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Motovun

Sonnabend
19. Mai 2007

 
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Im Herzen Istriens

Wohlgelaunt ging ich zu unserem Kaufmannsladen. Auf das zu erwartende "Dobar Dan!" konnte ich ja nun freien Herzens mit "Dobro Jutro!" antworten, was zu einem ausgiebigen Gelächter führte. Heute war das Angebot schon recht ausgesucht und es blieb mir nichts anderes übrig, als drei ganz normale, leckere, frische Brötchen zu kaufen. "Do widenja!"

Nach dem Frühstück hieß es, erst Geld abzuheben, um damit die Kasse wieder auffüllen zu können und anschließend im Supermarkt, diesmal in dem mit Parkplatz, einen größeren Einkauf zu starten. So doll wurde es dann doch nicht, da zumindest das Obst- und Gemüseangebot nicht sonderlich attraktiv war. Und ein Fischangebot war gleich garnicht vorhanden. Aber wir hatten ja noch unser Marktzelt, wo es zwar auch keinen Fisch aber auf jeden Fall frische Agrarprodukte gibt. Das Auto ließen wir gleich auf dem Parkplatz des Supermarktes stehen, denn es waren nur ca. 400 Meter bis dorthin. Unterwegs stand sogar noch ein Hinweisschild mit einem Einkaufswagen darauf und mit TRŽNIČA, was für Marktplatz steht, unterschrieben. Das ist wohl doch etwas übertrieben für das Zelt, oder ist der Supermarkt ohne Parkplatz gemeint? Wir gingen also auf das Zelt zu und siehe da, ein bisher stets verschlossenes Tor stand weit offen und gab den Blick auf ein quirliges Markttreiben frei. Das ist ja herrlich und genau das, was wir gesucht hatten. Die frischen Eier kosten einen Kuna das Stück, zwei Tage alte nur noch 50 Lipa. Wir kauften trotzdem die von heute. Und es gibt auch eine eigene Fischhalle mit diversen Ständen, an denen frischer Fisch und Muscheln feilgeboten werden. Einfach toll. Wir trugen unsere Einkäufe zurück zum Auto und berieten dabei, was wir noch alles auf dem Markt würden kaufen wollen.

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Blick auf Motovun

Nachdem alles in der Villa Palma verstaut und wenn nötig auch kühlgestellt war, macht wir uns auf, das weithin gerühmte Motovun zu besichtigen. Das Städtchen thront auf einem Berg und bewachte einst das Mirnatal. Nach einem ersten Fotoshooting von einem Aussichtspunkt an der von Süden kommenden Landstraße aus, stellten wir das Auto vor dem für den Autoverkehr gesperrten Stadtzentrum ab. An einer Schranke vorbei stiegen wir bergan. Rechts und links zogen die Souvenierläden unsere Blicke an. Wein, Olivenöl, Honig und vor allem die Trüffeleinlegearbeiten hatten es uns angetan. So gerieten wir dann in die Konoba "Babacan", in der wir die Trüffel zum Essen würden bestellen können. Bei Apfelschorle suchte sich jeder ein Gericht aus: Tagliatelle bzw. Polenta an Trüffeln und ein Mal Risotto mit Trüffeln. Dazu mußten wir einfach einen kühlen Weißwein trinken. Es schmeckte allen ausgezeichnet. Auf der anderen Seite, wir können nur über die schwarzen Trüffel urteilen, kommt man in der Küche auch ohne aus, denn eigentlich ist die Konsistenz des Pilzes interessanter denn sein Geschmack. Aber wie gesagt, wir waren es zufrieden.

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Hinter dem Stadttor____________Hof der Cineasten____________Das Hotel Kaštel

Wir begaben uns durch das Stadttor, aus dem uns Hochzeitsgäste entgegenströmten. Ein wohlsituiertes, mitelalterliches / -altes Paar wurde gerade abgelichtet und auch gefilmt. Er sei ein großer Filmstar, meinte der Bräutigam auf englisch, als er sich von mir beobachtet fühlte. Ich gratulierte ihm dazu. Langsam, dem Anlaß entsprechend hupend setzte sich das Autokorso in Bewegung. Endlich hatten wir die Stadt für uns, fast jedenfalls. Foto auf Foto der unzähligen Motive wurde auf die Speicherchips gebannt. Erst umrundeten wir die innere Stadt auf ihrer Mauer, um dann unterhalb derselben durch die uralten Gassen wieder zum Auto zu gelangen. Das Auto sonnte sich inzwischen behaglich und wir mußten ersteinmal die überheizte Luft herauslassen, bevor wir auf die andere Seite des Tales fuhren.

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Östliches Panorama

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Auf der Festungsmauer_________Blick in die Gassen___________Eine einsame Kapelle

Dort kurvten wir auf einer schönen Serpentinenstraße wieder nach oben. Dabei überholten wir ein paar trainierende Bergläufer, die mit beeindruckendem Tempo bergan liefen. Kurz vor Oprtalj, am Ende der Serpentinen parkten wir und gingen zu einer Kapelle, an der uns der Hund des angrenzenden Bauerngehöftes begrüßte. Von hier hat man ebenfalls einen tollen Blick auf Motovun, diesmal sogar wirklich von oben. Als wir zum Auto zurückkamen, hatten auch die Läufer die Strecke gemeistert - Hut ab! Einige kurze Dehnübungen mußten genügen und schon stürzten sie sich wieder bergab. Toppfit die Jungs.

Durch das Mirnatal fuhren wir in Richtung Poreč und waren schnell wieder in der Villa Palma. Dort hörten wir das Meer nach uns rufen und wir ließen uns nicht zwei Mal bitten - ab an die Adria! An unserem ruhigen Plätzchen in der Nähe der Snackbar stürzten wir uns in die erfrischenden Fluten. Viel Zeit blieb allerdings nicht, denn in Kürze würde in der Sportschau über den Ausgang der diesjährigen Fußballmeisterschaft berichtet werden. Und den Grill mußte ich auch noch für die Steaks und die Cevapčiči vorbereiten. Es klappte alles prima und so saß ich pünktlich mit einem kühlen Bier vor dem Fernseher. Piplica und Energie Cottbus hielten die Partie und damit die Meisterschaft lange offen, mußten sich aber letztendlich dem neuen Meister VfB Stuttgart geschlagen geben. Bayern München verabschiedete Mehmet Scholl aus dem aktiven Fußball, wobei Uli Hoeneß eine Träne verdrückte.

Zwischenzeitlich hatte ich den Grill angefacht und nun konnte ich schon die Nackensteaks auflegen - perfekt. Die halbierten Bratkartoffeln paßten ausgezeichnet zum Grillgut, genauso wie der leckere Salat. Nur die anschließend gegrillten Hackfleischröllchen waren etwas arg trocken geworden. Da werd ich wohl noch üben müssen. Dafür waren die Bilder ganz gut gelungen und wir ließen den Tag noch einmal an uns vorüber ziehen. Dobre Noc!

Jost

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