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Badetag

Sonnabend
17. Mai 2008

 
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Baden wollen

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Auf dem Weg zum Einkaufen

... war nur ein frommer Wunsch. Erstmal waren viele dicke Wolken unterwegs. Nach dem leckeren Frühstück - heute mit Rührei - tätigten wir unseren Wochenendeinkauf. Dazu nominierten wir den Supermercado Modelo in Ribeira Brava, den wir schon am letzten Sonnabend besucht hatten, als Ziel. Wir bekamen im Endeffekt mehr, als Heidi auf ihrem Zettel vermerkt hatte, nämlich eine Bastmatte für den Strand und den einheimischen Zuckerrohrschnaps. Gegen Mittag hatten wir alles in unserer Hütte verstaut und entschlossen uns, in Richtung Ponta de Sao Laurenço, das ist die Halbinsel im Osten Madeiras, auf Erkundungsfahrt zu gehen.

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An der Nordküste - Ponta do Rosto

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Der einzige natürliche Sandstrand

Auf der Autostraße kamen wir bestens bis nach Caniçal. Wo wir zu unserem Abflug oder erstmal zur Autorückgabe werden abbiegen müssen, erschloß sich mir nicht. Das werden wir bei Gelegenheit überprüfen. In Caniçal jedenfalls regnete es und so kurvten wir ein wenig durch die Einbahnstraßen bis hinunter zum Hafen, um dann wieder die Richtung Osten aufzunehmen. Bis zum allerletzten also östlichsten Parkplatz Madeiras sind die Straßen wirklich bestens in Schuß. Der Parkplatz ist auch ziemlich groß, war aber heute am Sonnabend einer der wenigen Lokationen, an denen das Wandern im Sonnenschein möglich war und also auch dementsprechend überlaufen. Wir wendeten umgehend und fuhren noch zum Aussichtspunkt an der Nordküste. An der Ponta do Rosto kann man herrlich fotografieren und damit der Bewunderung der Natur Ausdruck verleihen. Es ist wie vieles hier atemberaubend schön und kolossal.

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Porto da Cruz

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Moderne Kunst

Wir entschlossen uns, die Nordküste in Augenschein zu nehmen und über Porto da Cruz, Santana und Sao Vincente zurückzufahren. In Porto da Cruz wurde es dann höchste Zeit, etwas zu essen. Schnell war ein Restaurante gefunden. Heidi wünschte sich Thunfischsteaks mit Pommes und ich Garoupa mit Salzkartoffeln und Salat. Garoupa hört sich gut an, sieht gut aus und schmeckt auch sehr gut. Es handelt sich dabei um einen Barsch. Ich gehe mal davon aus, das er im Atlantik heranwuchs. Heidi war auch sehr zufrieden ob der zwei Scheiben köstlichsten Thuns. Anschließend durchmaßen wir das Zentrum Porta da Cruz', was schnell geschehen war. Dabei fiel nur eine sehr weich und zart wirkende Steinplastik ins Auge. Mit der modernen Kunst haben sie's hier.

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Verwirrender Wegweiser

Wir fuhren weiter die Küstenstraße entlang, ohne groß anzuhalten. Bis Faial ist die Straße auch sehr gut ausgebaut. Dort gibt es die letzte Möglichkeit nach Funchal abzubiegen, was wir nicht vorhatten. Von nun an wurde die Sraße schmaler und huckeliger. Hinter Boaventura wird's dann so eng, daß ein VW-Bus und ein Clio nicht mehr aneinander vorbei passen, jedenfalls nicht überall. Der freundlich Kleinbuschauffeur stieß 30 Meter zurück und dann klappte es auch mit dem Vorbeifahren. Nun hielten wir doch an einer signifikanten Kuve und blickten die Küste rauf und runter. Da kam ein Betonmischer die Straße entlang in Richtung Westen. Na viel Spaß dem Gegenverkehr! Originell ist auch ein Hinweisschild für ein Restaurante in Boaventura, das man per Luftlinie gut sieht, so aber nicht erreicht.

Als wir weiterfuhren, sah ich im Rückspiegel einen Linienbus, der hier zwar kleiner aber immer noch größer als ein VW-Bus ist. Na gut, verstärkende Argumente können nicht schaden. Als ich in den nächsten Tunnel einfuhr, der der hiesigen Straßenbreite eher noch unterlegen war, erkannte ich drei bergauf entgegenkommende Scheinwerferpaare. Da der Bus noch nicht aufgeschlossen hatte, kein Problem. Vor dem Tunnel war an eine größere Ausweichmöglichkeit gedacht worden. Zwei Pkw erschienen, der dritte nicht. Der Busfahrer hinter mir wurde schon unruhig, oder glaubte ich das nur? Er hatte ja den Tunnel nicht einsehen können. Als das dritte Auto nach einer mir angemessen erscheinenden Wartezeit nicht auftauchte, fuhr ich doch los und mit mir natürlich auch der Bus und ein weiterer Kleinlaster. Und prompt hatte es sich der Gegenverkehr doch anders überlegt und stand direkt vor uns. Also die ganze Karawane wieder zurück auf den Ausweichplatz. Erstaunlich, wie gut das funktionierte. Jetzt aber nix wie los und ab durch den Tunnel. Der Gegenverkehr hatte sich aufgelöst.

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Blick von der Dachterrasse

Hinter Sao Vicente ist die Straße dann wieder breiter und bestens zu befahren. Jetzt ging's zurück nach Lugar de Baixo. Außer Palmen nix los. Ich hatte also endlich einmal Zeit, die Terrassenliegen zu aktivieren. Daß sich die Aktion mit dem Aufstellen derselben erledigt haben würde, erwies sich als Trugschluß. “Heidi! Wasser bitte und einen von den heute Vormittag gekauften Schwämmen!” Die Liegen waren so einfach nicht benutzbar. Gut, wenn man die Matratzen drunter legt, aber die Armlehnen... Es wurde eine größere Aktion, in deren Verlauf sich die Sonne hinter Wolken zurückzog. Auch mußte ich feststellen, daß bei der einen Liege schon eine Plastespante gebrochen war und am Fußende ein Stück Strippe der Sonnenbank die nötige Stabilität verschaffte. Aber Heidi liest sowieso lieber im Sitzen, was es nicht besser macht. Heidi hatte inzwischen die Auflagen abgewischt, die den Winter unterm Bett zugebracht hatten. Es war alles für ein lustiges Terrassenleben vorbereitet, nur daß die Sonne ihren Schleier nicht abzulegen gedachte. Andererseits hätte ich mich eh im Schatten des Sonnenschirmes gehalten.

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Verwirrender Wegweiser

Zu gegebener Zeit bereitete Heidi das Abendbrot in Form von Avocadocreme. Der Toast verfing sich im Toaster, was zu Heidis Hilferufen führte. Gemeinsam befreiten wir den Toast, der ziemlich zerfleddert aussah. Geschmacklich war jedoch keine Einbuße auszumachen und der Avocadocreme war's gleich. “Wollen wir mal zum Sonnenuntergang schauen?” “Klar!” Es ist immer wieder interessant, was der Fotoapparat aus dieser Konstellation herausholt. Beim Bier verabschiedeten wir die Sonne und luden sie für morgen ein, uns den Tag zu versüßen. Heute hatte ich nur wenige Tagebuchseiten geschrieben. Wenn ich das einmal einreißen lasse, wird die Lücke immer größer. Es reizt aber auch zu sehr, die Bilder gleich abends zu sehen, am besten mit den zusammengesetzten Panoramen. Und was sagt der Wasserfall dazu? Nur rauschen ist zu vernehmen.

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