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Malpica

Montag
31. August 2015

 
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Auf Nahrungssuche

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_____Malpica

Unsere innere Uhr weckte uns gegen Halbneun. Draußen war schon wieder alles naß. Es sah nicht gut aus, wenn die Wolken waren laut Satellit heute überall. Wir räumten nach dem Frühstück ein wenig auf Und als alles an einem sinnvollen Ort lag, machten wir es uns im Frühstücksraum bequem. Ich beendete die Beschreibung des gestrigen Tages und beobachtete die Wetterentwicklung. Heidi schrieb ein paar Urlaubskarten Und las die Wilhelm Busch Biografie zu Ende. Alles verlief sich im Regen, bis wir Hunger bekamen und einfach nach Norden fuhren, ihn zu stillen.

Das gelang uns erst in Vimianzo, weil sich unterwegs bisher nichts hatte finden lassen. Die Pizzeria in der weithin an der Leuchtreklame auf dem Dach erkennbaren PENSION bot ein Menü an. Dieses Angebot wollten wir nicht ausschlagen und aßen einen Salat beziehungsweise Makkaroni genannte Ravioli als Vorspeise, Schweinebraten beziehungsweise Rindergulasch als Hauptgang und Flan als Postre. Dazu gab es natürlich Rotwein, Wasser und Kaffee mit Orojo, dem hiesiegen Trester. Beim Schweinebraten hatte es sich übrigens um ein Missverständnis gehandelt, denn wir hatten Salmon also Lachs verstanden, aber egal. Zusammen bezahlten wir 20,-€, ebenfalls ein Superpreis. Die Burg im Ort habe ich übersehen.

Etwas Interessantes zu sehen, begaben wir uns auf die Dolmenroute. Wir fanden jedoch keine Hühnengräber sondern nur Waldwege und Nebenstraßen ohne jeden historischen oder touristischen Wert. Nachdem wir uns auf die Hauptstraße zurück gekämpft hatten, warfen wir in Baia die Karten in den Briefkasten und hatten damit schonmal die Abzweigung nach Malpica verpaßt. Also ging es wieder über Nebenstraßen in Richtung Norden. Klappte alles bestens.

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Hafentür___________________Lädt nicht zum Bade___________Möwenblick

Wir parkten auf dem Hafengelände und schlenderten durch die Stadt. In einer Boutique war für Heidi aus den bekannten Gründen nichts zu finden. Bei mir war es etwas anderes, denn ich habe das für das aktuelle Wetter beste Schuhwerk gekauft - Badelatschen, nein Flipflops von Levis für 30,-€. Das Neubauviertel Malpicas, in das wir unverschuldet gerieten, ist eher grauselig. Wieder oberhalb des Hafens angekommen, frequentierten wir dort eine Bar, vor allem weil bei mir da gerade eine Toilette recht gewesen war. Zu meinem doppelten Espresso gab es ein Küchelchen und zu Heidis Weißwein Schinkenbrot. Leider bot das Closette keine Möglichkeit, sich zusetzen. Hygienischer mag das ja sein, aber nur solange man sich hockend wohlfühlt. Dieses Wohlgefühl nimmt mit zunehmendem Alter ab, es sei denn, man ist Vietnamese. Jedenfalls schlage ich vor, neben Herren- und Damenabtritt einen Invaliden- oder Behindertenklo einzuführen, von mir aus auch mit Aufpreis von einem Euro. Wir wären dann bei insgesamt vier Euro gewesen.

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Geschäftige Betriebsamkeit_____Ersteigerter Fisch____________Vor der Halle

Der Strand auf der anderen Seite der Hauptstraße war wegen des schlechten Wetters und der akuten Flut garnicht besucht und wir hatten unser Badezeug im Auto gelassen. Wir hätten den ganzen Strand für uns haben können. Zurück am Hafen beobachteten wir das Reinigen eines Fischernetzes von mitgefangenem Tang. Ein weiteres Boot legte kurz an der Auktionshalle an und lud den Fang aus. Was und wieviel konnten wir aus der Entfernung nicht ausmachen. In der Halle konnten wir den Verkauf des frischest möglichen Fisches beobachten. Sortenrein waren die Fischarten in Kisten verbracht und abgewogen ausgewiesen. Die potenziellen Käufer hatten irgendwelche Wertbons, die sie auf für sie interessante Kisten platzierten. Wie das im Einzelnen funktioniert, blieb unklar.

O.K. fahren wir zurück, vielleicht könnten wir ja mal Nachrichten schauen. Das Navi avisierten unserer Ankunft am Zielort um 19.42 Uhr. Das sollte genügen. Wir sahen sogar noch den Rest der Berliner Abendschau, bevor es mit dem Dauerthema Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa weiterging. Und 25 Jahre Einigungsvertrag wurden auf die Angleichung des Schwangerschaftsabbruches und die Rückübertragung von Alteigentum reduziert, wodurch alles zu einem Erfolgsmodell wurde. Besser hätten sie es in der Anstalt auch nicht auf den Punkt bringen können. Jetzt schaut Heidi ARTE und ich sitze bei Piementos del Padre und rotem Ribero, diese Seiten zu füllen und dem Gaumen eine weitere Freude zu bereiten.

¡Buenas noches!


Das Wappen Malpicas ist von Erlenmeyer [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons gestaltet worden.

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