Nepal - Freitag, der 18. Oktober 2024
- ____________Kathmandu
Kathmandu zu Fuß

- Unsere Zimmertür
Trotz der Zeitverschiebung schliefen wir knapp zehn Stunden durch. Das hatten wir auch gebraucht. Interessant fanden wir auch die Türschlösser der Hotelzimmer. Massive Messingriegel wurden mittels eines einfachen Vorhängeschlosses arretiert. Allerdings schienn der obere Teil abschraubbar zu sein. Für Innen gab es einen eigenen Riegel, der aber nicht hätte verhindern können, daß jemand den äußeren Riegel auch ohne das mit ins Zimmer genommenene Vorhängeschloß hätte aktivieren können. Das passierte trotz aller Befürchtungen natürlich nicht. Und die nepalesischen Ziffern sind ziemlich verwirrend. Zum Glück wurden die Zimmer auch mit den arabischen Zeichen kenntlich gemacht.
Das Frühstück bot alles, was unsere Zungen begehrten und das nutzten wir auch aus. Das Buffet war eher europäisch ausgerichtet, denn Linsen und Reis gab es nicht, fehlten aber auch nicht wirklich.
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- Lebensmittel_______________________Küche und Klamotten

- Schuhgeschäft
Um 9.00 Uhr gingen wir los, die nahe Altstadt zu erkunden. Da die normale Arbeitszeit hier erst um 10.00 Uhr beginnt, hielt sich der Verkehr noch in Grenzen und wir kamen gut voran. Vor allem war noch genug Platz und Ruhe zum Fotografieren. Alle Männer hatten ihre Kameras dabei! Also überall, in jedem Erdgeschoß sind kleine Läden zu finden. Am Ende einer Gasse hätte man alles, was man fürs tägliche Leben braucht, gekauft haben können.
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- Wer weiß für wen?________________Und wieder Ganesha______________Geschäftstempel
Und an fast jeder Ecke, ein Tempel, die auch alle mehr oder weniger stark benutzt wurden. Benutzt im Sinne von Darbringung von Geschenken, Entnahme von Blütenblättern zum Selbstbestreuen und rote Farbe (Rot bringt Glück) für den Punkt auf der Stirn. Vorher wird noch eine Glocke geläutet, damit die besuchte Gottheit einem Aufmerksamkeit schenkt. Und man darf das alles ablichten. Nur bei Portraitfotos sollte man vorher fragen.
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- Ein Gemüsemarkt___________________Ein Innenhof

- Und die Zufahrt
Am Gemüsemarkt wurde schon wieder abgebaut, aber die Bauern kämen am Nachmittag noch mal wieder, meinte Santosh. Parallel zu den Gassen verlaufen die Höfe der anliegenden Häuser. Hier herrschte zumindest derzeit angenehme Ruhe. Auf die Höfe gelangt man durch schmale Gänge. Zwischen den Höfen schaffen ebensolche Übergänge ein großflächiges Labyrinth. Befahrbar sind die Labyrinthe mit Motorrädern auch immer.
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- Der Tarini Bhavani Devi Tempel______Tempelansammlung_______________Bhairava der Schreckliche
Die Straßen waren wieder voller geworden, und nachdem Heidi sich eine grüne Kette gekauft hatte, erreichten wir den Durbar-Platz mit einem der drei Königspaläste des Tales. Ringsum Tempel ohne Ende, die meisten nach dem Erdbeben von 2015 wieder aufgebaut. Noch nicht zerstörte Schnitzereien wurden wieder benutzt, der Rest ersetzt. Das erkennt man an den verschiedenen Farben. Schwarz sind die Originalteile, braun die ersetzten. Hier wird Eisenholz verschnitzt. Das gibt es unten im Terai Tal. Nur mit den Handwerkern wird es knapp. Wegen der geringen Bezahlung will es keiner mehr machen. Für mich sind das Künstler. Die Fertigkeiten werden in der Familie weitergegeben. Eine Lehrausbildung wie bei uns gibt es in Nepal nicht. Jedenfalls ist alles Restaurierte, perfekt wiederhergestellt.

- Shiva mit Tauben
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- Der Innenhof_______________________Die Fenster gegenüber
Shiva als Zerstörer und Erneuerer muß mit Neptun verwandt sein, denn er trägt auch ein Dreizack. Am Kumaritempel begehrten wir Einlaß und bekamen ihn auch gewährt. Die Tür stand offen. Auch hier, wundervolle Schnitzereien, und viele Neugierige. Und tatsächlich zeigte sich die Kumari, die nicht fotografiert werden darf.

- In einem der Höfe des Palastes

- Verschlossenes Tor
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- Moderner Umbau____________________Wunderschönes Schnitzwerk
Vom Palast selbst bekommt man wenig zu sehen, weil oft noch gebaut wird. Wir bekamen 20 Minuten zur freien Verfügung. Eine
Gassse rauf und wieder runter, einmal über den
Souvenirmarkt
Hier gibt es diverse Mitbringselgeschlendert und weg war die Zeit und wir wieder am Kumaritempel.
Weiter ging's zu Fuß zu einem ortsansäßigen Fluß, über eine Brücke, wo der erwartete Bus nicht stand. Mißverständnisse gibt es immer wieder und ein Telefonat aktualisierte unseren Standort, sodaß der Busfahrer uns fand.
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- Die Friedensbrunnen_______________Am Eingang_____________________Der älteste Stupa

- Spezialgeschäft
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- Swayambhunath______________Hier gibt's was
Santosh hat vorgeschlagen, das offizielle Tourprogramm hinsichtlich der zu absolvierenden Wegstrecken zu optimieren, was allen Mitreisenden einleuchtete. Wir fuhren also direkt zum Stupa Swayambhunath (eigentlich Tag 16) und konnten das gesamte Tal übersehen. Nur der Himalaya blieb verdeckt. Aber die Anlage des Komplexes war schon beeindruckend. Das älteste und bedeutendste Heiligtum Nepals war gut besucht. Die Affen ließen es sich in ihrem Tempel gutghehen. Ein Highlight folgte dem nächsten.
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- Linker Schrein______________________Buddha Maitreya
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- Kleiner Eindruck
Jetzt sollte noch der größte Stupa weltweit Bodnath besucht werden. Er soll auch schon so 1600 Jahre alt sein und ist halt der größte. Ganz viele Wimpel und Gebetsmühle beeindruckten. Im Gegensatz zum ersten Stupa, das auch ein Aussichtspunkt ist, ist dieser Stupa eher ein zentraler Platz, umgeben von Geschäfts und Wohnhäusern, in deren Erdgeschossen sich die verschiedensten Läden befanden - Wechselstuben, Juweliere, Souvenirhändler und natürlich Restaurationen. Und mittendrin fand sich noch das Jamchen Lhakhang Kloster. Es ist dem Buddha der Zukunft Maitreya gewidmet und es gibt dort die größte Gebetsmühle, die ich jemals gesehen habe.
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- Der Bodnath Stupa________________Auf der Dachterrasse______________Der Ausgang
In einer dieser Restaurationen nahmen wir auf der Dachterrasse mit Blick auf den Stupa platz. Die meisten entschieden sich für die Momos und genossen das Gewusel am Boden. Anschließend vollendeten wir gebetsmühlenartig den Rundgang um den Stupa - man muß immer im Uhrzeigersinne die Heiligtümer umrunden. Nur Gerlinde und Heidi liefen, ins Gespräch vertieft, am Ausgang vorbei.
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- Heilige Kuh______________________Heilige Affen____________________Heilige Statisten
Zu guter Letzt besuchten wir noch die heilige Begräbnisstätte am Pashupatinath Tempel. Wobei es hier nicht ums Begraben, sondern ausschließlich ums Verbrennen geht. Auf dem Weg dorthin begegneten wir wieder verschiedenen tieren und herausgeputzten Statisten.An den eigentlichen sakralen Ort kommt man nicht, aber vom gegenüberliegenden Ufer hat man Premiumplätze, um das Geschehen zu verfolgen.
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- Pashupatinath Tempel_____________Schon vorbei____________________Zuschauertribüne
Und gerade als wir eintrafen, begann eine dieser Zeremonien. Männer werden nackt, Frauen in ihrem Brautkleid eingeäschert. Der von Tüchern umhüllte Mann wurde auf ein eine hölzerne Schräge am Fluß gelegt, sein Gesicht und seine Füße wurden mit dem Wasser gewaschen. Dann wurde er auf eine Bambusbahre gelegt und zum vorbereiteten Holzstapel getragen.
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- Rituelle Waschung________________Überführung_____________________Abschied
Der Verblichene wird dreimal im Kreise bewegt, bevor er abgelegt wird und der älteste männliche Verwandte alles ebenfalls dreimal umrundet. Endlich entzündet dieser das Feuer. Bei dem Buddhisten ist das nur ein Schritt in die richtige Richtung. Es kann noch etliche Neugeburten geben, bis man die 4,3 Millionen durchlebt hat. So heißt es. Auf jeden Fall war das Ganze sehr beeindruckend.

- Das Feilschen
Und Heidi kaufte noch zwei weitere Ketten. Damit neigte sich ein unglaublicher ereignisreicher Urlaubstag seinem Ende entgegen. Nach dem Duschen saßen wir noch kurz in der Lobby beieinander und werteten den Tag aus. Absolut begeisternd, lautete das einmütige Ergebnis. Im Nachhinein zeugen auch die fünfzig ausgewählten, im Tagebuch gezeigten Fotografien von den überbordenden Eindrücken.
Morgen müßten wir schon um 6.15 Uhr frühstücken, denn ab 7.00 Uhr würde uns eine 167 Kilometer lange Fahrt zum Shitwan Nationalpark erwarten. Und es gibt nur eine einzige, vom Unwetter gezeichnete Straße heraus aus dem Tal. Deswegen der frühe Start.
Suva Ratri!



