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Poreč

Dienstag
12. September 2017

 
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Zehnjähriges Jubiläum

Das Wetter präsentierte sich so durchwachsen wie im April, was uns veranlaßte, eine weitere Stadt zu besuchen. Unsere Wahl fiel auf das ungefähr 50 Kilometer entfernte Poreč, wo wir vor zehn Jahren schon einmal unseren Urlaub verbracht hatten. Wir wollten mal schauen, wie es sich entwickelt hat.

10.30 Uhr machten wir uns auf den Weg. Sollten wir auf der Fahrt die Gelegenheit erhalten, unsere Weinvorräte aufzufrischen, so hatten wir unsere Dreiliterflaschen dabei. An der slowenisch-kroatischen Grenze mußten wir unsere Ausweise hochhalten und zwar bei beiden Kontrollstellen. Kurz danach erreichten wir die initiale Mautstelle der kroatischen Autobahn. Was wir nicht erwartet hatten, war, daß die Gebühren immer noch in Kuna berechnen werden (20). Der Europreis stand auch da - 2,75€. Wir hatten nicht drauf geachtet, weil wir davon überzeugt waren, daß auch Kroatien inzwischen den Euro eingeführt hätte. Hatte es aber nicht. Man kann zwar fast überall in Euro bezahlen (1:7,3), wir bekamen zum Beispiel auf unsere 3,-€ eine an der Mautkabine nicht überschaubare Menge kroatischer Münzen als Wechselgeld. „Voilà” lautete der Kommentar des Kassierers.

Na wenigstens war die Autobahn leer als auf der auf der Gegenfahrbahn. Der Rückreiseverkehr nahm wohl Fahrt auf, denn in Bayern und Baden-Württemberg gehen diese Woche die Ferien zuende. Jedenfalls trudelten wir kurz vor Zwölfe in Poreč ein und fanden einen Parkplatz nicht allzuweit vom Zentrum entfernt. An der Uferpromenade entlang, vorbei an den Resten des Stadtfestes, das wohl am vergangenen Wochenende Bewohner und Touristen erfreut hatte, kamen wir der Altstadt näher.

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Die neue Promenade

Wir schlenderten an dem Restorante vorbei, das wir schon am ersten Tag unseres dama­ligen Urlau­bes frequentiert hatten. Damals war die Uferstraße noch kopf­stein­ge­pflastert, heute liegen hier feinste Steinplatten. Die ganze Pro­me­nade ist neu ge­stal­tet worden und die Besu­cher­ströme sind gefühlt dich­ter geworden. Hier und dort glaubten wir, neue Gebäude oder Erwei­te­rungsbauten zu ent­decken. Mehrere große Yach­ten lagen im Hafen und diverse Animateure wollten uns auf Ihre Ausflugsboote lotsen. Hier ging es ent­schie­den wuseliger zu als in unserem verträumten Porterosso. Die Anzahl der Sou­venir-, Schmuck- und Klamottenstände schien sich vervielfacht zu haben, im Gegensatz zum Angebot. Es gab wenig Originelles und auch die Qualität hatte nachgelassen. Aber viel­leicht verklärte sich auch nur die Erinnerung.

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Das Rathaus

Am Marktplatz tranken wir Cappuccini und beobach­te­ten das Gewimmel. Wir wollten dann noch einmal zur damals spätentdeckten Markthalle gehen, als wir an einem leeren Friseur vorbeikamen. Heidi fühlte sich schon ein paar Tage mit der Länge ihres Ponies nicht mehr wohl. Ja, für 20,- Kuna würde die Fri­seuse ihn stutzen. Gesagt, getan. Als es dann ans Be­zahlen ging, stellte sich heraus, daß hier wirklich nur Kuna akzeptiert wur­den. Also begab ich mich zum nahegelegenen Geldautomaten und hob den Mindestbetrag von 200,- Kuna ab. Jetzt waren wir flüssig.

An den Ständen der Markthalle kauften wir Obst, Gemüse, Gewürze und ein paar Mit­bring­sel. Was mir auffiel, waren die nicht mehr angebotenen, offensichtlich selbst gebrannten Obstschnäpse. Ich sprach einen Händler auf das damalige Angebot in dem vormals vor der Halle aufgebauten Zelt an. Das sei jetzt verboten. Aber wenn ich einen ordentlichen Slibowitz oder Honigschnaps wolle, sollte ich mal am Nachbarstand fragen. Für eine Liter Slibowitz schlugen 60,- Kuna zu Buche also keine zehn Euro. Allerdings kaufte ich die Katze in einer Papiertüte, die der Händler erst aus dem Auto holen mußte. Jetzt, wo wir ihn verkostet haben, kann ich nur sagen, die Katze ist lecker.

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Auch hier alles neu

Wir verbrachten unsere Ein­käufe ins Auto und such­ten uns eine Gast­stät­te, unseren Hun­ger zu stil­len. Das „Konoba Sunset” besitzt eine über­dachte Terrasse direkt am Meer. Natürlich entschie­den wir uns für die große Fisch­platte. Bisher hatte sich der Regen zurück­ge­hal­ten, aber jetzt zogen richtig dunkle Wolken auf, die vom auffrischenden Wind vor sich hergetrieben wur­den. Das gewählte Mahl mundete uns bes­tens, wo­bei es vorsichtig zu regnen begann. Der Regen nahm reziprok zu Fülle der Platte zu, bis wir alles verspeist hatten. Durch die Kombination aus Regen und Wind wurden wir schließlich ins Innere des Restau­rants gezwungen.

Dort bestellten wir uns Kaffee zur Abrundung des Mittagessens und aber auch mit dem Ziel, den Regenguß im Trockenen abzuwarten. Ich hatte vorhin schon das Auto umgeparkt, was uns jetzt zugute kam. Nachdem wir unsere Rechnung beglichen hatten, behielten wir 20,- Kuna übrig. Sollten wir noch etwas beim Bäcker kaufen? Aber nein, kostete die Maut nicht 20,- Kuna? Das paßte, wir würden keine kroatischen Münzen mit zurücknehmen müssen.

Die ungefähr 30 Kilometer Autobahn waren schnell absolviert und der vormittägliche Rück­reise­stau hatte sich aufgelöst. Bei der Einreise nach Slowenien ging es schneller als bei der Ausreise. Seltsam eigentlich, denn ich hätte auf dem Weg nach Norden eher das Gegenteil vermutet. Vorbei am kleinen Flugplatz von Portorosso und der Saline gelangten wir zum Supermarktareal. In dem Agrikulturmarkt füllten wir unsere Weinbestände auf, bevor wir zurück zu unserer Unterkunft fuhren.

Wir wollten heute schon unsere Koffer packen, damit wir am für morgen angekündigten Sonnentag das schöne Wetter nicht mit dieser unausweichlichen Aktion zumindest teil­weise würden vergeuden müssen. Geagt, getan. Langsam wurde es Zeit, den Abend­brottisch zu decken. Und als Heidi sich auf ihrem Stuhl niederließ, gab die Sitzfläche langsam nach. Das die Späne zusammenhaltende Bindemittel hatte der Feuchtigkeit nichts mehr entgegenzusetzen und wir hatten der Beschaffenheit des Stuhles keinerlei Auf­merk­samkeit geschenkt. Ein metallener Gartenstuhl übernahm die vakante Position.

Lahko Noč!

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