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Almlandschaften

Sonnabend
24. August 2019

 
|Übersicht|
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_Jermuk

Wandern, Baden und Kreuzsteine

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Viel Landwirtschaft
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Auf dem Sessellift

Ich sage nur 8.00 Uhr. Durch das Früh­stück wohl ge­wappnet und den Kof­fer­service un­ter­stützt, starteten wir auf die längste Transportation (360 km) nach Dilijan. In Jermuk besuchten wir ein sommerliches Skigebiet, dessen Sessellift uns Touristen in das leider schon verblühte „märchenhafte Blumen- und Farbenmeer” liften sollte.


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Diesteln links____________Bergabführender Wanderweg______Und Diesteln rechts

Die viertelstündige Liftfahrt brachte uns schon mal Einblicke in die unter uns vorbei­huschenden Eichenbestände. Auf dem angekündigten, breiten Feldweg fotografierte ich vor allem Diesteln, die aber auch keinen Meer bildeten. Der Weg war aber bequem und ging leicht vom Fuß.

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Die Paßstraße________________Außenansicht________________Innenansicht

Weiter gings zum Selimpaß, der in Vardenyatspaß umbenannt wurde. Die dortige histo­rische Karawanserei hatte der Fürst Orbelian aufbauen lassen, nachdem sein Sohn auf dem Paß in einem Schneesturm umgekommen war. Die Anlage war sehr interessant. Die Karawanen hatten halt von da an bessere Möglichkeiten, solchen Widrigkeiten zu trotzen. Ich schätze mal vierzig, fünfzig Packtiere, die mitge­führten Waren und bei gutem Willen zwanzig Leute kamen hier unter. Die Kamele oder was auch immer konnten angebunden und verpflegt werden. Nur sollte die Karawane selbst alles nötige dabei haben, denn irgendwelchen Service gab es hier nicht, aus­schließ­lich das solide Gebäude.

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Gruppenfoto am Paß

Das Beste aber war der Service der heutigen Zeit. Am Lager stand das schon im „BIWAK” gefilmte Händ­ler­paar, bei dem wir je ein Fläschchen Maulbeer- und Cor­nell­kirschbrand kauf­ten. Also wir kannten die Händler schon aus dem Fernsehen. Mit solchen Stars mußten wir uns fotografieren lassen. Das übernahm Lars, danke noch mal.

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_Sewansee

Wir hatten Yasha gestern schon ge­fragt, ob es nicht mög­lich wäre, im Sewansee ein Bad zu nehmen. Er mein­te, das wäre vom Zeitplan her schwie­rig. Jedenfalls ließ er heute im Bus alle Mitreisenden abstimmen und nur sieben von zwanzig Leuten waren dafür. Das war's. An einem sogenannten Foot Court machten wir halt. Die Stunde Mittagspause hätte durchaus kür­zer ausfallen können, allerdings schmeckten die frisch zube­rei­teten Speisen sehr gut zum Bier.

Jedenfalls schien Yasha die mehrheitlich gefallene Entscheidung keine Ruhe gelassen zu haben, denn er bot später eine weitere organisatorische Variante an. Diese fand dann die allgemeine Zustimmung. Anstatt wie die Befürworter vor­ge­schlagen hatten, die Mit­tags­pause zu verkürzen, wurde der Friedhofsbesuch minimiert. Yasha hatte noch darauf hingewiesen, daß die von ihm ausgewählte Badestelle nicht die attraktivste, aber die termin­technisch günstigster wäre. Das war allen Badewilligen recht.

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Typisches Bauerngehöft

Noch vor dem Friedhofsbesuch hielt Ashot an einem steinigen Uferabschnitt, der aber nur fünfzig Meter von der Stra­ße entfernt war. Heidi und ich zogen sich schnell im Bus um und stürmten an den Sewansee. Die am Rande etwas kleineren Steine wurden nach fünf Me­tern größer und glitschiger. Wir ließen uns auf den Bauch gleiten und krab­belten sozu­sagen in tiefere Gefilde. Das Wasser war angenehm warm, der Schweiß abgespült und die Körper­temperatur auf normal gesenkt. Ursula konnte ob der Unwegsamkeit im Was­ser nur kurz untertauchen. Nach zwan­zig Minuten saßen wir wieder im Bus und fuhren erwar­tungsvoll Richtung Fried­hof von Noratus.

Yasha erklärte nochmals die Funktion der Kreuzsteine als kirchliche und Grabsteine und die der durchaus mehrfach abgebildeten Kreuze auf einem Stein. Jedes Kreuz ermöglicht einem Verstorbenen die Wiederauferstehung mit der Option sein, wenn auch kleines Kreuz als Himmelsschlüssel zu benutzen. Die bildliche, fotografische Abbildung von Verstorbenen war von der Sowjetunion exportiert worden, um eine Alternative zur religiösen Bestattung zu schaffen. Ich fand es unheimlich, wie auch die bettelnden Damen und Herren, die uns selbstgestrickte Socken und Handschuhe zu verkaufen suchten.

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Stimmungsvolle Athmosphäre

Der bis dahin weltweit größte, hi­sto­rische, armenische Friedhof lag im derzeitigen Aser­baid­schan und wurde von der muslimischen Regierung trotz UNESCO-Schutzes von Pan­zern platt­ge­walzt. Die danach noch erkennbar zuor­denbaren Überreste wurden maschinell zer­kleinert. In aserbaidschanische Schu­len wird wohl gelehrt, daß die Armenier ein Zigeunervolk wären und erst im 17./18. Jahrhundert die Aser­baidschaner vertrieben hätten. Die Rück­übertragung des Gebietes sei also nur folgerichtig. Daß da Grabsteine aus dem vierten Jahrhundert nicht ins Bild passen, ist klar.

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Der Bauer___________________Der Musikant________________Geheimnisvoller Beruf

Yasha zeigte uns dann die normalen, sogenannten Wiegengrabsteine, in denen die vor­ma­ligen Professionen der Verstorbenen dargestellt sind. Unter einem der sehr gepflegten und gesäuberten zwei Grabsteine ruht ein Bauer und unter dem anderen vermutlich ein Musikant, der oft bei Hochzeiten aufspielte. Einer der Friedhofshändler zeigte uns einen weiteren Grabstein, dessen Relief wir erst noch interpretieren müssen. Er hoffte, Heidi ein selbstgebasteltes Kettchen für 2000,- DRAM verkaufen zu können. Daraus wurde nichts. Die bettelnden, alten Weiber bedrängten mich und ich fühlte mich unwohl. Vielleicht hätte ich sie um ein Foto bitten sollen, aber ich ließ auch diese Gelegenheit verstreichen.

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Impressionen
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am Sewansee

Noch eine Stunde würde die Fahrt zu unserem heutigen Hotel dauern. Reinfried hatte eine kleine Marina, in der zwei größere Boote lagen, wahrgenommen. Auf dem See passierte aber bootstechnisch rein garnichts. Wir passierten einige Sand­strände, die vielleicht doppelt so weit von der Straße entfernt waren, wie der vorhin von uns genutzte. Schade, daß Jakob eine für mich suboptimale Wahl getroffen hatte. Jedenfalls waren wir trotz zusätzlicher Badepause um 19.45 Uhr im Hotel in Dilijan eingetroffen, eine Viertelstunde vor der ursprünglich geplanten Ankunftszeit.

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Das große Zimmer

Das Vier­ster­ne­hotel war nobel und wir bezogen ein sehr groß­zü­gi­ges Zim­mer. Abend­brot gab es bis 21.00 Uhr und das Buffet war um­fang­reich aber qua­li­tativ eher mittelmäßig. Morgen würde es erst um 9.30 Uhr weitergehen und ab 7.30 Uhr dürften wir den Pool nut­zen, was wir uns auch vornahmen.

Bis zur Nachtruhe machten wir es uns noch im Barbereich gemütlich und gönn­ten uns einen Longdrink (Insel­eis­tee und Blaue Lagune) im Kreise einiger Mitreisender. Nur Reinfried hatte sich die letzte Nacht ein Schlafdefizit erar­beitet und war schon bei Zeiten mit Sigi entschwunden. Zu einem zweiten Drink hatten wir keine Lust und so schlüpfen wir nicht allzuspät in unsere Betten.

Bari Gischér!

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