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Ljubljana

Sonnabend
2. September 2017

 
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Besuch der Hauptstadt

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________Ljubljana

Da es heute nur noch sporadisch regnen sollte,entschlossen wir uns, das gut durchwachsene Wetterfür einen Stadtbesuch als an­ge­messen zu erachten. Auch heute bereiteten wir das Früh­stück, oder genauer Heidi, selbst vor. Wir hatten unsere Früh­stücks­bestellung nicht wieder aufleben lassen.Die Wirtin scheint es zufrieden zusein.

Wir starteten gegen 8.45 Uhr und sollten zehn Minuten vor 10.00 Uhr eintreffen. Die Straße war relativ frei, aber auf einer zweispurigen 130'er-Strecke ist jeder LKW oder Wohnwagen potentiell Ursache für stauähnliche Passagen. Nichtsdestotrotz trafen wir pünktlich in Ljubljana ein. Ich hatte dem Navi den großen Parkplatz „Tivoli” als Endziel mitgegeben. Leider war der gesperrt. Als ich das Navi nach einem Parkplatz fragte, bot es mir namentlich vier mit der aktuellen Entfernungsangabe an. Ich wählte den nächstgelegenen aus, denn die Namen halfen mir nicht weiter. Aber da hatte ich das Abbiegen schon wieder verpaßt. Also weiter nach Gefühl, einmal wenden und dem Parkleitsystem folgen. Das war aber auch nicht so einfach, denn den Parkplatz rechter Hand erreichten wir so nicht, dafür aber einen mit ausreichend freien Plätzen und nur fünf Gehminuten vom Marktplatz, dem Herzen Ljubljanas Altstadt entfernt. Glück gehabt!

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Die Burg

Auf dem nebenan gelegenen „Kongresni Trg” war irgendein Decadlon gestartet worden. Man war schon wieder beim Beräumen der Absperrungen und so kamen wir unbehelligt über die Ljubl­janica auf die Seite der Burg. In der Touristeninformation erfuhren wir, daß es deutschsprachge Führungen nur als privat organisierte, 60,-€ teure Veran­staltungen für maximal fünf Teil­nehmer gibt. Wenn man Glück hat, fin­det sich ein Stadtführer zu einer akzep­tablen Zeit bereit, sich die zwei Stunden (plus An- und Abfahrt) ans Bein zu binden. Hm. Die nächste englich­spra­chige Füh­rung findet um 14.00 Uhr statt und kostet 13,-€ pro Person. Wir werden uns überlegen, ob und wenn doch, welche Variante wir bei diesem Wetter wählen.

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Die Kolonnaden
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Tanz auf dem Markt

Dann erfaßte uns der Markttrubel. Also der Markt ist unglaublich. Wir haben ja auch schon reichlich Märkte erleben dürfen. Aber schon die architektonische Ausstattung zum Fluß hin ist einfach beeindruckend. Im vorderen Teil des Marktes bieten etwas abgehobenere Händler ihre Waren feil, soll heißen, sie versuchen ihre Produkte in eine besondere Idee einzu­binden. Zum Beispiel werden an einem Stand nicht nur slowenische, frisch gepflückte Feigen in blau und grün angeboten, sondern auch entsprechende, daraus hergestellte Produkte, aber auch Olivenöl. Also nicht mit einem ordinären Obst- und Gemüsehändler vergleichbar. Ich konnte mich da herantesten, weil Heidi gerade die hygienische Angebote das Marktes nutzte. Ich hatte schon ein Pfund der blauen Feigen auf den dazu passenden Blättern in einen Plastebeutel eintüten lassen, was die zurückkehrende Heidi um ein Pfund grüne Feigen mit den entsprechenden Blättern ergänzte.

Anschließend sog uns die Markthalle ein. Sie hat ihren ganz eigenen Stil und ist zum Beispiel mit denen in Budapest oder Breslau nicht zu vergleichen. Sie erinnert eher an die Delikatessenetage im KDW, das allerdings eher österreichisch geprägt. Ich meine damit gediegen jedoch ohne Edelstahl und mit weniger Glas und Stein, aber eben viele Holz. Jedenfalls wurden wir erfolgreich zum Kaufen animiert. Walnußkerne, getrocknete Apri­kosen, Feigen und Cranberries fanden sich schon nach dem ersten Stand in unserem Besitz. Hinzu kamen überteuerte, superleckere Kekse und der hiesige, berühmte Mohn­quark­apfelstrudel.

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Auf zum Gipfel
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Der Backstand

Auf dem östlichen, größeren Platz sind dann die profanen Obst- und Gemüsestände auf­ge­baut, die einfach nur superfriche Ware anbieten. Und die Schuh- und Konfek­tions­händler versuchen durch Ihr Angebot zu überzeugen. Ach und unter den originellen Angeboten suchte sich Heidi noch ein Glas Ghee (Butterfett) aus. Von der eßbaren Schönheitscreme ließ Heidi ab. Ich brachte unsere Einkäufe zum Auto, in der Hoffnung, damit der Ein­kaufs­orgie ein nachhaltiges Ende zu bereiten.

Als ich zurückkam hatte Heidi dann doch noch süße und herzhafte Kürbiskerne nachgelegt, die aber hervorragend in meine Umhängetasche paßten. Inzwischen hatten wir uns eine kleine Stärkung verdient. An einem mobilen Backstand wurden Sauerteigpizzen im Akkord gebacken und verkauft. Die paßten ganz toll zu unseren, in der dahinter betriebenen Vino­thek bestellten Weinen. Vor den Markt­ko­lon­naden sitzend beobachteten wir genüßlich das Markttreiben.

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Bequeme Variante___________Vor der Burg________________Künstlerisches Treppenhaus

Der Verdauungsspaziergang führte uns auf die Burg. Vor der ehemaligen Zugbrücke hatte es die Möglichkeit gegeben, uns in die Geheimnisse des Eintrittskartenkaufs einzuführen. Wir kamen mit dem slowenischen Angebot nicht zurecht und wollten uns dann auch nicht aufdrängen. So entschlossen wir uns zu einer versuchsweisen Besichtigung des Burghofes, was durch den einsetzender Nieselregen im Burgcafé endete. Die Cappuccini waren O.K. aber der Weg zu den Toiletten über drei attraktiv gestufte Etagen etwas lang. Mein Ein­druck war, daß die Habsburger die Seele der Burg wegmodernisiert haben. Und so toll und modern alles ausschaut und organisiert scheint, die Laibacher Burg hätte besseres ver­dient gehabt.

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Das Rathaus____________Toller Drache__________________Lauter Wasservögel

Im Südosten verließen wir den Burgberg in Richtung Altstadt. Obwohl wirklich das meiste gut in Schuß gebracht wurde, bleibt noch ziemlich viel zu tun. Im Rathaus durften wir die Werke einiger Künstler bewundern, bevor wieder, durch die Gassen schlendernd, zur Drachenbrücke gelangten. Nach dem Ablichten der einen oder anderen der vielen Kreaturen begaben wir uns erst auf den Rückweg zum Auto und mit dem zusammen nach Stara Fužina.

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Auf dem Rückweg

In unserer Lieblingskneipe trafen wir dann, sozusagen als krönenden Ta­ges­abschluss, un­se­re Wanderbekanntschaft vom Mittwoch wieder. Wir saßen den ganzen Abend zusam­men und erfuhren, das Martha und Marian in Ljubljanas Altstadt wohnen, sie für 60,-€ einen Platz im nahe gelegenen, unterirdischen Parkhaus nutzen und nur zwischen 6.00 und 10.00 Uhr mit dem Auto zum Wohn­haus dürfen. Wir analysierten na­tür­lich die Weltpolitik und die lokale wie globale Wetterlage. Jedenfalls waren wir die letzten Gäste. Es war ein sehr netter Abend in angenehmer Ge­sell­schaft!

Lahko Noč!

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