Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild Vollbild

Schuhkauf

Freitag
28. August 2015

 
|Übersicht|

Viel Wasser von oben

corc.png
Corcubión
20150828_112909.jpg
Die Kirche

Da es heute noch bis Mittag reg­nen sollte, dachten wir, wir könn­ten auch einmal richtig ausschla­fen und schalteten den Wecker aus. Kurz nach acht Uhr wurden wir trotzdem wach. Das Früh­stück peppten wir mit unserer gestern gekauften Leberpastete etwas auf. Und es regnete weiter. Heidis Sommerschuhe sind für dieses spa­nische Wetter nicht gemacht. So entschlossen wir uns, in Corcubión diesbezüglich Abhilfe zuschaffen, denn immer in Wan­der­schu­hen herumzulaufen, ist nicht so angenehm. In dem historisch zwar wich­tigen Ort war die Zeit offensichtlich stehen geblieben und schuh­tech­nisch garnichts zu machen. Der einzige, dem Schuhhandel zugetane, kleine Beklei­dungs­laden hatte von jedem angebo­tenem Schuh wohl nur ein Größe geordert. Das einzige Modell, das Heidi gefiel, war zwei Nummern zu klein - schade.

Nun blieb nur, nach Ceé, dem modernen Desaster, zurückzukehren. Das Schuhcenter hatten wir ja schon gestern erkundet und deshalb frequentierten wir erstmals den chinesischen Markt, der auch einige Schuhe in die Auslage verbracht hatte. Jedoch war auch hier nichts dabei. Wir durchstreiften trotzdem die Gänge dieses wirklich umfang­reichen Marktes. Heidi war ganz aus dem Häuschen ob des Angebotes. Daß die Chinesen das Schwergewicht nicht so auf Schuhe legen, ist nachvollziehbar, wenn man das restliche Sortiment ins Auge faßt. Mehrere tausend Artikel drängelten sich in ca. sechs Gängen á 60 bis 70 Meter Länge. Das Einzige, was fehlte, waren Elektrogeräte, Möbel und annehmbares Schuhwerk halt. Aber Adapter für MAC und Micro-USB in variierenden Konfigurationen hatte ich so noch nicht gesehen. Also man könnte seinen Hausstand hier bequem begründen. Ohne Schuhe verließen wir das Hausstandsparadies.

Rundum war ausschließlich ein Schuhgeschäft für Kinder zu finden. Dort bat ich um einen Tip, wo man Heidis inzwischen durchnäßte Schuhe ersetzen könnte. Die zwei, drei spezialisierten Geschäfte an der ehemaligen Einkaufsmeile verkauften entweder Cocktail- oder Wander­schuhe. Von bequemem Freizeitschuhwerk mit etwas Schick war weit und breit keine Spur zu sehen. Hatten wir vielleicht in dem neuen Zentrum etwas übersehen.

Es lag auf dem Weg zum Auto und dann könnten wir schon nochmal nachschauen, zumal Heidis Zehen inzwischen in den Schuhen quatscherten. Und tatsächlisch mußten sie frische Ware bekommen haben. Es gab zwei, sogar drei Modelle, die gefielen und in ver­schie­denen Farben und Größen angeboten wurden. Nur die Roten waren aus. Im Endeffekt konnte Heidi nach einigem Hin und Her ein Paar neue Schuhe ihr Eigen nennen. Endlich!

20150828_131143.jpg
Der Brunnen

Beim Durchstromern Ceés hatten wir einen Brunnen entdeckt, an dem die Leute ihre mitgebrachten Gefäße füll­ten. Wir entschieden, die noch nicht ent­sorgte Fünfliterflasche lieber mit dem offensichtlich köstlichen Nass zu füllen, bevor wir den Nachmittag mit dem War­ten auf das Ende des Regens verbringen würden. Bisher hatte sich die meteo­rologische Vorhersage als ein Schlag ins Wasser erwiesen.


fis.png
Finisterra




Da wir schon mal hier waren, wollten wir auch noch das Stück zum, die läng­ste Zeit, westlichsten Punkt des spani­schen Festlandes zu­rücklegen. Nicht daß ich mich an den regennassen, pil­gern­den Wan­derern scha­den­freudig er­göt­zen wollen wür­de, aber... Man würde eventuell auch im Nebel, ohne Ablenkung vom Wesent­lichen, einiges entdecken können. Jeden­falls bräuchten wir nicht extra nochmals her, zumal wohl satel­litenmäßig festgestellt wurde, daß das Cabo Touriñán 58 Meter west­licher endet als das des Fisterre, hatte zumindest Raffaele behauptet.

20150828_143031.jpg 20150828_143232.jpg 20150828_143140.jpg
Kilometer Null_____________Der Leuchtturm Finisterra___________Heidi mit Leuchtturm

Am Nachmittag unternahm ich einen weiteren Versuch, eine VPN-Verbindung nach Hause aufzubauen. Ich richtete einen völlig neuen User ein, generierte die entsprechende Konfigurationsdatei und importierte sie daheim - Bingo! Nach dem Neustart von Zattoo hatte ich ein völlig anderes Angebot. Auf dem Zimmer ging der Empfang auf 50 Prozent zurück, weshalb die Talkshow regelmäßig hängen blieb. So glaubte ich zumindest. Allerdings gingen keine Informationen verloren, denn die Übertragung setzte immer wieder an der korrekten Stelle fort. Mal sehen, ob ich mich morgen zum Sportstudio besser in die Launch setze, denn dort ist der volle Empfang garantiert.

Als sich der ruhige Nachmittag dem Ende zuneigte, schlug ich vor, noch etwas in der Gegend herumzufahren. Lires könnte ein Ziel sein, an dem man durchaus noch etwas gehen könnte. Na gut, probieren wir es einfach mal. Ach, warum ist eigentlich der KIA so inkooperativ und meldet sich nicht selbständig, wenn die Tanknadel drei Millimeter vor Null steht? Das Energieproblem ließ sich, klar, nur in Ceé lösen. Egal. Auf unserer Karte sah Lires doch größer und weitläufiger aus, als die engen Gassen es dann tatsächlich waren. Und ans Wasser kamen wir auch nicht. Dann fahren wir jetzt da rüber an den tollen Strand.

20150828_195016.jpg
Tangberge
20150828_193914.jpg
Was fließt denn da?

Es herrschte gerade Ebbe und wenn die Sonne auch nur einen Strahl hätte senden können, wäre der paradiesische Charakter eventuell noch besser herausgekommen. Ein so schöner Strand so nahe wäre bei normalem Wetter ein zusätzliches Plus gewesen. Heidi hatte ihre Wanderschuhe an und ich später meine Schuhe ausgezogen. Herrlich. Und auch hier fanden wir funktionstüchtige Duschen und Fußreiniger vor - erstaunlich. Der Strand hatte sich inzwischen immer weiter gefüllt. Surfer und ein Angler gingen ihren Passionen nach. Da bei dieser vorbildlichen Wolkendecke kein Sonnenuntergang sichtbar sein würde, begaben wir uns an den Abendbrottisch.

Heidis Gambatortilla enthielt natürlich keine Kartoffeln, sondern war ein Omelette, das die Gambas zart umhüllte und durch einen Salat vervollständigt wurde. Meine spanische Tortilla belegte ich mit meiner geliebten Chorizzo und den Piementos de Padron. Doch, so hatte ich mir das vorgestellt. Der übliche Hierbas tat seinen Dienst.

¡Buenas noches!

Valid CSS!