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Fort Lennox

Mittwoch
10. September 2014

 
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Auf nach Montréal

Wir hatten uns den Wecker gestellt, denn die letzte Etappe zurück nach Montréal war die längste. Der Parkplatz am Motel war wie leergefegt, der Schlüssel kam in den dafür vorgesehenen Briefkasten. Jetzt wäre ein ordentliches Frühstück nicht schlecht.

Vom Motel aus fuhren wir einfach die Hauptstraße weiter und dann nach links in einen Gewerbezentrum ab. Leider übersahen wir „Hapers” und landeten bei der Bäckerei des Supermarktes „IGA”. Irgendwie geht hier alles später los. Es war noch nicht 9.00 a.m. und somit die ausliegenden Backwaren noch von gestern. Jedenfalls wurden sie direkt in den Müllkübel verbracht. Aber frischen Kaffee gab's immerhin schon und irgend etwas Eßbares fand sich auch. Also los zum letzten Ritt.

Wir fuhren weiter durch das Industriegebiet in der irrigen Annahme, nach Westen zu fahren. Der Kompaß im Auto war da anderer Meinung und beharrte auf „SE”. Im Endeffekt fuhren wir eine Schleife bis fast zurück zum Motel und unternahmen einen neuen Anlauf. Und siehe da, an der großen Kreuzung stand gut sichtbar „OUEST” nach rechts. Heidi hatte wohl das „OU” ignoriert, aber jetzt war wieder alles im Lot.

Der Highway ließ uns bestens vorankommen. Bevor wir nach Montréal fuhren, wollten wir aber noch das legendäre Fort Lennox besuchen, das südlich von Montréal liegt. Da uns die Ausschilderung auf dem Highway etwas sparsam erschien, reaktivierte ich Aimés Navi. Nach der Mittagspause tippte ich auf der Karte auf einen Punkt, der in etwa der Position des in der Straßenkarte eingezeichneten Denkmalzeichens entsprach. Daß das Fort mitten in einem langgestreckten See liegt und der Besucherzugang natürlich genau am anderen Ufer eingerichtet ist, merkten wir erst später.

Am Navi lags diesmal nicht, denn es führte uns konsequent an den vorgegebenen Punkt. Es verlangte sogar, daß wir die Straße verlassen sollten um über ein Feld ans Ziel zu gelangen. Und wie nahe wir dem realen Standort des Forts mit meiner Vorgabe gekommen waren, zeigte sich, nachdem wir den See südlich umfahren hatten, dem einzigen Hinweisschild an der letzten Ampelkreuzung gefolgt waren und nun auf den Parkplatz abbiegen wollten. „Bitte rechts abbiegen!” tönte es aus dem Navi.

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Fort Lennox - unerreichbar

Auch dieser Parkplatz war total leer, bis auf einen Hobbypiloten, der eine kamerabestückte Drohne fliegen ließ. Obwohl wir innerhalb der ausge­wie­senen Öffnungszeiten lagen, war das Empfangsgebäude verschlossen. Nur zwei Gärtner wuselten in den Beeten herum. Die auf Nachfrage vermittelte Information lautete, ab dem 1. Sep­tem­ber ist das Ensemble nur noch freitags bis sonntags zu besichtigen. Na super.

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Kerbe vom Indianerpfeil?

Heidi hatte jedoch im Reiseführer noch etwas über ein Blockhausfort gelesen, das ganz in der Nähe stehen sollte, gelesen. Ja genau, das sei nicht weit und man könne zumindest nahe heran, bestätigten die Gärtner. Wir glaubten, der Wegbeschreibung genau zu folgen und was in Kanada nahe ist, war auch so eine Frage. Daß da etwas nicht stimmte, wurde uns erst klar, als wir kurz vor der Grenze zu den USA waren. Als wir gewendet hatten, informierten uns diverse Schilder am Straßenrand, daß in Kanada das Dezimalsystem zur Anwendung kommt und die Geschwin­digkeitsangaben sich nicht auf Meilen beziehen.

Jedenfalls fanden wir das Hüttchen, an dem wir schon dreimal vorbeigefahren waren, nach mehrmaligem Fragen. Und wir hatten nach einem „richtigen” Fort Ausschau gehalten. O.K. massiv sieht das Haus schon aus, die Schießscharten waren aber eher Löcher und von den versprochenen Pfeilspitzen fanden wir keine Spur. Aber wir hatten das „Fort” doch noch gefunden.

Da das Navi die Straße des Hotels wieder nicht kannte, tippte ich auf den vermuteten Lagepunkt, in der Hoffnung, kommerzielles Interesse würde für eine bessere Aus­schil­derung sorgen, als es hier bei den Denkmälern der Fall war. Diesmal ging die Hoffnung in Erfüllung und wir trafen kurz nach 5.00 p.m. im Best Western ein. Wir hatten also noch genügend Zeit, uns auf unser verabredetes Treffen mit Anne-Marie und Aimé um 6.30 p.m. vorzubereiten.

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Auf der Kirchenrolltreppe
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Der Festsaal

Pünktlichst kam der Anruf, sie seien jetzt in der Lobby. Wir freuten uns sehr, sie wiederzusehen. Unsere Freunde wollten uns Montréal näher bringen und anschließend würden wir essen gehen. Zuerst fuhren wir zur St. Joseph's Oratory. Dieser Kirchenbau wurde erst im letzten Jahrhundert errichtet, steht am Mont Royal und von der Terrasse hat man einen Blick nach Süden. Es gibt diverse Andachtsräume, eine riesige Orgel und alles ist mit Rolltreppen zu erreichen, also innerhalb der Basilika.

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Blick über Montréal City

Weiter gings an dem größten Friedhofsgelände Kanadas entlang zum Summit Parc. Das beeindruckende Chalet du Mont-Royal, auf dessen Terrasse ein abgedeckter Flügel stand, kann man auch ganz oder partiell für private Feiern mieten. Der Flügel soll bei gutem Wetter frei nutzbar sein. Der Blick von dort auf die City mit ihren Wolkenkratzern war toll - Montréal bei Nacht.

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Wir vor der City

Langsam murrten unsere Mägen ob der offensichtlichen Vernachlässigung. Ein or­dent­liches Steak wäre nicht schlecht, brummten sie. Anne-Marie wußte sofort einen guten Laden. „Joe Beef” das klang schon mal gut. Parkplätze gibt es genug in downtown, weil alle parkscheinpflichtig sind. Und weil Anne-Marie vorhin schon vorsorglich einen Tisch bestellt hatte, konnten wir an den sonstigen Wartenden vorbeigehen und platznehmen.

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Das Bilderbuch-Steak

Nachdem Aimé darum gebeten hatte, die Musik etwas zu dämpfen, konnten wir uns auch gut unterhalten. Es gab natürlich viel von unserer Rundreise zu berichten. Die kleine Charlottehatte viel Spaß, weil auch Erfolg beim Fußball. Sie schoß wohl Tore, wie sie wollte. Bemerkenswert war noch der Büffelkopf im washing room - originelle Idee. Er hing praktisch direkt neben einem, wenn man dort saß. Und natürlich das essen nich zu vergessen. Uns wurden ein paar Steaks bereitet, daß es eine Freude war. Da Heidi und Aimé das Fleisch eher well done und Anne-Marie und ich lieber Medium mögen, wechselten wir die Plätze. Die Steaks kamen nämlich sozusagen im Doppelpack. Dazu gab es french frites und auch richtige Kartöffelchen nebst Salat - klasse. Die empfohlenen Weine, Aimé und ich bevorzugten den den roten, Anne-Marie und Heidemarie den weißen, paßten bestens zum oppulenten Mahl. Die Bedienung war auch sehr nett, kannte und mochte Berlin, was will man mehr? „Joe Beef” kann man nur empfehlen.

Wir wurden noch ins Hotel chauffiert, verabschiedeten uns aufs Herzlichste und verabredeten uns für in zwei Jahren in Berlin.

Bon Nui!

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