden und Parpan erreichten wir den Zielort und fanden praktisch auf Anhieb unser Quartier. Herr Urs Grossmann hatte extra noch einmal angerufen und uns den Weg beschrieben. Nur der Parkplatz war eher vorn als hinten rechts. Was soll's. Die Sachen waren mit Maximilians Hilfe schnell im Haus. Heidi packte fleißig alles aus und an Ort und Stelle. Ich füllte unsere Anmeldung aus und nahm sie an mich. Innerhalb von 24 Stunden soll man sich bei der Touristeninformation (Fremdenverkehrsamt) melden. Obwohl, so eng wird das auch wieder nicht gesehen. Da am Sonntag Nationalfeiertag der Schweiz ist (seit dem 01.08.1291) würde natürlich alles zu sein. Es hätte auch genügt, die drei Blätter in den Briefkasten zu werfen, erfuhren wir später. Aber ob nun alle oder nur zwei, woher sollten wir das wissen?

- Blick auf die östlichen Berge
Nachdem alles an seinem Platz war, brachen wir sofort zu unserem ersten Erkundungsgang auf.
Um den See wollten wir flanieren. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und der erste
Eindruck von der hiesigen Orts- bzw. Seegestaltung gefiel uns außerordentlich. Alle Nase lang
stehen Bänke mit originellen und sonstigen Inschriften (z.B. sitza statt schwitza). Die
Eichhörnchen und Vögel fressen einem aus der Hand und ansonsten wirkt alles sehr gepflegt, ohne
übertrieben zu sein. In Lenzerheide begannen sämtliche Mägen zu knurren und so entschlossen wir
uns nach einem kurzen Preisvergleich, doch die Sonnenterrasse zu frequentieren. Leider war nicht
mehr viel mit Sonne - des Untergehens halber. Das Essen war gut, reichlich und auch teuer (ca. 1/3
teurer als in Berlin). Aber mal geht das schon. Unser fröstelnder Maximilian, er hatte trotz
aller guten, wohlgemeinten Ratschläge keinen Pullover mitgenommen, führte uns auf der Uferstraße
heim. Wir kamen zurecht zum "Sandmann"
mit Götz George. Eine mir etwas zu makabre Kommödie, allerdings
grundsätzlich nachvollziehbar. Solche Sender und Aktionen könnte es sehr wohl geben.
Wir gingen leicht nachdenklich zu Bett.
Jost



