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Arbatax

Mittwoch
23. Mai 2012

 
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Sonne auf dem Frühstückstisch

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Der Minimarkt von Baunei
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Die Kirche oberhalb des Marktes

Sonne auf dem Frühstückstisch gab es viele Tage nich. Dafür gab's heute Omelett zum Brot und anschließend Erdbeeren auf Ricotta, oder heißt es an Ricotta? Heute ist Mittwoch und somit Markttag in Baunei. Und zur Apotheke müssen wir auch noch. Der Markt ist eher enttäuschend, besteht aus diversen Beklei­dungs­ständen, einem Klimbim- und einem Obst- und Gemüsestand. Nur am Gemüsestand kauften wir einiges und zwar gut und preiswert ein. In der Apotheke wurde für Halsschmerzen ein Spray empfohlen, das auf natürlichen Substanzen basiert. Ansonsten sei auch ein Arzt bei der Rotkreuz-Station zu finden. Heidi wird das Medikal Spray ausprobieren.

Nachdem wir die restlichen noch benötigten Ansichtskarten, allerdings ohne Brief­marken, aufge­trieben hatten, brachten wir alles ins Quartier. Jetzt konnten wir uns Arbatax und damit den Bahnhof für den Start unserer sonntäglichen Tour ansehen. Wir werden eine halbe Stunde für die Anreise brauchen. Dann suchten wir die roten Felsen, obwohl wir praktisch davor standen, am anderen Ende des Ortes. Dadurch gerieten wir auch noch in eine Kontrolle der Gendarmerie.

An einer Kreuzung kurz vor dem Strand von Arbatax hielt ein hübsch uniformierter Gendarm eine rote Kelle in meine Spur und winkte mich an die Seite. Das heißt, ich stand quer zur Stopplinie der Nebenstraßen. Obwohl die zwei Gendarmen schußsichere Westen trugen, zu ihrem Glück ist es ja nicht so warm, und einer der beiden die MP einsatzbereit hielt, hatten wir Vertrauen zur italienischen Staatsmacht. Ich ließ das Fenster herunter und den Motor ausgehen. Nach der kurzen Ansprache wies ich darauf hin, dass wir aus Deutschland kommen. Er wolle die Dokumente sehen, verlangte er auf englisch. Nachdem ich ihm meinen Führerschein und die Unterlagen des Autovermieters ausgehändigt hatte, fragte ich den MP-bewehrten Gendarmen, ob es Probleme gäbe, was der verneinte. Meine Befürchtung bestand natürlich darin, irgendeinen Verbots­schild übersehen zu haben. Aber es war offensichtlich nur eine Routine­kontrolle, die als das Handy des Kontrollierenden klingelte sogar eine komische Note bekam. Denn das Mobiltelefon steckte in einer Uniformtasche, die ohne das Lösen der für den akkuraten Sitz der Sicherheitsweste sorgenden Klettverschlüsse nicht erreich­bar gewesen wäre. Nach dem Telefonat wurde die Anzugsordnung wieder­hergestellt. Und schließlich übertrug er diverse Infor­ma­tionen von Führerschein und Autovermieter in eine Tabelle, die wohl als Tätigkeitnachweis anzusehen ist. Arrividerci grüßten die beiden zum Abschluss. Ich hätte kein Problem damit, aber seltsam war's doch.

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Die roten Felsen
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Insgesamt sehr farbig

Dann fragte Heidi, wo denn die Sonnenschutzcreme wäre. Da wußte ich, was ich falsch gemacht hatte. Sie ist in meinem Rucksack in Baunei. Kaufen wir eben eine neue. Dort wird ein Supermercado in 400 Metern angekündigt, den wir aber nicht fanden. Mit dem nächsten Markt erging es uns genauso, ob das auch an der Vorsaison liegt? Und plötzlich waren wir wieder am Hafen, wo wir auch zu unserer Creme kamen und zu den roten Felsen, die ganz nahe am Bahnhof zu finden sind.

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Auf dem Weg nach Santa Maria

Nach einigen Porträt- und Landschafts­aufnahmen fuhren wir wieder in Richtung Santa Maria di Navarrese. Gleich in der Bar Pineta suchten wir uns einen sonnigen Tisch, denn der Wind hier unten war frisch. Die Preise auch. Für ein Getränk und einen Imbiss für uns zwei wurden 18,50€ ver­langt. Das liegt wahrscheinlich am Strand­zu­schlag. Dafür war das Bier auch frisch gezapft und nicht aus der Flasche.

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Ribeira da Janela

Wir schlenderten durch das ruhende Dorf bis hinüber zum Hafen. Es waren zwar viele Yachten und Boote vertäut, aber kaum eine Menschenseele zu sehen. Auch hier hatte eine Bar geöffnet und wir ließen uns auf einen Cappuccino nieder. Es war ein guter Ort zum Ansichtskarten schreiben. Desweiteren erkundigten wir uns nach einer Schiffs­partie. Das wäre zur Zeit schlecht, denn solche Exkursionen rechnen sich erst ab 6 bis 8 Personen. Aber man könnte für 80,00€ (50,00€ die halbe Zeit) den Tag ein Schlauchboot mieten, für das man keine Lizenz braucht. Da kämen dann nur noch die Spritkosten in Höhe von ca. 40 bis 50 Euro dazu. Auf so ein Schlauchboot passen 6 bis 8 Personen. Vielleicht finden sicher unter den Bahnreisenden ein paar Mitstreiter. Mal sehen.

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Der kieselige Strand
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Ausblick unterhalb des Turmes

Also ich hol jetzt die Badesachen und dann legen wir uns an den Strand, so mein Angebot. Die Sonne scheint, das Meer ist ruhig, alles ideal zum Anbaden bis auf Heidis Halsschmerzen, die nicht besser wurden. Aber ein Sonnenbad wird auf keinen Fall schaden. Der Sand ist etwas grob, was den Vorteil hat, dass man ihn nicht mit ins Quartier oder wie Ostseesand mit nach Hause ins Bett schleppt. Ich stürzte mich also in die Fluten, wobei mich Heidi neidisch beobachtete.

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Die Felsen vor der Bucht

Die Wassertemperatur wird so bei 18�C liegen, schätze ich mal. Das Wasser ist kristall­klar, auch fast wie an der Ostsee, und man verschätzt sich mit der Tiefe total. Ich glaubte mit den Füßen irgendwelche Felsen unter Wasser erreichen zu können, als ich aber dann Mal tauchte und unter die Wasseroberfläche schaute, fehlten bestimmt zwei Meter, um sie betreten zu können. Wir kasperten noch eine Weile am Strand rum und als eine große schwarze Wolke die Sonne von uns nahm, suchten wir das Weite.

Während ich Tagebuch schrieb, bereitete Heidi das Abendessen: gefüllte Champignons als Vorspeise (siehe La Rocca) und Spaghetti aglio e olio als Hauptgang. Zum Nachtisch musste Schokolade genügen. Es war alles vom Feinsten nur leider etwas fett. Dadurch kam unser feiner sardischer Grappa zum Einsatz (Filuferru von der Lucrezio R. Destilleria). So, und ansonsten war alles wie immer, lesen, schreiben, lesen oder so. Buona Notte!

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