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Pedra Longa 2

Mittwoch
30. Mai 2012

 
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Heute ohne Auto

Meine Uhr deutete auf 7.20 Uhr, nee zu früh und umgedreht. Trotzdem saßen wir um 8.30 Uhr am Frühstückstisch, was keine Kunst ist, wenn Heidi eine halbe Stunde nach mir wach wird und eben nicht mehr schlafen kann. Hätte sie sich vielleicht einfach umdrehen sollen? Das Wetter war einfach zu gut. Ein Blick ins Tal und auf ging's, denn die Sonne brauchte sich keiner Wolke zu erwehren.

Was machen wir nun heute für eine Tour? Heidi hatte gestern schon eine Teilwanderung von Baunei nach Pedra Longa vorgeschlagen. Das Problem, wieder von dort hinauf nach Baunei zu gelangen, sollte günstigenfalls vorher gelöst werden. Wurde es aber nicht, denn die Nachbarn mochte ich nicht fragen, sehr exaltierte Motorradfahrer meines Alters.

Rothers zielorientierte Kartengestaltung hätte es uns theoretisch erlaubt, von unserem Wohnsitz aus die geschlungenen Wege der Bergstraße hinauf zur Hochebene zu meiden und direkt am Belvidere vorbeizuwandern. Zumal Mario erwähnt hatte, so glaubte ich ihn zumindest verstanden zu haben, daß die Straße oberhalb der Wohnung zu einem berühmten Wanderweg gehöre. Wir gingen also los, erreichten auch die eben erwähnte Straße, es gab aber nicht die geringste Kennzeichnung. Der Anruf bei Mario ergab, daß die Einheimischen unter dem fettgedruckten Wanderweg "Scaleddas" den unteren Teil Bauneis kennen und lieben. Daß Mario nicht einmal weiß, wie die Nebenstraßen oberhalb seines? Grundstückes heißen, will ich nicht weiter kommentieren.

Uns blieb nichts übrig, als in Richtung Friedhof zu laufen und dann dort unten in die Wanderroute einzusteigen. Das klappte mit dem bedauerlichen Mehraufwand aber ganz gut. Die Tour rückwärts, gemeint ist entgegen der vom Wanderführer empfohlenen Richtung, zu wandern, ist nicht so einfach. Zumal der Autor gern auf schon bei anderen Wanderungen beschriebenen Wegführungen verlinkt, was die Sache bei einem Buch weiter verkompliziert.

Jedenfalls ließen wir das Bellvedere links liegen, da es nirgendwo ausgewiesen ist und der um 6.00 Uhr in Pedra Longa in die vorgeschriebene Richtung gestartete Wanderfreund - es war gerade 12.00 Uhr - auf unsere Frage nur lapidar "Dort vorne" sagte. Die im Wanderführer angegebene Dauer von 7.30 Stunden würde er wohl bequem schaffen, war unsere Einschätzung. Daß wir das Bellvedere verpaßt hatten, bemerkten wir erst, als unerwarteter Weise eine Asphaltstraße auftauchte. Was wir heute wirklich noch dazulernten, wir hätten das alles viel einfacher haben können und zwar mit dem Auto. Man parkt fast unmittelbar am beliebten Aussichtspunkt, was wir sicher noch nachholen wewrden. Und auch unterhalb der Punta Giradili (Restweg weniger als eine Stunde) haben wir Autos parken sehen.

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Blick nach Westen
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Auf der Punta Giradili

Ich bin jedenfalls ohne Heidi auf die Punta hinaufgekraxelt und war begeistert. Allerdings hatten zu viele Wolken etwas gegen eine allseitige Aussicht. Heidi gab an, sich während meiner knapp anderthalbstündigen Abwesenheit ausgeruht, die Umgebung der Steineiche, unseres Treffpunktes, erkundet und ansonsten auf mich gewartet zu haben. In einem Nebensatz bestätigte Heidi froh zu sein, nicht mitgehen gemußt zu haben.

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Eingangstor_________________Hundehütte_________________Hirtenhütte

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Nur noch abwärts

Nun kam der Abstieg. Bis zur Cuile Duspiggius geht es ausgesprochen leicht und das Hirtengehöft ist eine Augenweide. Schlägt man die Tür im Gezäun hinter sich zu, geht's nur noch bergab. Es ist fast aus­schließlich geröllig, wobei an den wirklich gefährlichen Steil­wänden ist der Boden gut zu begehen. Wir hatten "grasende" oder "äsende" Ziegen, Wild­schweine, Kälber und auch sonst viel schönes gesehen, bevor wir kurz vor 17.00 Uhr im Ristorante Pedra Longa eintrafen.




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Pedra Longa________________Bequeme Pfade______________Die Punta Giradili

Da die drei Liter Wasser verbraucht waren, mußte ich ein Bier trinken, wobei Heidi bei ihrem Potsdamer blieb. Ich fragte nach einem Taxi nach Baunei, worauf ich die Visitenkarte eines ortsansässigen Fuhrunterneh­mers ausgehändigt bekam. Als ich mir einige Vokabeln bereitgelegt hatte und begann die Telephonnummer einzutippen, kam die Kellnerin und bot an, daß ein Bekannter uns für 20,-€ fahren würde. Was soll's? Wir waren rechtzeitig zum Einkaufen in Baunei und alles war gut.

Die Kammsteaks vom Fleischer waren der Hit. So etwas von einem zarten Kamm hab ich noch nie gegessen. Lob! Lob! Lob! Die Nachbarn haben gegrillt. Sie können wahrscheinlich morgen früh mit dem Rest der Glut noch ihr Brot toasten. Wir freuen uns schon auf die morgige Bootsfahrt. Buona Notte!

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