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Alpujarras

Montag
25. Mai 2009

 
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Via de los Mineros

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Ein hungriger Kater

Zum Frühstück erhielten wir Besuch. Ein kleiner, grauer, abgemagerte Kater miaute herzerweichend. Irgend­wann stellte ich ihm ein Alubecherchen Milch auf die Terrasse. Sofort war Ruhe und nur ein hingebungsvolles Schlecken war zu vernehmen. Es dauerte jedoch nicht lange und schon ging das gemaunze wieder los. Heidi ließ sich breitschlagen nd es gab noch einen Nachschlag. Nun war es aber gut und wir wollten noch Haarspülung kaufen und so.

Der Dia-Markt ist übrigens nicht falsch beschriftet. Autoservicio hat also wirklich nichts mit Autos zu tun, sondern heißt Selbstbedienung. Da gibt's gar nichts zu lachen. Jedenfalls waren wir um 11.00 Uhr am Ausgangspunkt der Wanderung.

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Ein stiller Beobachter

Die aufgestellte Tafel wies uns an oder schlug uns vor, die Rund­wanderung im Uhrzeigersinn zu absolvieren. Zwei-, dreihundert Meter entfernt vom an der N348 gelegenen Parkplatz mündete rechts der Rund­weg auf dem Weg ein, dem wir folgten. Alles ist bestens gekenn­zeichnet, nur die Tafel am Parkplatz und die Pfeile auf den Holzpfählen widersprachen sich in der Rich­tungs­weisung. Wie hielten uns an den Übersichtsplan und folgten weiter dem breiten Weg. Das zur Regenzeit eventuell gefüllte Bachbett war mal rechts, mal links des Weges zu erkennen, zumal in letzter Zeit einige Wehre in das Bachbett plaziert worden waren. Überall am Wegesrand sind Felswände mit Ketten und Ösen versehen. Weiße Rechtecke sind mit den Namen der Kletterstrecken gekennzeichnet. Heidi meinte, das wäre bestimmt etwas für ihren Kollegen Holger. Relativ gemächlich ging es höher und höher. Nur die Wanderpfosten zeigten talabwärts, Hauptsache sie waren überhaupt da, denn dann waren wir auch noch auf dem rechten Wege.

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Alles sehr gepflegt
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Und zur Rast ladend

Nach einiger Zeit erreichten wir das alte Domizil der Bergarbeiter. Die Geländer waren neu gesetzt, die Türen und Fenster des Haupthauses zwar zugemauert aber frisch geweißt. Bei den Nebengebäuden fehlten die Dächer, aber dafür gab es Tische und Bänke zum Rasten. Nur Schatten gab es keinen. Eine verrostete Lore, aus der zu besseren Zeiten Erze und blindes Gesteinen gekippt worden waren, stand auf einem Stück Schiene. Das blinde Gesteinen war auch noch da. Eine hübsche Installation, die auch durch das abgewirtschaftete Äußere in einen starken Kontrast zu dem aufs feinste hergerichtete Gelände stand. Aber viel beeindruckender ist die tolle Aussicht auf die Sierra Nevada und die Alpujarras.

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Blick vom Berge

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Blick auf Orgiva

„Incredible” hatte sie uns ein englischer Wanderer schon beschrieben. Bald hatten wir den Bergrücken überschritten und nun auch freie Sicht in Richtung Stausee, Autobahn und Windräder. Das war nicht so sehr aufregend im Gegensatz zu dem jetzt folgenden Abstieg. Dieses Gebirge besteht nur aus kleinteiligem bis staubigem Material, das ab einer bestimmten Neigung keinen sicheren Halt mehr bietet. Und diese Neigung war zumindest anfangs über weite Strecken gegeben. Wir suchten regelrecht das tiefere Geröll, in das man beim Abwärtsgehen etwas einsinkt und nicht gleich wie die Heinzelmännchen auf den Erbsen, den Berg herabpurzelt. Später ging es dann besser. Wir sind ohne Sturz wieder hinunter gelangt. Gerade der Abstieg war ziemlich anstrengend. Das ist der Weg aber aufwärts sicher auch.

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El Castillejo

Jedenfalls hatten wir keine Lust mehr, El Castillejo zu besteigen. Es zog uns mehr in Richtung Restaurante el Briso des Durstes wegen. Leider waren alle Türen ge­schlos­sen, es war montags um 15.30 Uhr.

Da hilft nur ein gekühltes Getränk aus dem Eisschrank. Ein wenig gedöst und wieder ran ans Tagebuch. Gegen 20.00 Uhr wurde der äußerst gelungene Stockfisch, hier heißt er auch Kabeljau, so wie im Restaurant serviert. Heidi sei Dank.

Bester Laune, gesättigt, mit einer Tafel Schokolade unter dem Arm brachen wir auf, Piluka und Did zu besuchen. Wie die Friseure. Wir hatten weder Handy noch Licht dabei. Es war ja schließlich noch hell. Was hatte Did gesagt, stünde am Tor? Villa Matthias? Es soll nahe am Guadalfeo liegen, das Haus. „Du hättest ruhig dein Handy mitnehmen können!” Nein, hier stand garnichts an den Toren. Vielleicht doch die erste Einfahrt. „Finca Villa Tio Mateo” klingt fast wie Matthias. Einhundert, zweihundert, dreihundert Meter. Dort ist eine Gabelung. Laß uns erst mal in Richtung Fluß arbeiten. Ein ummauerten Pool lud zum Bade. Alles sah zwar gepflegt aber ungenutzt aus. Und Pilukas roter Hyundai war auch nicht zu sehen. Heidi war unwohl, so auf einem fremden Grundstück herum zu spazieren.

Dann müssen wir eben dem anderen Weg folgen und nach weiteren hundert Metern schimmerte ein rotes Auto durch die Pflanzenwelt. Piluka um Did saßen auf ihrer Terrasse und ihr kleiner weißer Schnauzer lief uns schon fröhlich entgegen. Wir überreichten die Schokolade, bekamen Tapas und Getränke angeboten. Die Tochter, Andrea, war auch ganz aufgedreht. Es war ihr erster Ferientag nach dem gemeisterten Abitur oder wie das hier heißt. Jedenfalls möchte sie dann in Granada Architektur studieren. Und das Praktikum in England will auch noch vorbereitet sein. Wir erzählten von unseren ersten Wanderungen und fragten, wann denn die Busse nach Cañar führen. Es stellte sich heraus, das es gar keine direkte Busverbindung gibt. Nochmals Dank an Miguel. Und das einzige Taxi von Orgiva ist schwer zu greifen. Mal ist es hier mal in Motril oder sonstwo. Aber wir könnten Ja Did mit hinauf nach Cañar nehmen und der würde das Auto dann wieder auf dem Grundstück abstellen. An der Idee war nicht das geringste auszusetzen und so verabredeten wir uns für Mittwoch 9.30 Uhr. Und für jenen Abend haben wir die beiden zum Essen zu uns eingeladen. Ich werde grillen. Anschließend ist Champions League Finale (Barcelona gegen Manu) angesagt mit parallelem Wässern des Grundstücks. Das wird bestimmt lustig. Den Busfahrplan von Lanjaron zurück nach Orgiva hat uns Andrea auch schon ausgedruckt. Da wollen wir auf dem Europawanderweg hin. Die zentrale Bestellnummer für den Besuch der Alhambra (902888001) haben wir jetzt auch. Also die drei sind goldwert.

Did geleitete uns mit seiner Stirnlampe noch am Pool vorbei, wir könnten ihn jederzeit benutzen, bis zum Tor. Von hier aus war es nicht mehr ganz so finster und wir kamen bestens zur Casa Chamisa. Bei einem Glas Bowle ließen wir den Tag ausklingen. Ach ist es herrlich, Urlaub zu haben.

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