Lombardei - 11. Mai 2003
Langenreichener Festtafel
Das hoffnungsfrohe, wandervorfreudige Erwachen wurde durch das Rauschen eines Regenschauers abrupt beendet. Also ging ich duschen und eine neue Hoffnung keimte auf. Würde wohl das Frühstück nach meiner ausgiebigen Morgentoilette angerichtet sein? "Jost, deck doch mal den Tisch!" munterte mich Heidi auf. Es ging alles etwas drunter und drüber. Auf Helmuts Frage, ob ich ihn begleiten wolle, antwortete ich nach reiflicher Überlegung mit einem verklausulierten "Ja?".
Wir fuhren zur Aufteilung der Himmelfahrtsaufgaben ins Bürgerhaus eines Ortes, dessen Namen wahrscheinlich mit "A" beginnt und in der Nähe von Blankenburg liegt. Neben dem Bruder von Helmuts Schwager saßen noch zwei weitere Himmelfahrtsgetreue. Der Kaffee ging so, vielleicht hätte ich mich doch für ein Pils entscheiden sollen. Andererseits hatte ich einfach keinen Bock auf Bier, was sich im Laufe des Tages sicher noch ändern würde. Als Nobbi um 11.00 Uhr immer noch nicht aufgetaucht war, um seine zwei bestellten Kisten Bier und die Himmelfahrtsaufträge in Empfang zu nehmen, mußten wir den Saal räumen. Die Konfirmanden wollten endlich etwas essen, um auch körperlich erwachsener zu werden. Aber Rosa wartete ja sowieso auf uns und schon war der Bierdurst wieder geweckt. Ich versuchte jedoch, ihn durch Bestellung eines Hefeweizens im Zaume zu halten. Neben Hoffmann (Musikus und Platzwart) waren ein Fußballkumpel und auch Martin zugegen.
Wieder aßen Helmut und ich allein. Anschließend durfte ich mit meinem Neffen Tischtennis spielen und Helmut schlafen. Das tat meinem Bauch eher gut. Schlafen hätte ich eh nicht gekonnt, wie sich herausstellte. Und so baldoverte ich die Route für unsere morgige Tour aus. Als Helmut ausgeruht aus dem Haus kam, war ihm eingefallen, daß im Telefonbuch seines neuen Handys noch etliche und wichtige Nummern fehlten. Mit meinen feingliedrigen Fingern fiele es mir sicher leichter als ihm, diesen Mangel abzustellen. Gesagt - getan. Währenddessen schürte Helmut das Feuer auf dem Grill und bereitete alles für das Abendmahl vor. Deuringers würden in voller Besetzung erscheinen und so wurde dem Feuer mit Brandbeschleuniger nachgeholfen. Die Brätel schmeckten super, vor allem wenn man noch etwas Zwiebel abbekam. Das war ab dem zweiten Teil eher schwierig.
Bei angeregten Geprächen verging die Zeit wie im Fluge. Ägypten soll eine Reise wert sein! Und der Mount Everest ist eher etwas für Genies. Es war ein ausgesprochen runder Abend, der uns sogar noch 6½ Stunden Schlaf ließ, denn um 05.15 Uhr sollte der Wecker seiner Aufgabe nachkommen...



